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Hamhus bei Heide in einer Karte von 1652
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Hamhus bei Heide - Bastion und Übergang zur Wallanlage (2018)
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Hamhus bei Heide - Bastion (2018)
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Hamhus bei Heide - Bastion und Übergang zur Wallanlage 2 (2018)
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Hamhus bei Heide - Wallreste zum Torhaus (2018)
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Hamhus bei Heide - Reste des südlichen Walls 1 (2018)
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Hamhus bei Heide - Reste des südlichen Walls 2 (2018)
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Hamhus bei Heide - Reste des südlichen Walls 3 (2018)
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Hamhus bei Heide - Reste des nördlichen Walls (2018)
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Die Abbildung zeigt einen Laserscan (LIDAR) des Hamhus bei Heide in seiner heutigen Erscheinung. Deutlich zu sehen ist im Mittelpunkt der Anlage die keilförmige Bastion, von der nördwestlich und südöstlich die Reste des ehemaligen Walls zu erkennen sind. Nördlich der Bastion, wo heute die B 203 verläuft, lag das eigentliche Hamhus, also das Torhaus, welches die Bastion beschirmte. Die Gesamtlänge der Wallanlage beträgt ca. 1,1 km.
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Die "Landtcarte von dem Nordertheill Dithmarßchen" aus der "Newe Landesbeschreibung der zwey Hertzogthümer Schleswich Vnd Holstein" von Caspar Danckwerth und Johannes Mejer aus dem Jahr 1652 zeigt das Hamhus östlich von Heide. Deutlich zu erkennen ist das Torhaus, welches von Süden durch die angeschlossene Bastion beschirmt wird. Ebenso sind nördlich und südlich davon Wallanlagen abgebildet. Die Skizze auf der Karte entspricht weitgehend dem heutigen Erscheinungsbild der Anlage.
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Das Photo zeigt den heutigen Zustand der Geländeverstärkung Hamhus bei Heide (2018) von der Straße (B 203) mit Blickrichtung nach Süden. Zu sehen sind links die keilförmige, heute baumbestandene Bastion, mittig der Übergang zur Wallanlage und rechts der Verbindungswall (auf die Fotografin zulaufend) von der Bastion zum heute nicht mehr stehenden Torhaus.
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Das Photo zeigt den heutigen Zustand der Geländeverstärkung Hamhus bei Heide (2018). Zu sehen ist die keilförmige, heute baumbestandene Bastion.
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Das Photo zeigt den heutigen Zustand der Geländeverstärkung Hamhus bei Heide (2018) mit Blickrichtung nach Nordwesten auf der Bastion stehend. Zu sehen ist links der Übergang zur Wallanlage und mittig der Verbindungswall von der Bastion zum heute nicht mehr stehenden Torhaus.
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Das Photo zeigt den heutigen Zustand der Geländeverstärkung Hamhus bei Heide (2018) mit Blickrichtung nach Süden von der Straße (B 203) bzw. dem ehemaligen Standort des Torhauses aus. Zu sehen ist im Vordergrund ein mutmaßlich historischer Mauerrest des Verbindungswalls zwischen Bastion und Torhaus. Im Hintergrund links ist die Bastion zu sehen.
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Das Photo zeigt den heutigen Zustand der Geländeverstärkung Hamhus bei Heide (2018) mit Blickrichtung nach Süden von der Bastion aus. Zu sehen ist mittig der Rest der früheren Walls, der sich südlich der Bastion und des Torhauses anschließt. Heute muten die Überreste wie ein Knick (Wallhecke) an, jedoch wird bei genauerer Betrachtung deutlich, dass die Ostseite zu hoch und steil ist, um eine gewöhnliche Einfriedung zu sein. Zudem findet sich eine vorgelagerte, grabenartige Vertiefung entlang der Wallreste. Auf der Westseite ist das nachgelagerte Gelände wesentlich höher als auf der Ostseite und fällt wesentlich flacher ab.
