Schloss Wahn und Theaterwissenschaftliche Sammlung in Wahn

vormals Wasserburg Wahn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Architekturgeschichte, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 51′ 28,18″ N: 7° 05′ 1,11″ O 50,85783°N: 7,08364°O
Koordinate UTM 32.365.124,52 m: 5.635.764,79 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.576.344,01 m: 5.636.390,48 m
  • Das Schloss Wahn in Köln-Wahn (2021)

    Das Schloss Wahn in Köln-Wahn (2021)

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  • Historische Luftaufnahme des Schloss Wahn in Köln-Wahn

    Historische Luftaufnahme des Schloss Wahn in Köln-Wahn

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  • Das Schloss Wahn in Köln-Wahn (2021)

    Das Schloss Wahn in Köln-Wahn (2021)

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  • Das Schloss Wahn in Köln-Wahn (2021); am Eingang befindet sich das Schild mit der Gebäudenummer der Universität und dem Hinweis auf die Theaterwissenschaftliche Sammlung.

    Das Schloss Wahn in Köln-Wahn (2021); am Eingang befindet sich das Schild mit der Gebäudenummer der Universität und dem Hinweis auf die Theaterwissenschaftliche Sammlung.

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  • Lithografie des Schloss Wahn aus dem 19. Jahrhundert, Sammlung Alexander Duncker.

    Lithografie des Schloss Wahn aus dem 19. Jahrhundert, Sammlung Alexander Duncker.

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  • Das Schloss Wahn in Köln-Wahn (2021)

    Das Schloss Wahn in Köln-Wahn (2021)

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  • Grafische Sammlung in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung Köln (2015).

    Grafische Sammlung in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung Köln (2015).

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  • Grafische Sammlung in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung Köln (2015).

    Grafische Sammlung in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung Köln (2015).

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  • Sammlungsraum Kritikenabteilung der Theaterwissenschaftlichen Sammlung Köln (2015).

    Sammlungsraum Kritikenabteilung der Theaterwissenschaftlichen Sammlung Köln (2015).

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  • Pompejanisches Zimmer im Schloss Wahn in Köln (2016).

    Pompejanisches Zimmer im Schloss Wahn in Köln (2016).

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  • Diaausstellung im Schloss Wahn in Köln (2014).

    Diaausstellung im Schloss Wahn in Köln (2014).

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Das Schloss Wahn im gleichnamigen Kölner Stadtteil Wahn steht in der Tradition Rheinischer Wasserschlösser des Spätbarock und frühen Klassizismus. Seit 2007 dient es als Außenstelle des Kölner Standesamtes, das dort auf Wunsch Trauungen vornimmt. Ebenfalls im Schloss untergebracht ist die Theaterwissenschaftliche Sammlung (TWS) der Universität zu Köln; angeschlossen an das Institut für Medienkultur und Theater sind hier die Bestände der ehemaligen Kölner Theatermuseen, erweitert um private Schenkungen, untergebracht. Diese können, ebenso wie die hauseigene Bibliothek, von Studierenden genutzt werden. Die TWS übernimmt als Stätte des Sammelns und Forschens somit auch museale Aufgaben.

Das Schloss Wahn
Das Schloss Wahn hat eine wechselhafte Geschichte: archäologisch gesichert vermutlich im 12. Jahrhundert zunächst als Wasserburg erbaut, wechselten „huß und hoff genannt wande“ bis in die frühe Neuzeit mehrfach die Eigentümer*innen. Als Lehen des Herzogtums Berg wird es erstmalig 1587 erwähnt, in zweiter Generation der Adelsfamilie von Zweiffel. Über diese vererbte sich Wahn an die Familie Ferdinand von Schall zu Bells weiter, welcher das Gebäude 1753 im spätbarocken Stil zum Wasserschloss umbauen ließ. „La Maison de Plaisance“, das Lustschloss, diente nicht nur zum Komfort der Bewohnenden, es erfüllte in seiner Gestaltung auch repräsentative Zwecke für Ferdinand von Schall zu Bell, der 1745 in den Grafenstand erhoben worden war.

Basierend auf den Bauplänen Johann Georg Leydels entstand ein neuer dreiflügeliger Gebäudekomplex: Durch den Torbogen am Kavalierbau gelangt man auf den kiesbedeckten Innenhof, mit Blick auf die Rentei und das Herrenhaus zur linken Seite. Die vorherige Zugbrücke wurde vermutlich im 18. Jahrhundert durch eine Bruchstein-Brücke ersetzt; der Torbogen entstammt noch der mittelalterlichen Anlage. Das Herrenhaus wurde ebenfalls im 18. Jahrhundert an die bestehende Rentei aus dem 13. Jahrhundert angefügt. Die „Beibehaltung des Wassergrabens und das hohe Sockelgeschoss des Herrenhauses … sind für eine Maison de Plaisance eher unüblich“ (Benedix u. Buck 1999, S. 6). Die Wassergräben sind heute begrünt. Obwohl wesentliche Gebäudeteile und Strukturen der Burg weiter genutzt wurden, entspricht das Schloss Wahn den zeitgenössischen Ansprüchen an Ästhetik und Repräsentationsbedürfnissen der Familie von Schall zu Bell.

