Hofhaus Sponheim in Briedel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Briedel
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Bei dem Sponheimer Hof handelt es sich um einen Dinghof, der ab dem Jahre 1780 kurtrierisch und zwölf Jahre später (1792) zu einem Grafenkelterhaus ausgebaut wurde. Er war das höchste Gebäude an der nördlichen Ringmauer, dessen Verlauf in diesem Bereich ungefähr dem der heutigen Himmeroderstrasse entsprach.
Das Gebäude besteht aus circa fünf Etagen. Diese ungefähre Angabe kommt durch die Fenstergestaltung im unteren, steinernen Sockelbereich zustande, bei der die fünf verschiedenen Fenster (eines an der Nordseite zugemauert) auf drei unterschiedlichen Ebenen angebracht wurden. Über diesem Sockelbereich befinden sich vier Stockwerke in der Gestaltung und Konstruktion eines Fachwerkbaus mit einem hohen, gotischen Giebel, dem die Errichtung im 17. Jahrhundert zugeschrieben wird. Als weitere Besonderheit kann man an der Nordseite, im Gemäuer des Sockels, stützbogenartige Ausprägungen in der Fassade vorfinden (Sandsteinfries). Der hintere Bereich des Gebäudes besteht, einschließlich der untersten Etage, im Gegensatz zur Hausfront vollständig aus Fachwerk, was als eher untypisch angesehen werden kann. Normalerweise besteht der untere Sockelbereich der kulturhistorischen Gebäude aus Gemäuer um das Fachwerk über den Gefahrenpunkt eines potentiellen Hochwassers anzuheben und somit trocken zu halten. Hier ist im oberen Bereich auch ein Seilzug zu erkennen, der darauf schließen lässt, dass die höchsten Etagen des Sponheimer Hofes sehr wahrscheinlich als Lagerraum zur Unterbringung der Ernte dienten, welche mit dem Seilzug auf diese Ebene befördert wurden.
Betrachtet man den Sponheimer Hof mit dem Blick auf weitere Gebäude seiner Altersklasse in Briedel, so fällt einem auf, dass er vergleichsweise in einem deutlich schlechteren Zustand vorzufinden ist. Neben dem abbröckelnden Putz an der Fachwerksfassade sowie am Sockelelement, verhindern an der Nordseite zum Zeitpunkt der Ortsbegehung lediglich dunkle Folien, in den sechs großen Fenstereinlassungen, den Blick ins Innere des Gebäudes.

Für das Jahr 1556 zählten zum Sponheimer Hof 19 Lehnsleute, im Jahr 1610 waren es 21 und 1669 19 Lehnsleute, welche u.a. circa 11.000 Weinstöcke bewirtschafteten. In den Häuserlisten aus den Jahren 1784 und 1788 ist der Wert des Sponheimer Hofes auf 400 Thaler geschätzt worden. Mittels dendrochronologischen Untersuchungen (Jahresringanalyse bei verbautem Holz), wurde das Gebäude der Grafen von Sponheim sehr wahrscheinlich um das Jahr 1565 errichtet und stand somit tatsächlich schon zu Zeiten, in denen die Ringmauer den alten Ortskern noch vollständig umgab.

(Jan Grendel, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Quelle
Informationstafel an der Hauswand des Sponheimer Hofes. Himmeroder Strasse 8, 56867 Briedel.

Internetquelle
www.briedel.de: Gemeinde Briedel. Rundgang durch Briedel. Thur, Hermann (abgerufen 01.11.2015)

Literatur

Fatin, Natalie; Gilles, Karl-Josef; Stölben, Albert / Gemeinde Briedel; Arbeitsgemeinschaft für Landesgeschichte und Volkskunde des Trierer Raumes (Hrsg.) (1998)
Die Geschichte der Gemeinde Briedel bis 1816. 1250 Jahre Briedel. In: Ortschroniken des Trierer Landes, Band 30, S. 220ff., Trier.

Hofhaus Sponheim in Briedel

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Himmeroder Strasse 8
Ort
56867 Briedel
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1565
Koordinate WGS84
50° 01′ 26,39″ N, 7° 08′ 57,53″ O / 50.024°, 7.14931°
Koordinate UTM
32U 367436.76 5542939.62
Koordinate Gauss/Krüger
2582402.98 5543711.04

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„Hofhaus Sponheim in Briedel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-244611 (Abgerufen: 15. November 2018)
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