Oberlandesgericht Köln in Neustadt-Nord

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 57′ 17,06″ N: 6° 57′ 44,26″ O / 50,95474°N: 6,96229°O
Koordinate UTM 32.356.882,12 m: 5.646.768,57 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.567.659,32 m: 5.647.052,51 m
  • Oberlandesgericht Köln im Agnesviertel (2021)

    Oberlandesgericht Köln im Agnesviertel (2021)

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    Sebastian Löder / CC BY 4.0
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  • Oberlandesgericht Köln im Agnesviertel (2021)

    Oberlandesgericht Köln im Agnesviertel (2021)

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  • Portal des Oberlandesgerichts Köln im Agnesviertel (2021)

    Portal des Oberlandesgerichts Köln im Agnesviertel (2021)

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Der Platz erinnert an August Reichensperger (1808-1895), den Juristen und streitbaren Politiker, der nicht nur Mitbegründer der katholischen Zentrumspartei als Vorläufer der heutigen CDU, sondern auch Ehrenbürger der Stadt Köln war.

Diesen Ort hatte Stadtbaumeister Hermann Josef Stübben (1845-1936) ursprünglich für einen Kirchenbau vorgesehen; ab 1906 wurde aber hier das Oberlandesgericht Köln geplant, dessen neo-barocke Fassade heute den Platz dominiert und von einem prominenten Nachbarn - Heinrich Böll (1917-1985) - deshalb auch „das Schloss“ genannt wurde. In den Jahren von 1907 bis 1911 nach dem Plan des Geheimen Oberbaurates Paul Thoemer errichtet, sollte der Bau imponieren und den Kölnern einen Eindruck staatlich preußischer Macht vermitteln. Die Funktion des Gebäudes ist im Dreiecksgiebel über dem Hauptportal klar definiert: Die Göttin der Gerechtigkeit thront zwischen einer Klägerin und einem Beklagten mit ihren Rechtsanwälten. Mit 34 Sitzungssälen und 400 Geschäftszimmern war es im Jahr der Fertigstellung das größte Gerichtsgebäude in ganz Preußen. Kaiser Wilhelm II. hatte sich persönlich in die Bauplanung eingemischt und einen Turmaufbau gewünscht. Auch wenn der im Krieg zerstört worden ist, macht der Bau immer noch einiges her - nicht nur von außen. Ein Blick hinein lohnt sich: Das gewaltige Treppenhaus, in dem sogar schon Opern inszeniert wurden, ist sicher eines der größten und schönsten in deutschen Regierungs- oder Verwaltungsbauten aus dieser Zeit.

Hinweis: Die herrlichen alten Platanen in der angrenzenden Weißenburgstraße verdanken ihre Existenz einer ursprünglich geplanten Gleistrasse, die von der Rheinischen Eisenbahngesellschaft in Richtung Aachen geführt werden sollte. Man entschloss sich jedoch später zu einer anderen Streckenführung. Da waren die Platanen aber schon gepflanzt, weil diese Baumsorte besonders unempfindlich gegen den Funkenflug aus den Dampflokomotiven war.
Wie viele andere Straßenbezeichnungen im Viertel (Wörthstraße, Sedanstraße, Belfortstraße - auch Blumenthalstraße) nimmt hier die Namensgebung einen deutlichen Bezug auf die preußische Militärgeschichte: Die Stadt Weißenburg an der Grenze zum Elsass war am 4. August 1870 im Deutsch-Französischen Krieg Schauplatz einer Schlacht, in der die Preußen unter der Führung von Kronprinz Friedrich Wilhelm siegreich geblieben waren.

Baudenkmal
Mit Eintragung vom 22. Dezember 1983 wurde das Oberlandesgericht unter der laufenden Nummer 1956 in die Denkmalliste der Stadt Köln aufgenommen (stadt-koeln.de).

(Broschüre „Rundgang mit Tiefgang: Agnesviertel“, Stadt Köln, 2021, PDF-Datei, 400 KB, abgerufen 29.07.2021)

Internet
www.stadt-koeln.de Denkmalliste Köln (abgerufen 21.06.2021)

Oberlandesgericht Köln in Neustadt-Nord

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Reichenspergerplatz 1
Ort
50670 Köln - Neustadt-Nord
Fachsicht(en)
Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
Keine Angabe
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1906

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Oberlandesgericht Köln in Neustadt-Nord”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-335795 (Abgerufen: 2. Dezember 2021)
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