Ostwand der Steinzeugfabrik Gerhard Dorn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Frechen
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 54′ 35,57″ N: 6° 48′ 4,9″ O 50,90988°N: 6,80136°O
Koordinate UTM 32.345.431,48 m: 5.642.105,74 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.556.405,81 m: 5.641.927,15 m
  • Östliche Fassade Fabrikhalle Dorn (2022)

    Östliche Fassade Fabrikhalle Dorn (2022)

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    Nicole Schmitz / Landschaftsverband Rheinland / CC BY 4.0
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  • Erhaltene Fabrikhallenmauer der Steinzeugfabrik Dorn in Frechen (2022)

    Erhaltene Fabrikhallenmauer der Steinzeugfabrik Dorn in Frechen (2022)

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  • Metallhaken auf der ehemaligen Innenseite der Fabrikhalle (2022)

    Metallhaken auf der ehemaligen Innenseite der Fabrikhalle (2022)

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Im Jahre 1886 gründete der Kannenbäcker Gerhard Dorn die „Steinzeugröhrenfabrik“ Gerhard Dorn an der Ecke Alte Straße / Blindgasse.

Erhaltene Reste
Neben den vier Arbeiterhäusern und dem Wohnhaus der Familie Dorn in der Blindgasse ist der Rest einer Fabrikhallenwand aus Ziegelsteinen erhalten. Dieser bildet heute die Grundstücksgrenze zwischen Blindgasse und Evangelischer Kirche. Die Fabrikhalle wurde laut Altkartenanalyse (TK 25 Blatt 5006 Frechen) vermutlich zwischen 1914 und 1926 errichtet; ihre Reste sind heute in variierenden Höhen zwischen 50 und 200 cm erhalten.

Nicht alles, was alt aussieht, ist es auch….
Eigens für den Betrieb der Steinzeugröhrenfabrik Dorn unterhielt die RWE AG (=Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG) bis (1965?) ein Transformatorenhäuschen, welches sich an der alten Straßenecke Hauptstraße / Blindgasse befand. Nach Abriss der Fabrik Dorn errichtete die Stadt „im Bereich der alten und neuen Straßenführung ein neues Stationsgebäude“ (Frechener Wochenende 1987). Mit Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes (1980) wurde es jedoch notwendig, den Standort der Trafostation wieder zu verlagern. Nach mehrjährigen Überlegungen fiel die Wahl des neuen Standortes auf den Bereich neben der Evangelischen Kirche. Nun allerdings musste sich der Neubau des Transformatorenhauses städtebaulich in den Baustil des angrenzenden denkmalgeschützten Gemeindehauses der Evangelischen Kirche einfügen. Dessen durch den Abriss der Steinzeugfabrik freigewordene Giebelwand konnte bisher nicht zufriedenstellend „abgeschlossen“ werden.
Der historisch anmutende Anbau mit dem Transformator an das Gemeindehaus wurde 1987 realisiert. Laut Presse lagen die Aufwendungen hierfür 50 Prozent über den üblichen Kosten, jedoch betrachtet die Stadt „den Anbau der Trafostation als ein gelungenes Beispiel für die Einführung eines technischen Baukörpers in eine gewachsene denkmalpflegerisch wertvolle Baustruktur“ (Frechener Wochenende vom 28.10.1987).

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2023)

Quellen
  • Kölner Stadtanzeiger vom 26.03.1957: Staub fiel wie Schnee herab. Dicke Wolken rieseln aus einem Fabrikschornstein (Sammlung Bernd Mayerhofer, Ordner Gerhard Dorn, Stadtarchiv Frechen).
  • Kölnische Rundschau vom 31.07.1964: Alte Röhrenfabrik im Zentrum verschwindet. Die Stadt Frechen kauft Gelände in der Innenstadt auf. (Sammlung Bernd Mayerhofer, Ordner Gerhard Dorn, Stadtarchiv Frechen).
  • Kölnische Rundschau vom 06.08.1966: Steinzeugfabrik wird abgerissen (Sammlung Bernd Mayerhofer, Ordner Gerhard Dorn, Stadtarchiv Frechen).
  • Kölner Stadtanzeiger vom 17.08.1966: Frechen setzt die Stadtsanierung fort. Bessere Luft - und neue Verkehrswege (Sammlung Bernd Mayerhofer, Ordner Gerhard Dorn, Stadtarchiv Frechen).
  • Frechener Wochenende vom 28.10.1987: Trafostation Blindgasse (Sammlung Bernd Mayerhofer, Ordner Gerhard Dorn, Stadtarchiv Frechen).
  • Stadtarchiv Frechen, 189/288 und 201/122, 126, 127 (Sammlung Bernd Mayerhofer, Ordner Gerhard Dorn, Stadtarchiv Frechen).
  • LVR-ABR Ortsarchiv, Nr. 1124034.

Literatur

Plück, Christian; Mayerhofer, Bernd; Madsack, Werner; Schumacher, Reinhard / Stadtarchiv Frechen (Hrsg.) (2002)
150 Jahre Frechener Steinzeugindustrie. Frechen.

Ostwand der Steinzeugfabrik Gerhard Dorn

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Blindgasse
Ort
50226 Frechen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1886 bis 1967

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Nicole Schmitz (2023): „Ostwand der Steinzeugfabrik Gerhard Dorn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-345174 (Abgerufen: 16. März 2025)
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