Kölner Dom - Zweite Bauperiode (1842–1880)

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 56′ 28,79″ N: 6° 57′ 29,19″ O 50,94133°N: 6,95811°O
Koordinate UTM 32.356.546,87 m: 5.645.285,83 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.567.384,59 m: 5.645.557,08 m
  • Ölgemälde von Clarkson Frederick Stanfield: Das Kölner Rheinufer mit dem unvollendeten Dom (um 1826)

    Ölgemälde von Clarkson Frederick Stanfield: Das Kölner Rheinufer mit dem unvollendeten Dom (um 1826)

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    W. C. Stanfield
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  • Modell des Kölner Doms und seines baulichen Umfelds aus der Zeit um 1900 aus nordwestlicher Richtung (2014)

    Modell des Kölner Doms und seines baulichen Umfelds aus der Zeit um 1900 aus nordwestlicher Richtung (2014)

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  • Die Stahlkonstruktion des Kölner Domdaches (Innenansicht 2014)

    Die Stahlkonstruktion des Kölner Domdaches (Innenansicht 2014)

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  • Alter Markt mit Rathaus und Rathausturm in Köln, im Hintergrund der noch unvollendete Dom (Stahlstich von Adolphe Rouargue, um 1850).

    Alter Markt mit Rathaus und Rathausturm in Köln, im Hintergrund der noch unvollendete Dom (Stahlstich von Adolphe Rouargue, um 1850).

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    Rouargue, Adolphe / gemeinfrei
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    Adolphe Rouargue
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  • Blick vom Dach des Kölner Doms aus über die Hohenzollernbrücke in Richtung Köln-Deutz (2014).

    Blick vom Dach des Kölner Doms aus über die Hohenzollernbrücke in Richtung Köln-Deutz (2014).

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Erst im 19. Jahrhundert gelang es unter veränderten politischen, kulturellen und finanziellen Bedingungen den Dom zu vollenden. 1880, nach über 630 Jahren, waren auch die beiden Kreuzblumen auf die 157 Meter hohen Türme gesetzt, und damit war das Werk beendet.

(Barbara Schock-Werner, Dombaumeisterin zu Köln, 2010)

Der Einfluss Preußens auf den Weiterbau des Doms
Das katholische Rheinland wurde auf dem Wiener Kongress dem protestantischen Königreich Preußen zugeteilt. Hieraus ergaben sich zahlreiche Konflikte zwischen der neu geschaffenen Rheinprovinz und den neuen Herren aus Berlin. Streitpunkte ergaben sich unter anderem in der Frage der Rechtmäßigkeit gemischt konfessioneller Ehen und in der Kindeserziehung in gemeinschaftlichen Einrichtungen. Beides wurde vom preußischen König Friedrich Wilhem III. untersagt.
1816 sah der preußische Architekt und Begründer der modernen Denkmalpflege, Karl Friedrich Schinkel, den unvollendeten Dom auf einer seiner Reisen. Er war vom Dom begeistert, setzte sich künftig für den Erhalt und die Vollendung des Bauwerks ein und erstellte mehrere Gutachten zum Zustand des Domes. Unter der Schutzherrschaft von König Friedrich Wilhelm IV. wurden die Bauarbeiten 1842 wieder aufgenommen. Den Grundstein legte er am 14. August auf einer feierlichen Veranstaltung zusammen mit dem seit 1845 amtierenden Kölner Erzbischof Johannes von Geissel (1796-1864)). Friedrich Wilhelm IV. wollte hierdurch eine Aussöhnung zwischen der katholischen Kirche und dem Preußischen Staat erreichen. Außerdem diente der Dom als ein Symbol für ein einiges Deutsches Reich, welches dann einige Jahre später Wirklichkeit werden sollte. Ein solches Gott gewidmetes Bauwerk demonstrierte zudem eindrucksvoll den Machtanspruch des Herrschers von Gottes Gnaden: des preußischen Königs.
Nach 600-jähriger Bauzeit erfolgte die Fertigstellung des Domes im Jahre 1880, auch Dank der neuen Herren am Rhein.

(Christoph Boddenberg, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2014)

Die Vollendungsfeiern 1880 zu Zeiten Kulturkampfes
Die Feier zur offiziellen Vollendung des Dombaus am 15. Oktober 1880 fand schließlich während des so genannten „Kulturkampfes“ statt, in dem der Preußische Staat mit der katholischen Kirche im Rheinland offen um Einfluss rang.
Kaiser Wilhelm I. (1797-1888, seit 1861 König von Preußen und seit der Reichsgründung 1871 erster Deutscher Kaiser) und das Hohenzollernhauses nutzten die Veranstaltung für ihre repräsentativen Vorstellungen. Bereits die Grundsteinlegung für die zweite Bauphase der Kathedrale 1842 durch König Friedrich Wilhelm IV. war von dem Publizisten Joseph Görres (1776-1848) nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon zu einem „Symbol des neuen Reiches, das wir bauen wollen“ erklärt worden.
Nach der 1871 erfolgten Neugründung des Reichs sollten nun erst recht über das seinerzeit höchste Gebäude der Welt (bis 1884) die Einigkeit und Größe Deutschlands demonstriert werden. Die Festlichkeiten dienten den Hohenzollern „nicht zuletzt der Aneignung einer Tradition, in der der Rhein eine zentrale Achse des mittelalterlichen Reiches gewesen war“ (www.rheinische-geschichte.lvr.de).
„Die Vollendung des Doms wurde 1880 nicht als Triumph der Architekten, Kölns oder der katholischen Kirche zelebriert, sondern als pompöse Selbstdarstellung des protestantischen Hohenzollernhauses.“ (www.g-geschichte.de). Da auch Würdenträger der katholischen Kirche von der Eröffnungsfeier des Doms ferngehalten wurden, boykottierten viele Katholiken diese „in würdiger Zurückhaltung“ (Corsten 1990).

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2023)

Internet
www.preussenchronik.de: Chronik des Königreichs Preußen (abgerufen: 25.09.2014)
www.koeln-lotse.de: Von 4 bis 10 Milliarden – der Dom in Zahlen (Uli, der Köln-Lotse vom 14.09.2019, abgerufen 16.09.2019)
www.koeln-lotse.de: Der Vierungsturm: Die „Warze“ des Doms (Uli, der Köln-Lotse vom 13.06.2019, abgerufen 16.09.2019)
www.g-geschichte.de: Wie entstand der Kölner Dom? (Text Christoph Driessen, G/Geschichte 1/2015 „Stadtleben im Mittelalter“, abgerufen 14.07.2023)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: 1871 bis 1918 - Das Rheinland im Kaiserreich (Text Rüdiger Haude, Aachen) (abgerufen 14.07.2023)

Literatur

Corsten, Angela-Maria (1990)
Das Dombaufest von 1880. In: Das Kölner Dom Lese- und Bilderbuch, hrsg. von Toni Diederich und Arnold Wolff, S. 53-62. Köln.
Schock-Werner, Barbara (2005)
Kölner Dom. Bilder, Pictures, Images, Illustraties, Immagini (mit Bildern von Reinhard Matz und Axel Schenk). S. 3, Köln.

Kölner Dom - Zweite Bauperiode (1842–1880)

Schlagwörter
Ort
50667 Köln - Altstadt-Nord
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1842 bis 1880

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„Kölner Dom - Zweite Bauperiode (1842–1880)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-FJK-20100630-0047 (Abgerufen: 25. Februar 2024)
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