Kaffeehaus Maus in Riehl

später Kaffeehaus Zilisch, Bade bzw. Borgmann und Zoogarage

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 57′ 35,74″ N: 6° 58′ 21,05″ O / 50,95993°N: 6,97251°O
Koordinate UTM 32.357.615,73 m: 5.647.325,66 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.568.369,82 m: 5.647.639,10 m
  • Historische Postkarte (um 1915): Ansicht der seit 1902 als "Café Zilisch" geführten Gastronomiebetriebs (zuvor "Café Maus") nahe des Zoologischen Gartens und des Botanischen Gartens "Flora" in Köln-Riehl.

    Historische Postkarte (um 1915): Ansicht der seit 1902 als "Café Zilisch" geführten Gastronomiebetriebs (zuvor "Café Maus") nahe des Zoologischen Gartens und des Botanischen Gartens "Flora" in Köln-Riehl.

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    Joachim Brokmeier (Sammlung Brokmeier)
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  • Historische Postkarte (um 1900, gelaufen 1901): Ansicht des 1879 eröffneten "Café-Restaurant B. Maus" in Köln-Riehl.

    Historische Postkarte (um 1900, gelaufen 1901): Ansicht des 1879 eröffneten "Café-Restaurant B. Maus" in Köln-Riehl.

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  • Historische Postkarte (um 1925): Eingangsbereich zum "Café Bade, Inh. Erich Schlieper" nahe des Zoologischen Gartens und des Botanischen Gartens "Flora" in Köln-Riehl.

    Historische Postkarte (um 1925): Eingangsbereich zum "Café Bade, Inh. Erich Schlieper" nahe des Zoologischen Gartens und des Botanischen Gartens "Flora" in Köln-Riehl.

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  • Historische Postkarte (um 1925): Innenansicht des Café Bade in Köln-Riehl, einem Vorgängerbau der Tankstelle "Zoogarage".

    Historische Postkarte (um 1925): Innenansicht des Café Bade in Köln-Riehl, einem Vorgängerbau der Tankstelle "Zoogarage".

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Vom vormaligen Standort des Kaffeehauses Maus (später Kaffeehaus Zilisch, Bade bzw. Borgmann) im Kölner Ausflugsort Riehl um 1900 ist heute nichts mehr zu erkennen. Vor Ort steht heute die noch als typische Tankstelle der Nachkriegszeit erkennbare frühere „Zoogarage“ der 1950er Jahre.

Cafés und Bürgervereine
Laut dem Riehler Heimatforscher Joachim Brokmeier befand sich an dieser Stelle zuvor das 1879 eröffnete „Café Maus“, das im Jahr 1902 von dem Gastronom Heinrich Zilisch übernommen und als „Café Zilisch“ weitergeführt wurde, das in Greven's Kölner Adressbuch 1906 als „Restaur[ant] u. Kaffeew[.]schaft“ genannt wird (vgl. ebd., 2. Teil, S. 781).
Nach erneutem Übergang an einen Gastronomiebetreiber Bade firmierte es dann ab 1925 als „Café Bade“. Greven's Adressbuch von 1931 führt Heinrich Bade als Inhaber eines „Restaur.[ants] und Biervertr.[iebs]“ in der Stammheimer Straße 9. Bades „Frau“ – ihr Vorname wird hier nicht genannt – führte offenbar zeitgleich eine „Schenkwirtsch.[aft]“ am Eigelstein 117 in der Innenstadt (vgl. ebd., 1. Teil, S. 31 und den nachfolgenden Absatz).
Ein anderer Name für die Riehler Kaffeestube war zeitweise „Café Borgmann“ und als weitere Pächter werden die Herren Schlieper und Nutt genannt (www.joachim-brokmeier.de, dort Bild 727).
Das Riehler Café diente auch als Vereinsheim eines um 1926/27 unter dem Vorsitz eines Rechtsanwalts Dr. Otto Nelte bestehenden „Vereins zur Wahrung der Belange von Köln-Riehl“, der nach dem Krieg 1952 als „Bürgervereinigung“ neu gegründet wurde. Dieser Verein gilt wiederum als Vorläufer der heutigen „Riehler Interessengemeinschaft e.V.“ (RIG, gegründet 1989).
Das ursprüngliche Café-Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach in veränderter Form als Tankstelle „Zoogarage“ neu aufgebaut.

