Jüdischer Friedhof „Am Eichenhang“ in Seibersbach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Seibersbach
Kreis(e): Bad Kreuznach
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Einzelgräber des jüdischen Friedhofs „Am Eichenhang“ in Seibersbach (2017)

    Einzelgräber des jüdischen Friedhofs „Am Eichenhang“ in Seibersbach (2017)

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  • Jüdischer Friedhof „Am Eichenhang“ in Seibersbach (2016)

    Jüdischer Friedhof „Am Eichenhang“ in Seibersbach (2016)

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  • Jüdischer Friedhof „Am Eichenhang“ in Seibersbach (2017)

    Jüdischer Friedhof „Am Eichenhang“ in Seibersbach (2017)

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  • Einzelgräber des jüdischen Friedhofs „Am Eichenhang“ in Seibersbach (2017)

    Einzelgräber des jüdischen Friedhofs „Am Eichenhang“ in Seibersbach (2017)

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Die jüdische Gemeinde Seibersbach seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Seit Ende des 18. Jahrhunderts sind jüdische Einwohner belegt; 1895 war der Höchststand mit 69 Personen (8,25 % der Dorfbevölkerung) erreicht. Nach 1918 gehörten auch die Juden im benachbarten Dörrebach zur Synagogengemeinde Seibersbach.
Gemeindegröße um 1815: 27 (1808), um 1880: 91 (1885), 1932: 17 / 35 (1925) / 7 (1939), 2006: –.
Bethaus / Synagoge: Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde eine Synagoge errichtet. 1913 abgebrannt, wurde die Synagoge wiederaufgebaut, 1938 verwüstet und in den 1950er Jahren völlig umgebaut (Angaben vorab nach Reuter 2007).

Friedhof: Der 1.005 Quadratmeter große Friedhof wurde im 18. Jahrhundert nördlich des Ortes eingerichtet. Er liegt an der Straßenecke Bergstraße / Am Eichenhang. Heute sind 47 Einzel- und Doppelgräber erhalten die eine Datierung vom Jahr 1870 bis 1941 aufweisen. Die auf dem Seibersbacher Judenfriedhof beigesetzten Toten trugen vor allem die Familiennamen, Strauss, Seligmann, Stern, Michel, Wolf, Moses, Hirsch und Rothschild.
Nachdem die Seibersbacher Synagogengemeinschaft durch Flucht und Deportation zusammengebrochen war, verwahrloste der Friedhof. Grabsteine fielen um oder wurden umgestoßen, das Tor als auch der Begrenzungszaun wurden teilweise entfernt und es wucherten Unkräuter, Brombeer- und Weißdornbüsche.
Die Alliierten forderten die deutschen Verwaltungsbehörden dazu auf die verwahrlosten jüdischen Friedhöfe in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzten. Die Seibersbacher Gemeinde blieb davon nicht ausgeschlossen und sorgte für eine ordentliche Herrichtung des Judenfriedhofs und gab diesen an die jüdische Kultusgemeinde Bad Kreuznach-Birkenfeld ab. Heute ist ein von der Kultusgemeinde gestellter Friedhofsbetreuer für Pflege und Öffnung des Geländes verantwortlich. Der Friedhof kann nur nach Absprache betreten werden.
Der Friedhof ist heute in einem gepflegten und ordentlichen Zustand.

Der Jüdische Friedhof in Seibersbach ist als geschütztes Kulturdenkmal (Denkmalzone) ausgewiesen: „im 18 Jh. (?) bzw. vor 1798 (?) angelegtes Areal mit 47 Grabsteinen nach 1900-1941“ (Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Bad Kreuznach, S. 103)

(LVR-Redaktion KuLaDig, 2016 / Magnus Lickfett, Universität Koblenz-Landau, 2017)

Internet
www.uni-heidelberg.de, Projekt: Jüdische Friedhöfe in Deutschland, Seibersbach (abgerufen 17.05.2016)
de.wikipedia.org: Jüdischer Friedhof Seibersbach (abgerufen 17.05.2016)
www.synagogen.info: Eintrag Seibersbach (ohne weitere Informationen, abgerufen 17.05.2016)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2017)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Bad Kreuznach (Stand 16.02.2017). S. 103, Mainz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de, Bad Kreuznach, abgerufen am 17.02.2017
Kreisverwaltung Bad Kreuznach; Pädagogisches Zentrum Bad Kreuznach (Hrsg.) (1995)
Jüdische Grabstätten im Kreis Bad Kreuznach, Teil 1: Geschichte und Gestaltung. (Heimatkundliche Schriftenreihe des Landkreises Bad Kreuznach 28.) Bad Kreuznach.
May, Dieter (2005)
Seibersbach - Meine Heimat. Zeugnisse und Geschichten aus alter Zeit. Seibersbach.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 81, Bonn.

Jüdischer Friedhof „Am Eichenhang“ in Seibersbach

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Bergstraße / Am Eichenhang
Ort
55444 Seibersbach
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1780 bis 1870
Koordinate WGS84
49° 57′ 54,01″ N, 7° 43′ 2,75″ O / 49.965°, 7.71743°
Koordinate UTM
32U 408016.63 5535527.8
Koordinate Gauss/Krüger
3408055.03 5537302.6

Empfohlene Zitierweise

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„Jüdischer Friedhof „Am Eichenhang“ in Seibersbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-251779 (Abgerufen: 22. August 2018)
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