Neue Schule am Lindenplatz

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bullay
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Da das alte Schulgebäudes in der Zehnthausstraße 18 (die Bullayer Alte Schule) dringend sanierungsbedürftig war, begann die Gemeinde im März 1923 mit dem Neubau eines Schulhauses. Alle Bullayer, die zu dieser Zeit keine Arbeit hatten, halfen beim Neubau der Schule mit.

Probleme gab es allerdings mit der Finanzierung des Neubaus, sodass Bullay bei der Kommunalkreiskasse eine Anleihe von über 300 Billionen Mark bei 4% Tageszins aufnahm. Einige Wochen später wurde eine Erhöhung auf 700 Billionen Mark beschlossen und wieder einige Wochen später sollten zusätzliche 200 Billionen Mark geliehen werden. Die vorherrschende Wertlosigkeit des Geldes durch die Inflation verzögerte die Arbeit und nahm den Bürgern vor allem die Arbeitslust. Beim weiteren Bau wurde festgestellt, dass noch Geld zur Fertigstellung fehlte. Die Gemeinde war allerdings nicht mehr kreditwürdig und zahlungsunfähig. Daraufhin bat die Gemeinde die Kreiskasse, die geliehenen Papiermarktbeträge von 1 Billionen Papiermark in 1 Goldmark umzurechnen und den Zinssatz auf 2% pro Monat zu verringern. Somit konnten die Arbeiten an dem Schulbau weiter geführt werden.

Am 18. Juni 1926 konnte der Lehrbetrieb an der neuen Schule am Friedhof (heute Lindenplatz) begonnen werden. Aufgrund des Geldmangels fehlten noch die Heizung und die Wannen- und Brausebäder im Keller.

1967 wurden die Sanitäranlagen in der Schule erneuert und die aus dem Jahr 1925 stammende Anlage auf dem Schulhof abgerissen. Am 30.Dezember 1971 beschloss der Rat von Bullay und Neef die Zusammenlegung der Grundschulen. Dies war ab dem Schuljahr 1972 gültig und galt für die erste bis vierte Klasse. Die Jahrgänge fünf bis acht wurden an der Hauptschule in Zell weitergeführt. Durch die Zusammenführung stieg die Schülerzahl von 117 Schülern auf 143 Schüler. 60 Mädchen und 83 Jungen besuchten die Schule.
1972 wurde ein Schulpavillon hinter dem Schulgebäude auf dem Schulhof errichtet. In dem Pavillon war ein Klassen- und Sportgeräteraum eingerichtet. Bis zum Bau der Mehrzweckhalle hielten hier die Bürger ihre Gemeinderatssitzungen ab. So wurde der Schulpavillon 1992 wieder abgebaut. Der Platz auf dem Schulhof konnte anderweitig genutzt werden.

Das im Jahr 1923 erbaute Schulgebäude steht noch heute an seinem Platz, das Gebäude wurde seitdem weitestgehend saniert. Die oberste Etage wurde zusätzlich als Klassenraum ausgebaut, vorher diente diese als Wohnraum für die Lehrerin. Der Eingang ist seitlich gelegen. Von hier führt eine Treppe auf den Schulhof. Der Schulhof ist liebevoll gestaltet und bietet einen direkten Blick auf die Mosel und die Sportanlage. An der Gebäudefassade, die zum Hof hin liegt, ist ein Schriftzug „Bullay“ sowie das Bullayer Wappen zu sehen.

(Jennifer Abels, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Quelle
Interview mit Frau Metzen, Reisebüro Ulfratours, 25.09.2015.

Literatur

Schulschenk, Fritz (2004)
Bullay an der Mosel zwischen 1150 und 2000 - 850 Jahre eines Gemeindelebens. Eine chronologische Aufzeichnung. o. O.

Neue Schule am Lindenplatz

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Lindenplatz
Ort
Bullay
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1923
Koordinate WGS84
50° 03′ 19,27″ N, 7° 07′ 52,21″ O / 50.05535°, 7.13117°
Koordinate UTM
32U 366224.27 5546458.04
Koordinate Gauss/Krüger
2581049.91 5547178.87

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„Neue Schule am Lindenplatz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-244680 (Abgerufen: 25. Mai 2018)
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