Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Schaephuysener Höhen (KLB 12.03)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Gemeinde(n): Issum, Kamp-Lintfort, Kempen, Kerken, Rheurdt
Kreis(e): Kleve (Nordrhein-Westfalen), Viersen, Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die Schaephuysener Höhen sind hier beschrieben als bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen.

Am Westrand der Aldekerker Lehmplatte hat eine eiszeitliche Gletscherzunge die Schotter zusammen geschoben und auf 60 bis 80 m über NN zu den Schaephuysener Höhen aufgestaucht. Siedlungsgeschichtlich wurden solche Höhenrücken in Flachlandbereichen als Standorte für Wehrbefestigungen und Windmühlen genutzt. Auffällig ist eine Siedlungsreihung entlang des Höhenrückens und der dort verlaufenden Straße.

Die seit dem Mittelalter verschiedenartig genutzten Wege vertieften sich in den Hangbereichen zu Hohlwegen, die überwiegend West-Ost orientiert sind. Auf der hauptsächlich als Ackerland genutzten Höhe befindet sich als Restwald noch ein schmaler Laubwaldstreifen.

Der östliche Teil des Kulturlandschaftsbereiches ist komplexer gegliedert. Der Adelssitz Haus Littard, Gut Leyenburg und das Wasserschloss Bloemerheim von 1406 sind gezielt in der Aue errichtet. Entlang der Gewässer befinden sich zahlreiche Torfkuhlen als Relikte der ehemaligen Torfgewinnung des 18. Jahrhunderts. Die Höfe liegen auf der Niederterrassenkante. In der Aue befindet sich Wald, der besonders im nördlichen Teil noch einen relativ hohen Laubbaumanteil hat.

Kulturlandschaftlich ist der Bereich sehr gut erlebbar mit der Wechselbeziehung zwischen der naturräumlichen Ausstattung, dem darauf bezogenen Siedlungsmuster und einer Vielzahl kulturlandschaftsgeschichtlicher Einzelelemente wie Hohlwegabschnitte und Torfkuhlen von besonderer landschaftlicher Eigenart in ihrer für den Niederrhein typischen Ausprägung. Die Landschaftsstruktur ist sehr vielfältig und bietet Sichtbezüge in einer abwechslungsreich gekammerten Landschaft mit Höhenzug, Niederterrasse und Aue. In der Landschaftssilhouette hat der Höhenzug eine große landschaftsästhetische Bedeutung, insbesondere durch die verschiedenen Einzelerhöhungen, die früher auch Windmühlenstandorte waren.

Spezifische Ziele und Leitbilder:
  • Bewahrung der historischen Struktur und Substanz;
  • Erhalt der Plaggenesche.

Aus: Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen. Münster, Köln. 2007

Internet
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in NRW (Abgerufen: 03.11.2015)

Literatur

Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2007)
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Grundlagen und Empfehlungen für die Landesplanung (Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen / Fachgutachten zum Kulturellen Erbe in der Landesplanung). S. 76, Münster, Köln.

Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Schaephuysener Höhen (KLB 12.03)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2001
Koordinate WGS84
51° 26′ 39,37″ N, 6° 28′ 58,68″ O / 51.44427°, 6.48297°
Koordinate UTM
32U 325085.32 5702236.58
Koordinate Gauss/Krüger
2533621.54 5701182.86

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„Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Schaephuysener Höhen (KLB 12.03)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-EK-20080730-0064 (Abgerufen: 23. März 2017)
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