Kurt-Hoesch-Kampfbahn Kreuzau

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Kreuzau
Kreis(e): Düren
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Das Clubhaus der Kurt-Hoesch-Kampfbahn in Kreuzau (2010).

    Das Clubhaus der Kurt-Hoesch-Kampfbahn in Kreuzau (2010).

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Die Kurt-Hoesch-Kampfbahn, im Süden von Kreuzau an der Landstraße L 129 (Hauptstraße) in Richtung Drove gelegen, besteht aus einer in den Jahren 1929-1930 angelegten Sportanlage mit angeschlossenem Clubhaus.

Beschreibung
Die Kurzbeschreibung der Denkmalkommission (Denkmallistentext) von 1983 lautet wie folgt:
„Baujahr 1929-30; Sportanlage mit Clubhaus, seitlichen Toreinfahrten und Kassenhäuschen; Clubhaus klar gegliederter Bau, Mittelteil 2-geschossig, seitlich und platzwärts 1-geschossige Vorbauten mit Treppenaufgängen, Flachdächer; gut erhaltene originale Fenster und Baudetails; in dieser guten Erhaltung sehr seltene Anlage im Bauhausstil;“ (Dr. Herzog, Dr. Maisak, Denkmalkommission vom 29.03.1983).

Die historischen Karten zwischen 1891 und 1912 erarbeiteten Preußischen Neuaufnahme zeigen den Bereich der heutigen Sportanlage noch völlig unbebaut (vgl. die historischen Karten in der Kartenansicht).
Die Benennung einer Sportanlage als „Kampfbahn“ mag heute etwas martialisch anmuten, bezieht sich aber recht harmlos einzig auf den sportlichen Wettkampf und ist für die Entstehungszeit auch keineswegs untypisch, vgl. etwa die traditionsreichen Sportstätten der Uerdinger Grotenburg-Kampfbahn oder der Dortmunder Kampfbahn Rote Erde.
Aktuell umfasst die Ausstattung der Kreuzauer Kampfbahn einen Rasenplatz mit Leichtathletikanlage inklusive 400-Meter-Bahn, eine Trainingsbeleuchtung und das Sportheim im früheren Clubhaus (www.kreuzau.de).

Benennung nach Kurt Hoesch
Die auf den gemeinsamen Stammvater Heinrich († 1552) zurückgehende Unternehmerfamilie Hoesch (teilweise auch Heusch) war über Jahrhunderte in Aachen, Stolberg/Eschweiler, Düren, Dortmund und weiteren Orten in der Metall- und Papierindustrie tätig.
Im Jahr 1829 erhielt Ludolf Matthias Hoesch (1788-1859) die Konzession zum Bau einer Papiermühle an der Rur bei Kreuzau, die 1830 als Papiermühle Friedenau südlich des damaligen Nachbarorts Niederau (seit 1972 Stadtteil von Düren) ihren Betrieb aufnahm. Diese Wellpappenrohpapiere für die Verpackungsindustrie produzierende Fabrik übernahm später Ludolfs zweiter Enkel Walter Hoesch (1851-1916). „1993 wurde Gebr. Hoesch von der Schweizer Firma Sihl übernommen, die im darauf folgenden Jahr die Produktion in Kreuzau-Niederau einstellte. Teile der Werksanlagen wurde anschließend von der Papierfabrik Niederauer Mühle übernommen.“ (de.wikipedia.org, Ludolf Matthias Hoesch)
Die Kreuzauer Sportanlage wurde nach Walter Hoeschs Sohn Kurt benannt. Kurt Hoesch (1882-1932) hatte sich während des Ersten Weltkrieges an der Universität Istanbul als Professor der Chemie einen Namen gemacht und trat erst nach dem Krieg in das Familienunternehmen ein. Unter ihm begann Ende der 1920er Jahre die Produktion von hochtransparentem Zeichenpapier.
Prof. Dr. Kurt Hoesch förderte den Sport in Kreuzau als bedeutender Sponsor, so dass man nach seinem frühen Tod mit gerade einmal 50 Jahren die jüngst entstandene Sportstätte nach ihm benannte.

Baudenkmal
Die Kurt-Hoesch-Kampfbahn ist seit dem 26. März 1985 eingetragenes Baudenkmal gemäß § 3 Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (UDB Kreuzau lfd. Nr. 30 / LVR-ADR Nr. 60827).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2018)

Internet
www.kreuzau.de: Sportanlagen (abgerufen 07.08.2018)
www.kreuzau.de: „Die Papierindustrie“ (Volltext-PDF-Datei, abgerufen 07.08.2018)
www.kreuzau.de: „350 Jahre Papierherstellung in Kreuzau“, von Dipl.-Papieringenieur Alfred Hoesch (Volltext-PDF-Datei, abgerufen 07.08.2018)
de.wikipedia.org: Familie Hoesch (abgerufen 07.08.2018)
de.wikipedia.org: Kurt Hoesch (abgerufen 07.08.2018)
de.wikipedia.org: Ludolf Matthias Hoesch (abgerufen 07.08.2018)
de.wikipedia.org: Liste der Baudenkmäler in Kreuzau (abgerufen 07.08.2018)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 636-637, Stuttgart.

Kurt-Hoesch-Kampfbahn Kreuzau

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hauptstraße 141
Ort
52372 Kreuzau
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Übernahme aus externer Fachdatenbank, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1929 bis 1930
Koordinate WGS84
50° 44′ 33,84″ N, 6° 29′ 51,53″ O / 50.74273°, 6.49765°
Koordinate UTM
32U 323452.89 5624202.58
Koordinate Gauss/Krüger
2535170.42 5623145.02

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„Kurt-Hoesch-Kampfbahn Kreuzau”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/BODEON-60827-07082018-283445 (Abgerufen: 12. Dezember 2018)
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