Radrennstrecke Nürburgring

Denkmal „Radsport am Nürburgring“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Adenau, Herresbach, Herschbroich, Meuspath, Müllenbach (Landkreis Ahrweiler), Nürburg, Quiddelbach, Wimbach
Kreis(e): Ahrweiler, Mayen-Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 20′ 40,12″ N: 6° 55′ 38,29″ O 50,34448°N: 6,9273°O
Koordinate UTM 32.352.525,90 m: 5.578.986,62 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.566.050,88 m: 5.579.136,98 m
  • Das Denkmal an der Automobilrennstrecke Nürburgring erinnert daran, dass der "Ring" auch Austragungsort zahlreicher Radsportwettbewerbe war, u.a. wurde hier 1927, 1966 und 1978 die Rad-WM ausgetragen (2020).

    Das Denkmal an der Automobilrennstrecke Nürburgring erinnert daran, dass der "Ring" auch Austragungsort zahlreicher Radsportwettbewerbe war, u.a. wurde hier 1927, 1966 und 1978 die Rad-WM ausgetragen (2020).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Fotograf/Urheber:
    Franz-Josef Knöchel
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die bronzene Skulptur am Denkmal "Radsport am Nürburgring" stellt einen Radfahrer dar, der auf einer Bahn durch die bekannte Silhouette der Rennstrecke fährt (2020).

    Die bronzene Skulptur am Denkmal "Radsport am Nürburgring" stellt einen Radfahrer dar, der auf einer Bahn durch die bekannte Silhouette der Rennstrecke fährt (2020).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Fotograf/Urheber:
    Franz-Josef Knöchel
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Das Denkmal am Nürburgring erinnert an den "Ring" als Austragungsort zahlreicher Radsportwettbewerbe, darunter in den Jahren 1927, 1966 und 1978 auch dreimal die Rad-Weltmeisterschaften (2020).

    Das Denkmal am Nürburgring erinnert an den "Ring" als Austragungsort zahlreicher Radsportwettbewerbe, darunter in den Jahren 1927, 1966 und 1978 auch dreimal die Rad-Weltmeisterschaften (2020).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Fotograf/Urheber:
    Franz-Josef Knöchel
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die Tafel am Denkmal "Radsport am Nürburgring" erinnert daran, dass der "Ring" auch Austragungsort zahlreicher Radsportwettbewerbe war, u.a. fand hier 1927, 1966 und 1978 die Rad-WM statt (2020).

    Die Tafel am Denkmal "Radsport am Nürburgring" erinnert daran, dass der "Ring" auch Austragungsort zahlreicher Radsportwettbewerbe war, u.a. fand hier 1927, 1966 und 1978 die Rad-WM statt (2020).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-NC-SA 3.0
    Fotograf/Urheber:
    Franz-Josef Knöchel
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Karte der Nürburgring-Nordschleife mit der Streckenführung seit 2002; darin eingetragen ist das Höhenprofil der einzelnen Streckenabschnitte (2015).

    Karte der Nürburgring-Nordschleife mit der Streckenführung seit 2002; darin eingetragen ist das Höhenprofil der einzelnen Streckenabschnitte (2015).

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef / CC BY-SA 4.0
    Fotograf/Urheber:
    Franz-Josef Knöchel
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Die 1927 als „Erste Deutsche Gebirgs-, Renn- und Prüfungsstraße für Kraftfahrzeuge Nürburg-Ring“ eingeweihte Rennstrecke Nürburgring – die weltbekannte „Grüne Hölle“ – ist nicht alleine eine Stätte des Motorsports, sondern auch traditionell Austragungsort zahlreicher Sportveranstaltungen.
Auf den anspruchsvollen (Teil-) Strecken des „Rings“ finden regelmäßig vor allem Lauf- und Radsportwettbewerbe als Jedermann-Rennen des Breitensports statt, darunter „Rad am Ring“ auf der Nordschleife mit ihren Höhenunterschieden von mehreren hundert Metern oder „Circuit Cycling“ auf der Grand-Prix-Strecke mit „nur“ rund 105 Höhenmetern pro Runde.

In einem kleinen Hain an der Auffahrt vom historischen alten Fahrerlager des Nürburgrings hinauf in das neue Fahrerlager der Grand-Prix-Strecke werden zahlreiche Sportler durch Tafeln oder ihnen gewidmete Bäume geehrt. Hier, neben Denkmälern für Automobilrennfahrer wie Wolfgang Graf Berghe von Trips oder Rudolf Caracciola, steht auch eine steinerne Säule mit bronzener Skulptur, mit der an bedeutende Radsport-Rennen und deren Sieger erinnert wird.
Die kunstvolle Skulptur an dem Denkmal „Radsport am Nürburgring“ stellt einen stilisierten Radfahrer dar, der auf einer kurvigen Bahn durch die bekannte Silhouette der Rennstrecke fährt.
Die Tafel am steinernen Sockel des Denkmals zählt die Sieger in den Rennen „Rudi Altig Race“ von 2016 bis 2018 auf und erinnert daran, dass der „Ring“ in den Jahren 1927, 1966 und 1978 gleich dreimal Austragungsort der Rad-Weltmeisterschaften war.

