Zivilschutzbunker in Sülz

Ausweichsitz für den Kölner Oberbürgermeister und Teile der Stadtverwaltung

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 54′ 27,63″ N: 6° 54′ 46,22″ O / 50,90768°N: 6,91284°O
Koordinate UTM 32.353.260,90 m: 5.641.632,97 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.564.249,22 m: 5.641.772,94 m
  • Karte zu den militärischen Bündnissen in Europa während des Kalten Krieges: In Blau die NATO-Staaten, in Rot die Länder des Warschauer Paktes.

    Karte zu den militärischen Bündnissen in Europa während des Kalten Krieges: In Blau die NATO-Staaten, in Rot die Länder des Warschauer Paktes.

    Copyright-Hinweis:
    San Jose / CC BY-SA 3.0
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Im Keller der Elsa-Brändström-Realschule, unweit des Geißbockheims des 1. FC Köln in der Berrenrather Straße in Sülz, befindet sich ein unterirdisch angelegter Zivilschutzbunker. Dieser war für einen möglichen Krisenfall während des Kalten Krieges als Atom-, Bio- und Chemiewaffen-Schutzbunker ausgebaut und als Ausweichsitz des Oberbürgermeisters und für Teile der Kölner Stadtverwaltung vorgesehen. Nach dem Ende des Kalten Krieges geriet der Bau für rund 15 Jahre in Vergessenheit.

Der rund 20 Räume mit insgesamt etwa 700 Quadratmetern Fläche umfassende Tiefbunker wurde vermutlich um 1965 erbaut. Im Kriegsfall hätten hier der Oberbürgermeister und zahlreiche städtische Mitarbeiter als Führungsbunker eingerichtete Schutzräume bezogen, von wo aus man – so zumindest die Planungen – die Verwaltung der Stadt weitergeführt hätte.
Neben Unterkünften, Schlafräumen, einer Küche und einer Krankenstation waren auch Funktionsbereiche für die Krisenverwaltung eingerichtet, darunter ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem samt Fernmeldestation sowie Arbeits- und Besprechungsräume für den Krisenstab usw.:
„Das hätte einen reibungslosen Arbeitsablauf zwischen den einzelnen untergebrachten Behörden garantiert.“ (www.topkoeln.de, vgl. dazu auch die Bildergalerie unter www.express.de 2015)

Erst um 2010 wurde der Bunker im Zuge von Planungen für eine bauliche Erweiterung der Schule wiederentdeckt, nachdem er zum Ende des Kalten Krieges offenbar in Vergessenheit geraten war. Der jüngste Fund im Inneren der Räume war eine Zeitungsseite von 1987. Der damalige Leiter des Kölner Amts für Gebäudewirtschaft gab unumwunden zu „Der Bunker tauchte in unseren Unterlagen nirgends auf.“ (www.express.de 2010), was mit Blick auf die – häufig allerdings nur vermeintliche – Geheimhaltung solcher Anlagen nicht weiter verwundert.

Obwohl bis um 2015 Teile des Bunkers ausgeräumt wurden, sind verschiedene Relikte bis heute noch gut erhalten, darunter die Beleuchtung, Schlafpritschen, Telefon und Fernschreiber, Karten und Lagepläne sowie zahlreiche Akten und Protokolle. Seitens der Schulleitung wurde überlegt, die verbliebenen Gegenstände und Räume museal für innerschulische Bildungszwecke zu bewahren.

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2019)

Internet
ebs-realschule.de: Elsa-Brändström-Realschule (abgerufen 20.05.2019)
topkoeln.de: Verborgene Orte, Zeitreise in den „Kalten Krieg“ (März 2014, abgerufen 22.05.2019) www.express.de: Zufälliger Fund. Vergessener Bunker unter Schule entdeckt (Kölner Express vom 19.08.2010, abgerufen 20.05.2019)
www.express.de: Hier ist die Zeit stehen geblieben. Atombunker soll Schul-Museum werden (Kölner Express vom 11.06.2015, abgerufen am 20.05.2019)

Literatur

Pötzl, Norbert F.; Traub, Rainer (2010)
Der Kalte Krieg. Wie die Welt den Wahnsinn des Wettrüstens überlebte. München.
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 81-82, Köln.

Zivilschutzbunker in Sülz

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Berrenrather Straße 488
Ort
50937 Köln - Sülz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1963 bis 1967, Ende nach 1987

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Zivilschutzbunker in Sülz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-276737 (Abgerufen: 18. Juli 2019)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang