Rathaus der Verbandsgemeinde Sankt Goar-Oberwesel

Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung Sankt Goar-Oberwesel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Oberwesel
Kreis(e): Rhein-Hunsrück-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 06′ 29,11″ N: 7° 43′ 34,65″ O 50,10808°N: 7,72629°O
Koordinate UTM 32.408.923,23 m: 5.551.424,96 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.408.961,91 m: 5.553.206,02 m
  • Rathaus in Oberwesel (2016): Das Rathaus am heutigen Standort wurde 1847-1850 im Stil einer Wehrburg gebaut.

    Rathaus in Oberwesel (2016): Das Rathaus am heutigen Standort wurde 1847-1850 im Stil einer Wehrburg gebaut.

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  • Rathaus in Oberwesel (2016): Die Ecktürmchen und der Zinnenkranz finden Anlehnung an die Burgenromantik des Rheins mit dem Ziel einer landschaftstypischen Architektur.

    Rathaus in Oberwesel (2016): Die Ecktürmchen und der Zinnenkranz finden Anlehnung an die Burgenromantik des Rheins mit dem Ziel einer landschaftstypischen Architektur.

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  • Rathaus in Oberwesel (2016): Die Verlängerung der Mittelachse um ein Geschoss bildet ein Uhrenturm mit darunter prangendem Stadtwappen.

    Rathaus in Oberwesel (2016): Die Verlängerung der Mittelachse um ein Geschoss bildet ein Uhrenturm mit darunter prangendem Stadtwappen.

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  • Rathaus in Oberwesel (2016): Die Eingangstür des Rathauses.

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  • Rathaus in Oberwesel (2016): Nahaufnahme des Uhrenturms.

    Rathaus in Oberwesel (2016): Nahaufnahme des Uhrenturms.

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  • Rathaus in Oberwesel (2016): Die Rückseite des Rathauses.

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  • Rathaus in Oberwesel (2016): Der Weinkelch vor dem Rathaus.

    Rathaus in Oberwesel (2016): Der Weinkelch vor dem Rathaus.

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Das Rathaus liegt im Zentrum der Stadt am mittleren Teil der ehemaligen Provinzialstraße, die von 1828 bis 1830 angelegt wurde. Noch heute stellt die Straße die Verbindung der Nord- und Südstadt als durchgehende Achse dar. Der Verwaltungssitz gehört zur Schaarernachbarschaft, in der viele administrative Einrichtungen liegen.

Für Oberwesel gibt es seit 1478 eine erstmalige Erwähnung eines Rathauses. Das Rathaus am heutigen Standort wurde 1847-1850 im Stil einer Wehrburg gebaut. Dabei waren dieselben Baumeister beteiligt, die schon 1834-1840 das Schulhaus in der Liebfrauenstraße errichteten. Der Vorgängerbau, welcher auf der Stadtmauer stand, brannte 1850 ab. 1926-1927 erfolgten die Umbaumaßnahmen zur heutigen Ansicht im Heimatstil und die Aufstockung eines Geschosses. 1979 wurde ein Erweiterungsbau an der Rückseite angefügt.

Anhand der Verwendung unterschiedlicher Baumaterialien kann ein älterer und jüngerer Teil unterschieden werden. Der alte Teil weist in den unteren zwei Geschossen Bruchsteinmauern aus Schiefer auf. Die Gewände (Ausschrägung ins Mauerwerk) und Gesimse sind aus Sandstein. Neuer sind die verschieferten Fronten im Obergeschoss und das Dach. Aufgrund der Forderung nach Materialsichtigkeit im 19. Jahrhundert ist das Gebäude unverputzt.
Die Ecktürmchen und der Zinnenkranz finden Anlehnung an die Burgenromantik mit dem Ziel einer landschaftstypischen Architektur, wie auch bei der ehemaligen Synagoge am Schaarplatz.

Das ursprüngliche, zweigeschossige Gebäude wurde im romantischen klassizistischen Stil errichtet. Mit den Zwerchhäuschen, dem Mezzaningeschoss (Halb- oder Zwischengeschoss) mit abschließendem Zinnenkranz und den Ecktürmchen, waren neugotische Züge vertreten. Der Vorgängerbau wies auch schon den heute noch existierenden niedrigen Sockel auf.