Ein Markenzeichen des Schlosses sind seine dekorativen Räume. Die teilweise aus dem 18. Jahrhundert erhaltenen Tapeten, wie beispielsweise im „Chinesischen Zimmer“, oder das „Pompejanische Zimmer“ im Stil des späten 19. Jahrhunderts verweisen in ihren Ästhetiken auf die Ideale des Spätbrock beziehungsweise des Klassiszismus.
Zum Eigentum gehören weiterhin die umliegenden Flächen des Eltzhofes, dessen Räume für Veranstaltungen, Hochzeitsfeiern und Theateraufführungen gebucht werden können. Seit 1820 ist das Schloss in Besitz der Freiherren von Eltz-Rübenach und wird aktuell an die Universität zu Köln vermietet, die im zweiten Geschoss die Bibliothek und Sammlung der TWS für das Institut für Medienkultur und Theater bereitstellt.
Seit den späten 1980er-Jahren befindet sich im begrünten Rondell mittig des Hofes das Kunstwerk „Potential“ von Ansgar Nierhoff als Dauerleihgabe des Museums Ludwig.

Die Theaterwissenschaftliche Sammlung
Vor dem Zweiten Weltkrieg war zunächst die Privatsammlung Carl Niessen an das neugegründete Institut für Theaterwissenschaften der Universität Köln angebunden worden; die Gründung des Kölner Theatermuseums mit den Institutsbeständen folgte in den 1930ern. Seit 1956 befinden sich die Bestände der Privat- und Institutssammlung, die nach den Bombenangriffen auf Köln erhalten geblieben waren, in den Räumen des Schlosses. Die zunächst weiterhin bestehende Trennung von Institut und Museum wurde in den 1980ern aufgehoben und die Räume des Schlosses zur Beherbergung der Sammlung umfassend renoviert. Seitdem wird die TWS zunehmend stärker in die Forschung und Lehre des Instituts für Medienkultur und Theater eingebunden und hat sich als eigenständiges Zentrum internationaler Medienwissenschaft etabliert. Mittlerweile umfasst die Theaterwissenschaftliche Sammlung über 700.000 weitestgehend digitalisierte Objekte unter anderem Filmplakate, Masken und Modelle, einschließlich der sammlungseigenen Bibliothek.

Der Schauspieler, Regisseur und Sammler Carl Niessen begründete und lehrte ab 1924 den Studiengang der Theaterwissenschaft an der Universität zu Köln. Niessen, selbst 1919 promoviert, begann im Sinne seiner Studierenden bereits ab 1913, Theaterobjekte zu sammeln und später als Forschungsobjekt zur Verfügung zu stellen: „Für den Fall, dass die spärlichen Institutsmittel dennoch nicht reichten, erwarb Niessen das Gesuchte für seine eigene Sammlung“ (Buck 2007, S.10). Auch das Theatermuseum am Salierring, das Niessen 1931 eröffnete, diente der Sammlung und dauerhaften Ausstellung, bis es 1942 durch Bombenangriffe auf Köln zerstört wurde. Die dankbarerweise zum größten Teil erhaltenen Museumsstücke wurden nach mehreren Zwischenlagerungen schließlich 1956 im Schloss Wahn untergebracht, dessen Räumlichkeiten von der Universität zu Köln angemietet worden waren. Die Sammlung Niessen wurde 1959 an die Universität verkauft, die seitdem den vereinheitlichen Bestand verwaltet und ergänzt.

Das Schloss Wahn, ebenfalls durch den Krieg stark beschädigt, konnte zunächst lange Zeit nur als Depot genutzt werden. Nach 15 Jahren schrittweiser Renovierungsarbeiten, in Zusammenarbeit zwischen Universität Köln, dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Freiherrn von Eltz-Rübenach, ebenso wie der Sichtung von und konservatorischen Maßnahmen an Sammlungsobjekten, konnte die Theaterwissenschaftliche Sammlung unter diesem Namen ihren Fundus als Ausstellung wieder in den Mittelpunkt rücken. Auch die wissenschaftliche Erschließung der Bestände wurde so ermöglicht und schuf die Grundlagen für die heutige Bedeutung der TWS als internationaler Forschungsort zur Medien- und Theatergeschichte.

(Janina Schwiderski, LVR-Redaktion KuLaDig, 2021)

Internet
www.schloss-wahn.de: Schloss Wahn (abgerufen 21.10.2021)
tws.phil-fak.uni-koeln.de: Theaterwissenschaftliche Sammlung an der Universität zu Köln (abgerufen 21.10.2021)
eltzhof-kulturgut.de: Hochzeitsfeiern auf Schloss Wahn und dem Eltz-Hof (abgerufen 21.10.2021, Inhalt nicht mehr verfügbar 14.11.2023)
www.rdklabor.de: Reallexikon der Kunstgeschichte - Barock als Stilbezeichnung (abgerufen 21.10.2021)

Literatur

Benedix, Kristiane; Buck, Elmar (1999)
Schloß Wahn und die Theaterwissenschaftliche Sammlung in Köln-Porz-Wahn. (Rheinische Kunststätten, Heft 438.) Neuss.
Buck, Elmar; Franke, Daniela (2007)
Köln – Die Stadt und ihr Theater. Orte und Personen – Oper, Schauspiel, Tanz. Köln.
Friedrich, Reinhard; Päffgen, Bernd (2007)
Mittelalterliche Burganlagen in Kölner Bucht und Nordeifel bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IV.11.) Bonn.
Laß, Heiko (2006)
Jagd- und Lustschlösser. Kunst und Kultur zweier landesherrlicher Bauaufgaben; dargestellt an thüringischen Bauten des 17. und 18. Jahrhunderts. Petersberg.

Schloss Wahn und Theaterwissenschaftliche Sammlung in Wahn

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Burgallee 2
Ort
51147 Köln - Wahn
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Architekturgeschichte, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Bauaufnahme
Historischer Zeitraum
Beginn 1100 bis 1200

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„Schloss Wahn und Theaterwissenschaftliche Sammlung in Wahn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-343110 (Abgerufen: 29. Mai 2024)
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