Die Familie Bade und Maria Wilhelmine „Minna“ Bade
Recherchen von Herrn Joachim Brokmeier in Abstimmung mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln ergaben 2016 zur vorgenannten Gastronomin Frau Bade, dass diese laut einem 1938 als „Nachweis der arischen Abstammung“ erstellten Auszug aus dem Taufregister am 5. März 1883 als Maria Wilhelmine Klaber in Köln-Sülz als Jüdin geboren wurde. Ihre Eltern waren Abraham Klaber und Veronika Bloch, „Eheleute in Embken“ (heute Stadt Nideggen). Im Jahr 1904 konvertierte Minna Bade zum christlichen Glauben und wurde am 18. Dezember des Jahres in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Sülz katholisch getauft.
Ihr Gatte Heinrich Bade wurde am 27. Juni 1876 geboren und starb am 16. Februar 1952, beider Kinder waren Heinrich Josef (*7. September 1907), Margot Maria (*13. Februar 1911) und Friedrich Anton (*13. Juni 1914), die alle in Köln geboren wurden.
Nach Angaben von Nachkommen konnte sich Minna Bade, die gemäß der Nürnberger Rassengesetze von 1935 als so genannte „Rassejüdin“ galt, zunächst in Pulheim-Brauweiler und später in Willebadessen (Kreis Höxter) bei einer Familie Nutt dem Zugriff der Nationalsozialisten entziehen. Die Namensgleichheit zum vorab genannten Pächter des „Café Borgmann“ ist daher auch kein Zufall.
Maria Wilhelmine „Minna“ Bade überlebte die NS-Zeit und verstarb am 8. März 1954 in Köln. Nach dem Krieg ist die Stammheimer Straße 11 in Köln-Riehl zum 14. August 1945 als Meldeadresse der Familie belegt.

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2020/2021)

Quellen
  • Auszug aus dem Taufregister der kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Köln-Sülz (Jahrgang 1904, S. 109, Nr. 267), erstellt am 22.12.1938.
  • Informationen aus dem Bestand des NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (Auskunft von Herrn Ibrahim Basalamah an Herrn Joachim Brokmeier vom 15.12.2016).
  • Freundliche Hinweise von Herrn Joachim Brokmeier, Bergisch Gladbach, 2021.

Internet
www.joachim-brokmeier.de: Ansichtskarten von Riehl, Nrn. 372, 502 und 727 (abgerufen 29.06.2020)
www.joachim-brokmeier.de: Chronik von Riehl (abgerufen 29.06.2020)
unser-quartier.de: Bürgerverein forderte Verwaltungsstelle für Riehl (abgerufen 29.06.2020)
www.museenkoeln.de: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (abgerufen 19.01.2021)

Literatur

Greven's Kölner Adressbuch-Verlag (Hrsg.) (1931)
Adreßbuch von Köln und Umgebung, sowie Adreßbuch der Kreise Köln-Land und Mühlheim a. Rh. (erster Band). Köln. Online verfügbar: Greven's Adressbuch Köln 1931
von Greven's Kölner Adressbuch-Verlag (Hrsg.) (1906)
Adreßbuch von Köln und Umgebung 1906 insbesondere auch Mülheim am Rhein und Kalk. Köln. Online verfügbar: Greven's Adressbuch Köln 1906, abgerufen am 14.08.2019

Kaffeehaus Maus in Riehl

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Stammheimer Straße 9
Ort
50735 Köln - Riehl
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Geländebegehung/-kartierung, Übernahme aus externer Fachdatenbank
Historischer Zeitraum
Beginn 1879 bis 1945

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Kaffeehaus Maus in Riehl”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-327284 (Abgerufen: 24. Oktober 2021)
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