Augustinerstift Kloster Springiersbach

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Bengel
Kreis(e): Bernkastel-Wittlich
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Die Klosterkirche von Springiersbach bei Bengel (2015).

    Die Klosterkirche von Springiersbach bei Bengel (2015).

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  • Das Innere der Klosterkirche Springiersbach mit Empore und Orgel (2015).

    Das Innere der Klosterkirche Springiersbach mit Empore und Orgel (2015).

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  • Der Chor mit dem Hauptaltar der Klosterkirche Springiersbach (2015).

    Der Chor mit dem Hauptaltar der Klosterkirche Springiersbach (2015).

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  • Das Kloster Springiersbach, frühere Augustiner-Chorherrenabtei (2007).

    Das Kloster Springiersbach, frühere Augustiner-Chorherrenabtei (2007).

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  • Das Kloster Springiersbach in der umgebenden Landschaft mit Blick auf den Turm der Klosterkirche (2015).

    Das Kloster Springiersbach in der umgebenden Landschaft mit Blick auf den Turm der Klosterkirche (2015).

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  • Blick auf die Klosterkirche Springiersbach mit einer Obstwiese im Vordergrund (2015).

    Blick auf die Klosterkirche Springiersbach mit einer Obstwiese im Vordergrund (2015).

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  • Blick auf das Klostergelände mit dem Klostergebäude und dem Kirchturm von Springiersbach (2015).

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  • Blick auf die Parkanlage des Klosters Springiersbach mit der Klosterkirche im Hintergrund von der Karmeliterstraße aus gesehen (2015).

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  • Das nordwestlich der Klosterkirche Springiersbach anschließende Wirtschaftsgebäude (2015).

    Das nordwestlich der Klosterkirche Springiersbach anschließende Wirtschaftsgebäude (2015).

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  • Das Innere der Klosterkirche Springiersbach mit dem Chor (2015).

    Das Innere der Klosterkirche Springiersbach mit dem Chor (2015).

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  • Klostergarten und Obstwiese des Klosters Springiersbach (2015).

    Klostergarten und Obstwiese des Klosters Springiersbach (2015).

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  • Das Klausurgebäude des Klosters Springiersbach bei Bengel (2015).

    Das Klausurgebäude des Klosters Springiersbach bei Bengel (2015).

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Der Standort des ehemaligen Augustinerklosters und heutigen Karmeliterklosters befindet sich in einem nördlich gelegenen Nebental des Alfbachs, durch das der namensgebende Springiersbach fließt.

Die Entwicklung des Klosters bis zu seiner Aufhebung 1802
Die Gründung erfolgte zwischen 1102 und 1107 durch Benigna von Daun auf dem ihr als Witwengut zugefallenen Hof. Sie war die Witwe des adligen Ministerialen Rutger aus Daun, der im Dienste des Pfalzgrafen Siegfried I. von Ballenstedt stand. Das Kloster (cella) wurde durch den Trierer Erzbischof Bruno von Lauffen (um 1045-1124, Erzbischof von Trier 1102-1124) geweiht (Klosterführer Rheinland 2003, S. 135).
Das Besondere dieses Klosters war, dass sowohl Frauen als Männer nach dem Regel des Augustinus im Doppelkloster zusammen lebten. Das Kloster wurde nach dem Springiersbach genannt.

Das religiöse Leben der Augustinerorden basierte auf die Ordensregel des Augustinus, in denen die Chorherren und -Damen sich zu Schweigen, Fasten, Beten und Arbeiten verbunden mit Armut und Askese verpflichteten. Sie wurden zunächst im Doppelkloster strikt eingehalten und hierdurch erhielt das Kloster ein hohes Ansehen.

Bereits im Jahre 1128 wurde das Doppelkloster durch die Umsiedlung der Frauen, für die in Andernach ein neues Frauenkloster St. Thomas gegründet wurde, aufgehoben (Klosterführer Rheinland 2003, S. 136). Der erste Abt des nun mehr Männerklosters war Richard I. (1129-1158), der in der Klosterkirche bestattet worden ist. Er war der Sohn der Gründerin Benigna.

Nach der Gründung der Klöster Springiersbach und das Kloster St. Thomas in Andernach wurden relativ schnell neue Filiationen gegründet:
  • Kloster Hahne bei Bolanden (1120-1564).
  • Kloster Lonnig (1128 und 1326 nach Mayen verlegt), das Kloster Schönstatt bei Vallendar (1143-1567) war eine Filiation des Klosters Lonnig.
  • Kloster Stuben in Bremm (1137-1802, heute Ruine).
  • Kloster Marienburg bei Alf (1143-1515).
  • Frauenkloster Maria Martental (Leienkaul) 1141, 1212 nur Frauen, 1523 aufgehoben.
  • Kloster Peternach bei Boppard (1157-1497).
  • Kloster St. Irminen in Trier wurde um 650 als Benediktinerabtei gegründet und 1148 in ein Augustinerchorfrauenstift umgewandelt. 1495 kehrte die Gemeinschaft zur Benediktinerregel zurück und schloss sich an die Bursfelder Kongregation an.
Die genannten Klöster standen unter der geistlichen Aufsicht der Äbte von Springiersbach.

