Landwehr im Tüschenbroicher Wald

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Erkelenz, Wegberg
Kreis(e): Heinsberg
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 06′ 57,4″ N: 6° 16′ 3,98″ O 51,11595°N: 6,26777°O
Koordinate UTM 32.308.774,11 m: 5.666.268,92 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.518.793,73 m: 5.664.579,22 m
  • Der Landwehrabschnitt im Tüschenbroicher Wald ist auf der Wallkrone mit alten Buchen bestanden (2021)

    Der Landwehrabschnitt im Tüschenbroicher Wald ist auf der Wallkrone mit alten Buchen bestanden (2021)

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  • Blick auf die Landwehr im Tüschenbroicher Wald von Süden (2021)

    Blick auf die Landwehr im Tüschenbroicher Wald von Süden (2021)

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  • Dem Landwehrabschnitt im Tüschenbroicher Wald ist südlich ein noch heute wasserführender Graben vorgelagert (2021)

    Dem Landwehrabschnitt im Tüschenbroicher Wald ist südlich ein noch heute wasserführender Graben vorgelagert (2021)

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  • Der Wanderweg führt entlang des Landwehrstücks im Tüschenbroicher Wald (2021)

    Der Wanderweg führt entlang des Landwehrstücks im Tüschenbroicher Wald (2021)

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  • Der Landwehrabschnitt mit dem vorgelagerten Graben verhinderte einen unkontrollierten Zugang zum Tüschenbroicher Wald (2021)

    Der Landwehrabschnitt mit dem vorgelagerten Graben verhinderte einen unkontrollierten Zugang zum Tüschenbroicher Wald (2021)

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  • Landwehrabschnitt mit Wassergraben (links) und Waldweg (rechts) im Tüschenbroicher Wald (2021)

    Landwehrabschnitt mit Wassergraben (links) und Waldweg (rechts) im Tüschenbroicher Wald (2021)

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  • An seinem westlichen Ende teilt sich der Landwehrabschnitt in zwei Wälle auf (2021)

    An seinem westlichen Ende teilt sich der Landwehrabschnitt in zwei Wälle auf (2021)

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  • In diesem sumpfigen Bereich teilt sich der Landwehrabschnitt in zwei Wälle auf, die etwa in Bildmitte zu erkennen sind (2021)

    In diesem sumpfigen Bereich teilt sich der Landwehrabschnitt in zwei Wälle auf, die etwa in Bildmitte zu erkennen sind (2021)

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  • Blick auf die beiden Landwehrstücke im Bruchwaldbereich (2021)

    Blick auf die beiden Landwehrstücke im Bruchwaldbereich (2021)

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Entlang der südlichen Grenze des Tüschenbroicher Waldes verläuft ein Abschnitt einer spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Landwehr. Der Erdwall ist etwa 660 Meter lang und wird südlich von einem wasserführenden Graben begleitet. Ein Durchbruch auf etwa der Hälfte ihrer Länge lässt den Weg zwischen Tüschenbroich und Geneiken passieren. Die Wallkrone ist heute bewachsen von alten Buchen. Damals war es üblich, die Landwehren durch ein Dickicht aus gelemmten Hainbuchenhecken sowie Weißdorn unpassierbar zu machen. An ihrem westlichen Ende spaltet sich die Landwehr innerhalb des Bruchgebietes in zwei kurze Schenkel auf.

Die Landwehr markiert an dieser Stelle die Grenze zwischen den beiden Herzogtümern Jülich und Geldern. Sie wurde zwischen dem Wingsgraben im Westen und dem Brühler Bach bzw. der Schwalm im Osten angelegt, die dann ab hier schwalmabwärts die Grenze darstellt. Auf diese Weise bildeten beide Bachläufe sowie der sich anschließende sumpfige Bruchbereich ein natürliches, schwer zu durchdringendes Hindernis von Süden her. Laut Schmitz (2009) befindet sich hier somit eine bewusste Verteidigungssituation um die Grenzlage in Tüschenbroich: „Nimmt man das Schloss Tüschenbroich als Mittelpunkt wird schnell klar, dass hier ringsum gezielt verschiedene Verteidigungspunkte als Verbundsystem angelegt wurden. Von drei Seiten ist das Bruchgelände von Bächen umgeben, dem Brühler Bach (Osten), dem Wingsgraben mit Tüschenbroicher Bach (Westen) und dem Brunbecker Bach (Norden). Nur im Süden war die Flanke offen und wurde durch eine Aufschüttung mit Graben gesichert“ (…) (Schmitz 2009, S. 11)
Zu diesen Verteidigungsanlagen zählen Schmitz (2009, S. 11) und Voss (1972, S. 16f) auch eine Reihe von Höfen, die neben den Motten, teilweise auf Geldrischem Gebiet liegend, zu Schloss Tüschenbroich gehören, wie z.B. den Schanzerhof und den Brühler Hof.

Kulturhistorische Bedeutung
Bis heute ist diese spätmittelalterliche Grenzsicherung im Gelände deutlich nachvollziehbar. Vegetative Elemente, wie die Buchen auf der Wallkrone, sind erhalten. Die Landwehr ist ein wesentliches und erhaltungswürdiges Zeugnis der spätmittelalterlichen-frühneuzeitlichen Geschichte der Unterherrschaft Tüschenbroich und dokumentiert - bis heute deutlich nachvollziehbar - den Grenzverlauf und die Ausbildung ihrer Sicherung.

Hinweise
Das Objekt „Landwehr im Tüschenbroicher Wald“ ist ein eingetragenes Bodendenkmal (Gemeinde Wegberg, UDB-Nr. 12,13, 54a-59a, Bodendenkmalnummern HS 036, HS 036a, HS 037) und ein Element des historischen Kulturlandschaftsbereiches Tal der Schwalm (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 018).

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2021)

nicht veröffentlichte Quellen:
Schmitz, Dietmar (2009): Ein Kranz von Teilstücken alter Landwehren umgibt Wegberg. In: Wegberger Geschichte(n) – neu erzählt. Ausgabe 18

Literatur

Voss, Gustav / Evangelische Kirchengemeinde Schwanenberg (Hrsg.) (1972)
Schwanenberg. Bild einer Gemeinde in Vergangenheit. Schwanenberg.

Landwehr im Tüschenbroicher Wald

Schlagwörter
Ort
41488 Wegberg - Tüschenbroich
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Bodendenkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1250 bis 1520

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
Nicole Schmitz (2021): „Landwehr im Tüschenbroicher Wald”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-331578 (Abgerufen: 19. April 2024)
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