Aquinostraße in Neustadt-Nord

zeitweise Sitz der Parteileitung der Kölner KPD, dann Geschäftsstelle von NSDAP-Ortsgruppen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 57′ 5,69″ N: 6° 57′ 13,06″ O 50,95158°N: 6,95363°O
Koordinate UTM 32.356.263,68 m: 5.646.434,42 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.567.054,87 m: 5.646.693,42 m
  • Wohnhaus in der Aquinostraße im Kölner Agnesviertel (2021)

    Wohnhaus in der Aquinostraße im Kölner Agnesviertel (2021)

    Copyright-Hinweis:
    Sebastian Löder / CC-BY 4.0
    Fotograf/Urheber:
    Sebastian Löder
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  • Aquinostraße im Kölner Agnesviertel (2021)

    Aquinostraße im Kölner Agnesviertel (2021)

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Der Namensgeber Thomas von Aquin
Die Kölner Aquinostraße wurde nach dem italienischen Philosophen und Dominikanermönch Thomas von Aquin (um 1224/25-1274, italienisch Tommaso d'Aquino) benannt. Dieser hatte von 1245 bis 1248 an der Universität Paris bei dem bedeutenden Theologen und Philosophen Albertus Magnus (um 1200-1280) studiert. Aquin folgte dem späterem Namensgeber der Kölner Universität dann nach Köln, wo er von 1248 bis 1252 dessen Student und Assistent war und die wesentlichen Prägungen seines philosophisch-theologischen Denkens erhielt. In der Domstadt entstanden Thomas von Aquins erste Werke und er empfing hier die Priesterweihe.

Das Haus Nr. 11
Auf der südlichen Straßenseite steht das Haus Nr. 11, heute ein unscheinbarer Neubau. Bis zum Februar 1933 befand sich an dieser Stelle, inmitten des kommunistisch geprägten Arbeiterviertels, die Parteileitung der Kölner KPD und hier wurde das Parteiorgan „Sozialistische Republik“ gedruckt. Gegründet hatte die Zeitung 1919 der aus Saarbrücken stammende Franz Dahlem (1892-1981), der Mitglied der USPD und später der KPD war. Als Abgeordneter saß er im preußischen Landtag und bis 1933 im Reichstag.
Das Haus wurde 1933 von SA-Truppen gestürmt und verhaftete Kommunisten hier gefoltert. Anschließend brachten die Nationalsozialisten in dem Gebäude die Geschäftsstellen einiger NSDAP-Ortsgruppen unter. Der rechtzeitig nach Paris emigrierte Franz Dahlem wurde 1942 an die Gestapo ausgeliefert. Er überlebte das KZ Mauthausen nur dank der Solidarität einiger Mitgefangener. Nach dem Krieg wurde Dahlem Mitglied der Volkskammer und galt als Rivale Walter Ulbrichts.

(Broschüre „Rundgang mit Tiefgang: Agnesviertel“, Stadt Köln, 2021, PDF-Datei, 400 KB, abgerufen 29.07.2021 / Ergänzungen durch Digitales Kulturerbe LVR, 2026)

Internet
www.thomas-von-aquin.de: Auf den Spuren des Thomas von Aquin in Köln (abgerufen 30.07.2026)
www.deutsche-biographie.de: Dahlem, Franz (Text Sven Devantier, veröffentlicht 01.04.2023, abgerufen 30.07.2026)
de.wikipedia.org: Sozialistische Republik (abgerufen 30.07.2026)

Aquinostraße in Neustadt-Nord

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Aquinostraße 11
Ort
50670 Köln - Neustadt-Nord
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
Keine Angabe
Erfassungsmethode
Literaturauswertung

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„Aquinostraße in Neustadt-Nord”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-334755 (Abgerufen: 9. August 2026)
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