Mit dem Bau der Klosterkirche wurde 1120 begonnen und 1136 mit der Weihung durch den Trierer Erzbischof Albero von Montreuil (um 1080/85-1152, Erzbischof von Trier 1132-1152) vollendet. In diesem Jahr erfolgte die Überführung der Gebeine des Heiligen Abrunculus, ein ehemaliger Bischof von Trier (amtierte nach 511 bis um 525/526), der als Heiliger verehrt wurde. Die steinerne Kirche ersetzte die hölzerne Vorgängerkirche. Vermutlich ist die Kirche im 13. Jahrhundert umgreifend umgebaut worden.

1142 erhielt das Kloster eine große Dotation von etwa 30 Höfen vom Pfalzgrafen Wilhelm, der nach seinem Ableben 1142 in der Klosterkirche begraben worden ist.
Die Klostergemeinschaft war nur für Adelige offen, die ihren gesamten Besitz dem Kloster überlassen mussten, der auch Ländereien, Wälder und Dörfer im Eifel- und Moselraum umfasste. Dieser Zuwachs ermöglichte dem Kloster einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. So hatte das Kloster um 1140 bereits Weinberge im benachbarten Bridal (Briedel) an der Mosel. 1144 wurden die Rechte und Besitztümer des Klosters durch den römisch-deutschen König Konrad III. und 1193 erneut durch den Kaiser Heinrich IV. bestätigt.
Am 30. Januar 1299 erwarb das Kloster Springiersbach ein Weingut in „Pleyt“ in Ediger. 1752 wurde der Springiersbacher Hof in Ediger unter Abt Johann Heinrich von Wasserberg (amtierte 1728-1758) neu gebaut.

Im 15. Jahrhundert traten zahlreiche Männer aus adligen Familien in das Kloster ein. Durch den Reichtum und Prosperität, die ein komfortables weltliches Leben mit Komfort ermöglichten, wurde die Ordensregel von Augustinus kaum noch eingehalten. Dies führte zu Missständen und Konflikten mit den Erzbischöfen von Trier, die im 17. Jahrhundert jegliche Einflüsse auf das Kloster verloren (Mayer 2000, S. 40). 1600 mußten die Eintrittskandidaten vier adligen Ahnen aufweisen. Das Tragen von Degen und Pistolen, das Jagen und die Teilnahme an Festen wurde sogar erlaubt (Mayer 2000, S. 40).

Im 17. und vor allem 18. Jahrhundert wurde das Kloster umgebaut und erweitert. Die alte Klosterkirche wurde 1769 fast komplett abgerissen. 1772 wurde der Bau der neuen barocken Kirche unter der Leitung der Straßburger Baumeister Paul Stehling vollendet und eingeweiht.
Im Verlauf des 18. Jahrhunderts lebten nur noch wenige Chorherren im Kloster. Außerdem lehnten sie die Klosterregeln ab. 1789 wandelte der Trierer Erzbischof Clemens Wenzeslaus von Sachsen (1739-1812, Erzbischof und Kurfürst von Trier 1768-1803) mit Genehmigung von Papst Pius VI. das Augustinerchorherrenkloster in ein Ritterstift um. Diese Umwandlung trat 1791 in Kraft.

Die Entwicklung nach der Aufhebung 1802
Im Jahr 1802 wurde das Kloster von der französischen Verwaltung säkularisiert und aufgehoben. Die Klosterkirche wurde Pfarrkirche von Bengel, so dass sie im Gegensatz zu vielen anderen Klosterkirchen erhalten blieb. 1903 erhielt Bengel eine neue Pfarrkirche und die Klosterkirche wurde bis zur Neubesiedlung des Klosters 1922 kaum genutzt.
1922 übernahmen die Karmeliter der Oberdeutschen Provinz aus Bamberg mit der Gründung eines kleinen Konvents das Kloster und einige Nebengebäude. Durch einen schweren Brand wurden das Kloster und die Kirche zu zwei Dritteln zerstört. 1946 wurde die Kirche und Kloster stilgerecht wiederaufgebaut. 1962 wurden Teile des Klosters durch den Architekten Walter Neuhäuser (*1926) neu gestaltet.

Obwohl heute insgesamt sieben Mönche im Kloster leben, hat das Kloster noch immer einen hohen Bekanntheitsgrad und eine große Bedeutung für die Umgebung.
Von den klösterlichen Wirtschaftsstrukturen sind der benachbarte Springiersbacher Hof und die Springiersbacher Mühle an den Alfbach in der unmittelbaren Umgebung noch erhalten geblieben.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Literatur

Kleist, Manuela (Red.); Wiemer, Karl Peter (Red.) / Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2004)
Klosterführer Rheinland (2. Auflage). (Jahrbuch des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz 2003.) S. 135-137, Köln.
Mayer, Alois (2000)
Klöster, Stifte, Orden der Eifel – gestern und heute, Band 1. S. 39-44, Aachen.

Augustinerstift Kloster Springiersbach

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Karmelitenstraße
Ort
54538 Bengel
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1102 bis 1107
Koordinate WGS84
50° 01′ 32,21″ N, 7° 04′ 10,05″ O / 50.02561°, 7.06946°
Koordinate UTM
32U 361721.89 5543264.21
Koordinate Gauss/Krüger
2576678.28 5543806.1

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„Augustinerstift Kloster Springiersbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-132932-20150725-2 (Abgerufen: 28. Mai 2018)
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