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Das Photo zeigt den heutigen Zustand der Geländeverstärkung Hamhus bei Heide (2018) mit Blickrichtung nach Südenwesten vom Feld südlich der Bastion aus. Zu sehen ist der Rest der früheren Walls, der sich südlich der Bastion und des Torhauses anschließt. Heute muten die Überreste wie ein Knick (Wallhecke) an, jedoch wird bei genauerer Betrachtung deutlich, dass die Ostseite zu hoch und steil ist, um eine gewöhnliche Einfriedung zu sein. Zudem findet sich eine vorgelagerte, grabenartige Vertiefung entlang der Wallreste. Auf der Westseite ist das nachgelagerte Gelände wesentlich höher als auf der Ostseite und fällt wesentlich flacher ab.
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Das Photo zeigt den heutigen Zustand der Geländeverstärkung Hamhus bei heide 82018) mit Blickrichtung nach Norden parallel zum südlichen Wall. Zu sehen ist links der Rest der früheren Walls, der sich südlich der Bastion und des Torhauses anschließt. Heute muten die Überreste wie ein Knick (Wallhecke) an, jedoch wird bei genauerer Betrachtung deutlich, dass die Ostseite zu hoch und steil ist, um eine gewöhnliche Einfriedung zu sein. Zudem findet sich eine vorgelagerte, grabenartige Vertiefung entlang der Wallreste. Auf der Westseite ist das nachgelagerte Gelände wesentlich höher als auf der Ostseite und fällt wesentlich flacher ab.
In der Bildmitte sind die Südseite der Bastion und die heutige Lücke zwischen ihr und dem südlichen Wallrest zu erkennen.
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Das Photo zeigt den heutigen Zustand der Geländeverstärkung Hamhus bei heide (2018) mit Blickrichtung nach Nordwesten von der Straße (A203) aus. Zu sehen ist mittig der Rest der früheren Walls, der sich nördlich der Bastion und des Torhauses anschließt. Heute mutet er wie ein baumbestandener Knick parallel zu einem Wirtschaftsweg an. Doch ähnlich den südlichen Wallresten sind auch diese auf der Ostseite zu hoch und steil, um als gewöhnliche Einfriedung verstanden zu werden.
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Objektbeschreibung Die Süderhamme sowie das „Hamhus“ waren spätmittelalterliche Befestigungen der Dithmarscher Bauern zwischen dem frühen 15. und der Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Reste der Hauptanlage liegen östlich von Heide, zwischen Heide und Süderholm, westlich der Kreuzung Rendsburger Straße/Hamburger Straße. Die „Schanzenstraße“ erinnert an ihren Standort. Im heutigen Landschaftsbild sind deutliche Überbleibsel der Befestigung zu erkennen und begehbar. Die angeschlossenen, heute noch erkennbaren Wallanlagen ziehen sich in gerader Nordwest-Südost-Richtung auf etwas mehr als einem Kilometer über den Geestrücken.
Die Süderhamme begegnet in den Schriftquellen zu Beginn des 15. Jahrhunderts als Geländeverstärkung in Form einer Art befestigten Waldstücks. Die Anlage wird als angustiarum (Wegenge), fauces (Hohlweg) oder Landwehr bezeichnet. Die erste genauere Beschreibung der Anlage liefert der Presbyter Bremensis, ein anonymer Priester aus Bremen, in seiner Holsteinischen Chronik (Chronicon Holtzatiae) aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Hier heißt es, die Suderhamme sei eine Befestigung gewesen, mit zwei oder drei Gräben versehen, im Sumpf und dem Dickicht eines Waldes gelegen und mit einem steinernen Weg ausgestattet, der auf der Länge eines Armbrustschusses durch Wald angelegt gewesen sei. Der umgebene Wald sei weiterhin geeignet gewesen, sich dort zu sammeln ohne den Hauptweg nutzen zu müssen. Die Gräben hatten offenbar die Funktion, auf dem Weg entlangziehende Feinde aus ihnen oder über sie hinweg mit langen Speeren angreifen zu können. Diese Beschreibung wurde von verschiedenen Schreibern aufgegriffen, aber im Wesentlichen nicht verändert.
