Bildstock Studerbild am Studerbildkopf

Das Studerbild

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Neustadt an der Weinstraße
Kreis(e): Neustadt an der Weinstraße
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 19′ 36,55″ N: 8° 02′ 9,48″ O / 49,32682°N: 8,03597°O
Koordinate UTM 32.429.951,13 m: 5.464.234,60 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.429.998,57 m: 5.465.981,27 m
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Der Bildstock Studerbild steht unweit des Studerbildkopfes mitten im Pfälzerwald. Von der Hütte des Pfälzerwald-Vereins Maikammer (Totenkopfhütte) führen zwei breite Wege nach Nordwesten. Dem oberen Weg folgend ist nach etwa einem Kilometer der Bildstock erreicht. Sein Standort liegt an einem ehemals viel begangenen und befahrenen Weg, dem „Alten Weinweg“.

Der Bildstock stammt aus dem Jahre 1769, zumindest ist das die älteste Eintragung auf dem Denkmal. Es befinden sich weitere Daten auf dem Bildstockstamm, die auf Renovierungen hinweisen.

Der Bildstock ist ein kräftiger Pfeiler (Stele) aus rotem Sandstein. Der Stamm ist in drei Abschnitte geteilt und sitzt auf einem quadratischen mächtigen Sockel auf. Oben ist eine flache Nische angebracht, in der „einst eine bemalte Bildtafel eingefügt war“ (Weinmann 1975, S. 103). Heute findet sich dort eine passgenaue Metallplatte mit einer Mariendarstellung mit Jesuskind. Der breite geöffnete Mantel verweist auf den Typus der Mantelmadonna. Am unteren Rand ist die Inschrift eingetragen: SANCTA MARIA. Die Madonna steht in einem Säulenbogen, den Blick auf den Betrachter gerichtet.

Die Eintragungen am Bildstockstamm lauten:
Vorderseite:
Oberer Teil (die Buchstaben unter der Jahreszahl dürften den Erbauer oder Stifter angeben):
1769
HSCH
XCSCH
P(?) D X
Unterer Teil (alle Angaben wohl Kenntlichmachung einer Renovierung):
V
VB 1928
E(?) 1960
? (Eintrag unleserlich)
Rückseite:
10ST
AN
IP S DF

Geschichte
Der Name des Bildstockes geht auf die folgende Legende zurück: Einst führte hier ein viel befahrener Weg (Weinspange) vorbei. Er zog sich von St. Martin über den Totenkopf bis ins Speyerbachtal, weiter bis Johanniskreuz und weiter nach Westen. „Es war ein sogenannter “Weinweg„, auf dem die Winzer der Vorderpfalz ihre Weinfrachten zu den Siedlungen, Klöstern und Burgen des Westrichs beförderten.“ (Weinmann 1975, S. 103). Es war durchaus üblich, an derartigen „viel“ begangenen Wegen, Gedenkstätten zu errichten. Das Studerbild soll mit dem Stutenhof zusammenhängen, den Fürstbischof von Speyer, Philipp (I.) von Rosenberg (etwa 1460-1513), im Jahre 1505 im Elmsteiner Tal nahe der Burg Spangenberg anlegen ließ. „Die Pferde des Gestüts trieben sich ausgelassen in den Wäldern umher...“ (Weinmann 1975, S. 103). Das Studerbild soll an diese Pferdezucht erinnern. Ausführlich erläutert ein Beitrag in der Zeitschrift Pfälzerwald die namentliche Ableitung: „Seltsam wie sein Standort, ist auch der Name, aber schließlich ist er es, der uns das Geheimnis seiner Entstehung lüften hilft. Er geht, wie auch das Bestimmungswort in den Siedlungsnamen von Studernheim (bei Frankenthal) und Staudernheim (an der Nahe) auf die althochdeutschen Wörter “stout„ = Gestüt, Pferdezucht und “arin„ (mittelhochdeutsch “eren„, “ern„) = Tenne, Erdboden, Grund zurück. Aus dem ursprünglichen “stuotarin„ wurde durch Abschwächung “stutern„, das zumeist “studern„ geschrieben wurde. Das Studerbild weist also auf die Pferdezucht hin, die die Bischöfe in diesen Wäldern vor dem Dreißigjährigen Krieg betrieben. Diese Zucht war sehr einfach. Die Pferde schweiften, wie es damals allgemein üblich war, ohne Stallung oder Stallfütterung zu kennen, halbwild in den Wäldern umher. Wurde ein Pferd gebraucht, so fing es der Stutenmeister mit seinen Knechten ein und brachte es zum Abrichten in den umfriedeten, unterhalb der Spangenburg, in einer Mulde gelegenen “Stutgarten„ (Lenhard 1978, S. 1-4).