Die Hauptfassade gliedert sich in fünf Achsen, die Nord- und Südseite in jeweils drei Achsen. In der Mitte der Hauptfassade ist ein spitzbogiges Sandsteinportal mit rechteckiger Umrahmung eingefügt. In dieser Flucht befindet sich im zweiten Geschoss ein gekuppeltes Fenster. Die Verlängerung der Mittelachse um ein Geschoss bildete ein Uhrenturm mit darunter prangendem Stadtwappen. Auf den Kanten des Turms sind Achtecktürmchen aufgesetzt. Die Fenster sind in rote Sandsteingewände eingefasst, die darüber hinaus im ersten Geschoss Mittelpfosten aus Sandstein aufweisen. Die Fenster sind typisch für Gebäude, die vor dem 20. Jahrhundert erbaut wurden. Sie wurden durch Sprossen unterteilt, da die großflächige Glasherstellung noch nicht möglich war. Außerdem verankern sich die Fenster so optisch in der Wand und erzeugen ein stimmiges Gesamtobjekt. Im oberen Geschoss besitzen die höheren Fenster eine Horizontalverdachung, entsprechend der Bedeutung der dahinterliegenden Räume. Ein breites Treppenhaus führt in diese Etage, die vornehmlich der Repräsentation, durch beispielsweise den Sitzungssaal, diente. Konträr dazu waren im Erdgeschoss Verwaltungs- und Behördenräume angesiedelt. Auf dieser Etage waren zudem im Nordwesten Räumlichkeiten für einen Kindergarten und im Nordosten zwei Gefängniszellen mit massiven Mauern.

1926 / 1927 wurde das Mezzaningeschoss mit Zinnenkranz zu einem zusätzlichen Vollgeschoss mit verschieferten Fachwerkwänden ausgebaut. Entsprechend des Maßstabes wurde der Mittelturm um etwa einen Meter verlängert. In der verschieferte Turmstube mit spitzem Walmdach sitzt die Uhr. Sowohl die Uhr als auch das Wappen hängen jetzt über dem dreifach gekuppelten Turmstubenfenster. Die Substanz der Ecktürmchen am Turm wurde grundsätzlich beibehalten. Grundsätzlich wurden sie nur verlängert und es wurde eine geschweifte Haube aufgesetzt. Die Erker an den Außenkanten basieren verkürzt auf den originalen. Unter ihnen sind Konsolen aus rotem Sandstein angebracht. Heute weisen die Fenster immer noch die typischen Sprossen, aber im ersten Geschoss keine Mittelpfosten mehr auf.

Die Walmdachgauben sind auf zwei Ebenen rechts und links des Turmes gesetzt. Die rheinseitige, mittlere Gaube ist größer und mit einer Uhr präpariert.

Die symmetrische Anordnung stammt aus der Zeit im 19. Jahrhundert als das Rathaus ein Ort der städtischen Selbstdarstellung war. Als Orientierung wurden andere spätgotische Rathäuser mit Mittelturm herangezogen. Ziel dieser Gebäudeanlegung und -struktur war die Vereinigung von verschiedenen Funktionen. Aufgrund der Anlage der zentralen Treppe mit den seitlichen Räumen ist davon auszugehen, dass in erster Linie aber die Funktionen Verwaltung und Repräsentation für die Gestaltung maßgeblich waren. Diese Aufteilung ist auch heute noch zu sehen.

Heute ist im Rathaus der Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung St. Goar-Oberwesel untergebracht.

(Kira Bublies, Universität Koblenz-Landau, 2016)

Literatur

Fischer, Ludger / Arbeitsgemeinschaft für Landschafts- und Umweltschutz und für Denkmalpflege e.V. in der Stadt Oberwesel (Hrsg.) (1992)
Heimat Oberwesel. Zwischen Liebfrauen und St. Martin. Ein Stadtführer. S. 44, Oberwesel.
Hausknecht, Josef (1986)
Oberwesel in alten Ansichten. Zaltbommel (2. Auflage).
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (1997)
Die Kunstdenkmäler des Rhein-Hunsrück-Kreises. Teil 2.2: Ehemaliger Kreis St. Goar. Stadt Oberwesel. S. 896-903, München u. Berlin.

Rathaus der Verbandsgemeinde Sankt Goar-Oberwesel

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Rathausstraße 6
Ort
55430 Oberwesel
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1847

Empfohlene Zitierweise

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Kira Bublies: „Rathaus der Verbandsgemeinde Sankt Goar-Oberwesel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-254960 (Abgerufen: 23. Juni 2024)
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