Beim Hamhus handelt es sich um die gleiche Anlage, die auch in späteren Zeiten noch als Süderhamme bezeichnet wurde und vermutlich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stark aus- und umgebaut wurde. Von ihr liegen Abbildungen in Form der Karte von Peter van Boekel von 1559, einem Kupferstich von Hogenberg und Novellanus von 1589 sowie auf verschiedenen Karten von Danckwerth/Mejer von 1652 vor. Die Anlage wird durchweg als ein Wall mit Nord-Süd-Verlauf, versehen mit einem Tor und einer zu dessen Deckung nahbei positionierten Bastion, auf einem Geestrücken zwischen Sümpfen im Norden und Süden dargestellt. Auf der Karte von van Boekel und dem Stich von Hogenberg und Novellanus fehlt die Darstellung der Bastion, da im ersten Fall Kanten der einzelnen Kartenteile durch sie hindurchverläuft und im zweiten Fall die Anlage am Bildrand erscheint, sodass lediglich der nördliche Teil bis zum Tor zu sehen ist.
In historischen Beschreibungen von dem genannten anonymen Augenzeugen, von Heinrich Ratzau, Neocorus und Danckwerth/Mejer wird die Anlage entgegen der Bezeichnung Hamhus der bildlichen und kartographischen Darstellungen als Hamme oder Hammam bezeichnet. Die Schilderung der Anlage steht bei den Autoren immer im Kontext der „Letzten Fehde“, dem Krieg zwischen Dithmarschern und Holsteinern im Jahr 1559. Im Vergleich mit der Tielenbrücke und der Stadtbefestigung Meldorfs bei Rantzau heißt es, dass die Hammam eines von drei besonders starken, dabei jedoch das am stärksten befestigte Bollwerk des Landes gewesen sei. Die Anlage selbst sei von den Bauern mit einem Gürtel von Erdaufwürfen und Gräben umgeben und ein kleiner Turm errichtet worden. Außerdem soll sie mit einer Vielzahl von Geschützen bestückt worden sein. Der anonyme Augenzeuge spricht noch von eine[r] vierkante Schantze vor der Heida (gemeint ist der Ort Heide). Darüber hinaus fehlt es an konkreten Beschreibungen der Anlage, die über ihre namentliche Nennung hinausgehen.
Geschichtliche Daten In den Jahren 1403 und 1404 führten die Brüder Herzog Gerhard II. von Schleswig (als Graf von Holstein: Gerhard VI.) und Graf Albrecht II. von Holsteiner einen Fehdezug gegen die Dithmarscher, der aber in der Literatur und manchen Quellen zumeist als Kriegs- oder Eroberungszeug bezeichnet wird. Nachdem Albrecht II. nach einem Sturz vom Pferd beim Rückzug vor Dithmarscher Kämpfern verstorben war, führte Gerhard II. die Kampagne alleine fort. Am 5. August 1404 befand sich der Herzog mit seinem Heereszug auf dem Rückweg von Lunden nach Albersdorf. Der Rückweg führte sie über den engen Geestrücken östlich von Heide. Dort lag zwischen zwei Sümpfen das Waldstück Süderhamme. Dort wurde der Zug in einen Hinterhalt gelockt. Über die folgende Schlacht in der Hamme berichten verschiedene Quellen, die im wesentlich von einem Einschluss der Holsteiner durch die Dithmarscher und einem darauffolgenden Gemetzel sprechen, dem auch der Herzog zum Opfer fiel und bei dem die dithmarsischen Kämpfer niemanden am Leben lassen wollten. Später fand man dann doch noch zwei Adelige unter den Überlebenden, die man nutzte, um durch einen Geiselhandel in den Besitz der vergeblich belagerten Marienburg zu kommen. Zum Schicksal der Süderhamme schweigen die Quellen in der Folgezeit.
Der Chronist Johann Adolfi Köster, genannt Neocorus, (Chronik des Landes Dithmarschen) berichtet, dass das Hammehueß vor der Hamme im Jahr 1539 mit Baumaterialien des abgebrochenen Klosters Lunden ausgebessert und geradezu von Grund auf neu erbaut wurde, da es an etlichen Stellen für baufällig befunden wurde. Aus dieser Nachricht geht hervor, dass bereits zwischen 1404 und 1539 eine neue Bauphase der Befestigung eingeleitet worden war. Wann genau jedoch das Hamhuß erbaut wurde, ist in den Quellen nicht überliefert. In der Literatur wird mancherorts irrtümlich der Bericht des Neocorus als Erbauungsdatum angegeben.
