Die Bergische Eisenstraße stellte vermutlich bereits ab Ende des 14. Jahrhunderts eine wichtige Verbindung zwischen den Hüttenwerken des Siegerlandes bei Derndorf und Müsen mit der eisenverarbeitenden Industrie des mittel- und niederbergischen Raumes dar. Da sich die Erzvorkommen des Solinger und Remscheider Raumes ihrem Ende entgegen neigten, wurden die sogenannten Stahlluppen oder Stahlkuchen, später aber auch fertiger Rohstahl und Eisen aus dem Sauerland und dem Nassau-Siegenschen Gebiet herantransportiert. Den Oberbergischen Kreis durchquert die Trasse der so wichtigen Transportstraße auf einer Länge von circa 40 Kilometern. In ihrer Nähe konzentrierten sich die wichtigen Standorte der Eisengewinnung und Eisenverarbeitung.
Wie alle wichtigen Fernverbindungen nahm auch die Eisenstraße einen möglichst geradlinigen Verlauf über die Bergischen Höhen. An den Stellen, wo Flüsse gequert werden mussten, wurde der direkte steile Weg den Hang hinab gewählt, wobei sich die Karrenräder tief ins Gelände gruben. Auf diese Weise bildeten sich im Laufe der Zeit tiefe Hohlwege aus. Noch heute sind bei Goldenbergshammer, wo das Dörpetal gequert werden musste, drei bis fünf Meter tiefe und lediglich zwei Meter breite Hohlwegbündel an den Berghängen erhalten.
Auf Marienheider Gebiet verlief die Trasse im Detail wie folgt: von Kempershöhe kommend die Scharderstraße hinunter – Bergstraße – Hubertushöh – an Oberreppinghausen vorbei – Stülinghausen – Schönebornerstraße – Waldgebiet Wiemicke (hier befinden sich laut Literatur fünf Hohlweggleise, die sich bei Kreutzbirken zu einer Spur vereinigen) – Niederkalsbach – Kotthauserhöhe – Trasse der heutigen Bundesstraße B 256.
Bei Sattlershöhe zweigte sich zudem in südliche Richtung eine Sommerroute ab, die ebenfalls bei Kotthauserhöhe wieder auf die Bundesstraße B 256 traf.
Ab Marienheide führte die Trasse der Eisenstraße links entlang der Bundesstraße B 256 (heutiger Name: Alte Landstraße) – Gummersbach (Marktstraße – Schützenstraße – Singerbrinkstraße) – Mühlensessmar – Lindenstock – Bernberg – Kalteneich – Derschlag – Heerstraße – Baldenberg – Freu-denberg – Hecke. Für den Trassenverlauf hinter der Ortschaft Hecke ist der genaue Weg nicht vollständig geklärt. Sehr wahrscheinlich ist jedoch die Route Blockhaus – Tilkhausen – Silberkuhle – Huppen – Büchen – Brün – Dörnschlade – Junkernhees – Ferndorf – Lohe – Müsen.
Erst mit dem Ausbau der Chausseen Ende des 18., Beginn des 19. Jahrhunderts verlor die Bergische Eisenstraße an Bedeutung.
(LVR-Fachbereich Umwelt, 2007)
Literatur
Berges, Manfred (1993)
Die Bergische Eisenstraße - Die Entwicklung des Straßenwesens von den Anfängen bis zum Ende der vorindustriellen Zeit. In: Beiträge zur Oberbergischen Geschichte, Band 4, S. 24 -37. Gummersbach.
Böseke, Harry (o.J.)
Wanderwege. o. O.
Engels, Wilhelm (1939)
Mittelalterliche Verkehrswege und neuzeitlicher Straßenbau im Remscheider Gebiet und seiner Umgebung. In: Beiträge zur Geschichte Remscheids, Heft 4, S. 15. Remscheid.
Wittmütz, Volkmar (1995)
Preußische Staatsstraßen im Südbergischen. Aus einem Bericht des Kölner Oberbaurates Elsner von 1829. In: Romerike Berge. Zeitschrift für das Bergische Land 45, Heft 2, S. 16-21. o. O.
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