Der Bildstock wurde allerdings erst viele Jahre nach dem Niedergang des Stutenhofes errichtet. Vermutlich bereits im Dreißigjährigen Krieg endete die Pferdezucht, der Bildstock entstand erst gut 120 Jahre später. “Das Bildmal selbst hat wohl keinen direkten Bezug zum Gestüt;„ (Schultz 2013, S. 26).

Eine zweite volkstümliche Überlieferung wird mit dem Bildstock in Verbindung gebracht:
Anlass bieten die Auseinandersetzungen am nahegelegenen Steigerkopf (Schänzel). Im Kampf mit den Franzosen flüchteten die Preußen demnach über diesen Weg und vergruben ihr Kriegskasse unter dem bereits bestehenden Bildstock. Ein preußischer Offizier soll später in Diedesfeld aufgetaucht sein und sich nach dem Schatz erkundigt haben. Er lässt sich zum Standort geleiten. Die Führer erhielten eine reichliche Belohnung und kehrten nach Hause zurück. Einige Tage später soll der Bildstock umgestürzt vorgefunden worden sein. Darunter öffnete sich eine frisch ausgehobene Grube, die wohl als Versteck der Kriegskasse diente (Weinmann 1975, S. 103).

Im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler in der kreisfreien Stadt Neustadt an der Weinstraße ist der Eintrag zu finden: “Sog. Studerbild im westlichen Abschnitt des Diedesfelder Waldes Sandsteinstele mit Nischenaufsatz, bez. 1769„ (GDKE 2017, S. 27).

Unweit des Studerbildes befindet sich der Studerbildschacht, eine Höhle. Sie wurde im Jahre 1916 entdeckt. Der Studerbildschacht besteht aus einer Nord-Süd-Richtung verlaufenden Verwerfungsspalte (Weber 1986, S. 119).

Trivia
Leider ist es bisher nicht gelungen, die Inschriften auf dem Bildstock aufzulösen. Eine Recherche im katholischen Kirchenbuch von Diedesfeld (der Bildstock steht auf der Gemarkung der ehemals selbständigen Gemeinde, heute ein Ortsteil von Neustadt an der Weinstraße) für das Jahr 1769 förderte einige Personen zutage, die mit den Initialen zusammengebracht werden könnten. Johannes Schmitt (HSCH) (1741-1816), von Beruf Winzer und seine Ehefrau Katharina geborene Hans (CSCH) (1742-1824) zählen dazu. Im Jahr 1769 verstarb ein Kind und im gleichen Jahr wurde ein Kind mit gleichem Namen, Johann Nikolaus, zur Welt gebracht (Benedom 2016 Nr. 2405). Derartige Ereignisse waren immer wieder Anlass für die Errichtung von Bildstöcken oder anderen Denkmalen.

Im Jahre 1769 zog in der Zeit zwischen dem 9. und dem 22. September ein Komet (C/1769 P1, großer Komet, benannt nach Charles Messier [1730-1817]) vorbei. Er war mit bloßem Auge zu sehen. Die Errichtung des Bildstockes könnte damit im Zusammenhang stehen.

(Matthias C.S. Dreyer, Club Sellemols 2020)

Internet
versteckteheiliguemer.files.wordpress.com: Unterm Schutz der Madonna - Das Studerbild an der “Weinspange„ (abgerufen 19.03.2020 PDF, 3,7MB )

Literatur

Benedom, Johann (2016)
Diedesfeld. Familien und Einwohner von 1530 bis 1920. (Deutsche Orstsippenbücher [Reihe A] Nr. 00.988.) S. 822. Schifferstadt.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (2017)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße. Mainz.
Lenhard, Bruno (1978)
Auf der Weinspange. Das Hohelied eines Wanderweges. In: Pfälzerwald (Mitteilungsblätter des Pfälzerwald-Vereins e.V.) (24 / 50) Heft 3, S. 1-4. 3, Lambrecht (Pfalz).
Schultz, Richard (2013)
Unter dem Schutz der Madonna. Auf der "Weinspange" vom Elmsteiner Tal zum Studerbild. In: Der Pilger, S. 26. Speyer.
Weber, Dieter; Weber, Hans (1986)
Höhlen, Felsdächer und künstliche Hohlräume im Gebiet des Kartenblattes Neustadt a. d. Weinstraße. (TK 25 Bl. 6614 Neustadt a. d. Weinstr.). In: Mitteilungen der POLLICHIA (Band 73), S. 103 ff.. S. 119, Bad Dürkheim.
Weinmann, Fred (1975)
Kultmale der Pfalz. S. 103, 104, Speyer.

Bildstock Studerbild am Studerbildkopf

Schlagwörter
Ort
67434 Neustadt an der Weinstraße - Diedesfeld
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1769

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Bildstock Studerbild am Studerbildkopf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-308570 (Abgerufen: 2. Juni 2020)
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