Die nächsten schriftlichen Erwähnungen der Hamme bzw. des Hamhuß finden sich dann während der „Letzten Fehde“ im Jahr 1559. Die Berichte sind sich einig darin, dass es sich um die stärkste der Dithmarscher Bollwerke handelte, was auch an ihrer Lage zwischen zwei Sumpfgebieten gelegen habe. Bei Rantzau heißt es, dass die Invasoren erstmals im Rahmen einer Spähexpidition auf die Befestigung stießen und die Dithmarscher bei der feindlichen Annäherung einen „ungeheuren Kugelhagel niederprasseln“ ließen. Es scheint demnach eine Vielzahl von Geschützen dort stationiert gewesen zu sein. Später fand, laut Rantzau, eine Besprechung der Heerführer statt, die sich gegen einen Angriff auf die Hamme entschieden, da sie „zu stark befestigt [sei], als dass man sie leicht erstürmen könnte.“ Zuletzt erwähnt er sie im Kontext des Angriffs auf Meldorf, zu dessen Vorbereitung Scheinangriffe auf die Hamme und die Tielenbrücke am 2. Juni 1559 geführt worden sein sollen, um die Dithmarscher dazu zu bringen, Truppen aus Meldorf abzuziehen und die Besatzungen der beiden Anlagen zu verstärken. Der anonyme Augenzeuge weiß darüber hinaus zu berichten, dass die Anlage schließlich im Kontext der Eroberung Heides auch eingenommen wurde, nachdem die Bauern sich in der Hamme lange verschanzten und hefftig herauß geschossen wurde. Schließlich habe man die Schanze von vier Seiten aus angreifen und einnehmen können. Dabei seien etwa 400 Bauern in ihr erschlagen worden.
Am 15. Juni 1559 begannen die Friedensverhandlungen zwischen den Landesherren und den Dithmarschern. Hierbei forderten die erfolgreichen Eroberer, dass alle „Schanzen und Bollwerke“ zu schleifen seien. Dem stimmten die Dithmarscher am 19. und 20. Juni 1550 zu. Laut dem anonymen Augenzeugen seien jedoch schon am 15. Juni das Hamme Hauß und die Schantze darselbst zerstört worden - also bereits vor Abschluss der Friedensverhandlungen.
(Jens Boye Volquartz, Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt zur Geschichte Schleswig-Holsteins in Mittelalter und Früher Neuzeit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 2018)
Literatur
Adolfi, Johann (Neocorus) / Dahlmann, Friedrich Christoph (Hrsg.) (1978)
Chronik des Landes Dithmarschen. Kiel.
Danckwerth, Caspar; Mejer, Johannes (1652)
Newe Landesbeschreibung der zwey Herzogthümer Schleswich und Holstein. Husum.
Mißfeldt, Jörg / Verein für Dithmarscher Landeskunde e. V. (Hrsg.) (2015)
Die Republik Dithmarschen. In: Geschichte Dithmarschens. Von den Anfängen bis zum Ende der Bauernrepublik, S. 131-176. Heide.
Presbyter Bremensis / Weiland, Ludwig (Hrsg.) (1869)
Chronicon Holtzatiae. In: Pertz, Georg Heinrich: Historici Germaniae saec. XII. 1 (MGH SS 21), S. 251–306. Hannover.
Rantzau, Heinrich (2009)
Belli Dithmarsici vera descriptio. Wahre Beschreibung des Dithmarscher Krieges, übersetzt, ediert und eingeleitet von Fritz Felgentreu. (Veröffentlichungen des Landesarchivs Schleswig-Holstein 86.) Schleswig.
Volquartz, Jens Boye (o.J.)
Im Spannungsfeld zwischen herrschaftlichem Zugriff und bäuerlicher Selbstbestimmung? Spätmittelalterliche Burgen in Nordfriesland und Dithmarschen. [Dissertation Uni Kiel; in Bearbeitung].
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