Glessener Höhe

Glessener Kippe

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bergheim (Nordrhein-Westfalen), Pulheim
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 57′ 13,2″ N: 6° 43′ 20,62″ O / 50,95367°N: 6,72239°O
Koordinate UTM 32.340.030,83 m: 5.647.142,44 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.550.804,17 m: 5.646.740,75 m
  • Karte des Rheinischen Braunkohlereviers (2013)

    Karte des Rheinischen Braunkohlereviers (2013)

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Die Glessener Höhe befindet sich westlich von Köln, zwischen den Bergheimer Ortsteilen Glessen, Oberaußem und Quadrath-Ichendorf sowie dem Frechener Ortsteil Königsdorf, am nordöstlichen Ende der Ville.

Geschichte
Die Glessener Höhe ist eine der beiden Außenkippen des ab 1955 aufgeschlossenen Tagebaus Fortuna-Garsdorf. Der Aufschluss dieses Tagebaus im mittleren Revierteil bedeutete eine neue Dimension in der bisher praktizierten Technik des Braunkohlenabbaus im Südrevier. Da im Mittelrevier die Kohlenflöze tiefer lagern, musste tiefer abgebaggert und entsprechend mehr Abraum weggeschafft werden.
Zwischen 1955 und 1970 wurde mit dem Abraum die 3 mal 2 km große Glessener Höhe am nordöstlichen Ende der Ville aufgeschüttet und rekultiviert. Die Ville ragte hier zuvor ca. 130 Meter über NN hervor. Nun befindet sich der höchste Punkt der Glessener Höhe, der zugleich der höchste Punkt des Rhein-Erft-Kreises ist, bei 204 Meter ü. NN. Der Transport des Abraums zwischen Tagebau und Außenkippe erfolgte durch die Nord-Süd-Bahn. Der nach 1964 anfallende Abraum konnte als Innenkippe im Tagebau verbracht werden und fand für die spätere Verfüllung und Rekultivierung des Großtagebaus Fortuna-Garsdorf Verwendung (Buschmann 2008, S. 542).

Beschreibung
Die Glessener Höhe nimmt eine Fläche von ungefähr 3,7 km2 ein. Die markante Anhöhe hat steile, durch sogenannte 'Bermen' getreppte Hänge, auf denen Wander-, Reit- und Radwege verlaufen. Um Erosion zu vermeiden und den Hängen zusätzliche Stabilität zu verleihen wurden diese forstwirtschaftlich mit einem Mischwald (Pappeln, Buchen, Birken, Eichen und Fichten) rekultiviert (Forschungsstelle Rekultivierung 2011, S. 16 und Brunotte u.a. 1994, S. 98). Das Plateau dagegen wurde durch die Aufbringung einer Lößschicht für eine landwirtschaftliche Nutzung hergerichtet.
Im Südosten der Hochfläche befindet sich seit 1987 ein Gipfelkreuz, das 1999 erneuert wurde (de.wikipedia.org, Glessener Höhe). Vom Königsdorfer Wald aus ist der „Gipfel“ über die 350 Stufen der sogenannten „Himmelsleiter“ schnell zu erreichen. Von hier aus belohnt das von Düsseldorf bis ins Siebengebirge reichende Panorama für den anstrengenden Aufstieg.

Kulturhistorische Bedeutung
Die sich über dem markanten Villerücken erhebende Glessener Höhe entfaltet nicht nur weithin eine landschaftsprägende Wirkung, sondern sie ist auch mit ihrer Eigenart, Höhe und Lage zeugnishaft für den Mitte der 1950er Jahre eingeleiteten Übergang zum Tieftagebau (Großtagebau) im Rheinischen Braunkohlenrevier. Die Ablesbarkeit der ursprünglichen Funktion ist gegeben.
Laut Brunotte u.a. (1994, S. 103) kommt mit der Glessener Höhe sowie der benachbarten Halde Fortuna-Beißelsgrube-Fischbach,
„die mit ihren steilen, getreppten, forstwirtschaftlich rekultivierten Böschungen und nahezu ebenen, landwirtschaftlich genutzten Plateaus die Rekultivierungsperiode der 1950er und 60er Jahre widerspiegeln, […] das Bestreben zum Ausdruck, möglichst viel Abraummaterial auf der kleinstmöglichen Grundfläche zu deponieren und gleichzeitig einen Ausgleich für verlorengegangene landwirtschaftliche Nutzflächen zu schaffen“.
Für die Menschen der umliegenden Ortschaften übernimmt die Glessener Höhe heute eine Naherholungsfunktion und ist auch von ideeller Bedeutung: So werden an Christi Himmelfahrt Andachten am Gipfelkreuz abgehalten und wird am Tag der Deutschen Einheit eine Wanderung mit Umtrunk organisiert (www.glessen-ortsinfo.de). Diese aktuellen Nutzungen unterstreichen die Erlebbarkeit der Halde.

Hinweis
Das Objekt „Glessener Höhe“ ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Königsdorfer Klosterwald, Glessener Höhe (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 082).

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2019)

Internet
www.glessen-ortsinfo.de: Glessen Ortsinfo, Glessener Höhe (abgerufen am 28.03.2019)
www.forschungsstellerekultivierung.de: Forschungsstelle Rekultivierung, Rekultivierung im Rheinischen Braunkohlenrevier. Exkursionsführer Teil II (Die Tagebaubereiche: Historie und Rekultivierung). Achim Schumacher, Ulf Dworschak, Jochen Weglau u.a. 2011. (abgerufen am 28.03.2019)
de.wikipedia.org: Glessener Höhe (abgerufen am 29.03.2019)

Literatur

Brunotte, Ernst; Immendorf, Ralf; Schlimm, Reinhold (1994)
Die Naturlandschaft und ihre Umgestaltung durch den Menschen. Erläuterungen zur Hochschulexkursionskarte Köln und Umgebung. (Kölner Geographische Arbeiten 63.) Köln.

Glessener Höhe

Schlagwörter
Ort
50129 Bergheim - Glessen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1955 bis 1970

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Glessener Höhe”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290438 (Abgerufen: 21. Oktober 2019)
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