Rad-Weltmeisterschaften 1927
Nur wenige Wochen nach der feierlichen Eröffnung der Rennstrecke am 18./19. Juni 1927 fanden am 21. Juli die Straßen-Weltmeisterschaften des Welt-Radsport-Verbands Union Cycliste Internationale (UCI) auf dem Nürburgring statt. Da es bis dahin nach Ansicht der UCI zu wenige Straßenprofis gab, war dies zugleich die erste Straßen-WM mit der Beteiligung von Profi-Radrennfahrern.
Die anspruchsvolle Strecke in der bergigen Eifel erwies sich dabei als sehr selektiv: „... nur 15 der gestarteten 55 Fahrer (33 Amateure, 22 Profis) erreichten das Ziel nach 182,5 km. Da die Rennräder damals noch nicht mit einer Gangschaltung ausgestattet waren, absolvierten nur zwei Fahrer die langen, bis zu 20-prozentigen Steigungen, ohne abzusteigen“ (Förster 2011, S. 25-26). Die beiden durchweg im Sattel verbliebenen italienischen Radrennfahrer belegten schließlich auch die Ränge 1 und 2: Der neue Straßen-Weltmeister Alfredo Binda (1902-1986) benötigte mit einem Durchschnittstempo von 26,6 km/h eine Zeit von 6‘37,28 Stunden und Costante Girardengo (1893-1978) kam 7 Minuten und 15 Sekunden hinter diesem ins Ziel.
Parallel zur Straßen-WM auf dem Nürburgring fanden die Sprint-Wettbewerbe der UCI-Bahn-WM am 17. und 20. Juli auf der Radrennbahn in Köln-Müngersdorf und die Steher-Rennen am 22. und 24. Juli 1927 auf der Radrennbahn in Elberfeld statt.

Rad-Weltmeisterschaften 1966
Nach fast 40 Jahren fand die Straßen-WM 1966 vom 25. bis 28. August erneut auf dem Nürburgring statt.
Die Strecke des Mannschafts-Zeitfahrens über 100 Kilometer am 25. August 1966 führte vom Kölner Müngersdorfer Stadion aus auf einer Schleife durch den Rhein-Erft-Kreis und zum Stadion zurück.
Das Frauen–Einzelrennen über 46,5 Kilometer führte ebenso wie das Einzelrennen der Amateure über 182,5 Kilometer am 27. August über den „Ring“.
An dem Einzelrennen der Berufsfahrer am 28. August nahm vor über 100.000 Zuschauern neben klaren WM-Favoriten wie dem Briten Tom Simpson, dem Belgier Eddy Merckx und dem Franzosen Jacques Anquetil auch der deutsche Vize-Weltmeister von 1965, Rudi Altig (1937-2016) aus Remagen teil. In einem gleichermaßen harten wie dramatischen Rennen über die Distanz von 273,72 Kilometer – 12 Runden auf der seinerzeit 22,8 Kilometer langen Nordschleife – erreichten von 74 Startern gerade einmal 22 das Ziel. Das Rennen hatte einen so knappen Ausgang, dass die drei Erstplatzierten in gleicher Zeit gewertet wurden. Rudi Altig erkämpfte sich nach 7,21:10 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 36,4 km/h den WM-Titel, der ihm im gleichen Jahr auch die Auszeichnung zum „Sportler des Jahres“ einbrachte.

Rad-Weltmeisterschaften 1978
Die UCI-Straßen-Weltmeisterschaften wurden letztmals mit den Einzelrennen für Profis und für Amateure am 23., 26. und 27. August 1978 auf der Nürburgring-Nordschleife ausgetragen, welche die Amateure erneut 8 mal und die Profis 12 mal zu umrunden hatten.
Das Frauen-Rennen über 70,5 Kilometer und das Mannschaftszeitfahren wurden auf einer Rundstrecke bei Pulheim-Brauweiler ausgetragen. Bei den Damen siegte sensationell die erst 17-jährige in Brauweiler geborene Lokalmatadorin Beate Habetz (*1961, heute verheiratete Stauff) über 70,5 Kilometer nach 1,45:02 Stunden mit einem Schnitt von 40,272 km/h.

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2020/2021)

Internet
radsport-seite.de: Straßen-Weltmeisterschaften - Übersicht (abgerufen 17.11.2020)
www.nuerburgring.de: Rad am Ring (abgerufen 18.11.2020)
circuit-cycling.de: Circuit Cycling Nürburgring (abgerufen 18.11.2020)

Literatur

Förster, Wolfgang (2011)
Faszination Nürburgring – Gestern & Heute. Königswinter.
RSR Nürburgring GmbH (Hrsg.) (2019)
Nürburgring Nordschleife, Besucherinformation 2019. o. O.
Semmeling, Rob (2009)
Rennen! Races! Vitesse! Racing Circuits Netherlands, Belgium, Germany, Austria, Luxembourg, Switzerland. S. 111-112, o. O. Online verfügbar: www.wegcircuits.nl, abgerufen am 18.06.2020

Radrennstrecke Nürburgring

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Otto-Flimm-Straße
Ort
53520 Nürburg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1927

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt steht unter der freien Lizenz CC BY 4.0 (Namensnennung). Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Radrennstrecke Nürburgring”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-325159 (Abgerufen: 15. August 2022)
Seitenanfang