Hermeshof in Rommerskirchen

früherer Pachthof der Zisterzeinserabtei Altenberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Rommerskirchen
Kreis(e): Rhein-Kreis Neuss
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 02′ 34,85″ N: 6° 42′ 4,48″ O / 51,04301°N: 6,70124°O
Koordinate UTM 32.338.855,36 m: 5.657.122,44 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.549.223,40 m: 5.656.665,72 m
  • Das Wappen der Abtei Altenberg im Giebel des Zufahrtstores des Hermeshofes bei Rommerskirchen (2014

    Das Wappen der Abtei Altenberg im Giebel des Zufahrtstores des Hermeshofes bei Rommerskirchen (2014

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  • Der Innenhof des Hermeshofes bei Rommerskirchen (2014)

    Der Innenhof des Hermeshofes bei Rommerskirchen (2014)

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  • Informatiobstafel zum Hermeshof am Eingangstorbogen des Hermeshofes (2014)

    Informatiobstafel zum Hermeshof am Eingangstorbogen des Hermeshofes (2014)

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  • Der Innenhof des Hermeshofes bei Rommerskirchen (2014)

    Der Innenhof des Hermeshofes bei Rommerskirchen (2014)

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  • Der Blick von Nordosten auf den Hermeshof bei Rommerskirchen (2014)

    Der Blick von Nordosten auf den Hermeshof bei Rommerskirchen (2014)

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  • Bereich mit Tischen und Stühlen im Innenhof des Hermeshofes bei Rommerskirchen (2014)

    Bereich mit Tischen und Stühlen im Innenhof des Hermeshofes bei Rommerskirchen (2014)

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  • Kunstwerk südlich des Hermeshofes bei Rommerskirchen (2014)

    Kunstwerk südlich des Hermeshofes bei Rommerskirchen (2014)

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  • Eine Kunst-Skulptur in der Nähe des Hermeshofes bei Rommerskirchen (2014)

    Eine Kunst-Skulptur in der Nähe des Hermeshofes bei Rommerskirchen (2014)

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Der Hermeshof liegt als Einzelgehöft nördlich des Ortes Rommerskirchen und südlich von Nettesheim am Gillbach. Bereits 1195 findet der Hof als „Hermundishoven“ eine erste urkundliche Erwähnung. Der Hermeshof war von 1244 bis zur Säkularisation um etwa 1800 im Besitz der Zisterzienserabtei Altenberg (1133-1803).

Pachthof der Zisterzienserabtei Altenberg
Im Jahr 1244 wurde der Hermeshof durch Haimo von Koblenz der Zisterzienserabtei Altenberg vermacht und anschließend durch Käufe und Schenkungen ständig planmäßig erweitert (Mosler 1965, S. 114). Die Mönche des Klosters Altenberg bewirtschafteten den Hof bis ins Jahr 1345 in Eigenwirtschaft, ab dem Jahr 1396 war er verpachtet (ebd.). Die Pächter des Hofes waren sogenannte Halfen. Sie mussten jeweils die Hälfte ihrer Erträge an die Abtei abtreten.
Vermutlich wurde der Hermeshof, wie viele andere linksrheinische Höfe, bereits um das Jahr 1792 von der französischen Armee beschlagnahmt (Kistemann 2002, S. 54, 96). Im Zuge der Säkularisation ging der Hof schließlich vom kirchlichen in den privaten Besitz über.
Im Jahr 1805 war der Hermeshof mit 387,5 Morgen der größte der ehemaligen Altenberger Höfe am Gillbach (Mosler 1965, S. 114).
Das Kloster Altenberg hat über Jahrhunderte wesentlich zur siedlungsgeschichtlichen Entwicklung der Region am Gillbach beigetragen (Kistemann 2002, S. 45ff.). Weitere Pachthöfe der Abtei, die in direkter Umgebung am Gillbach liegen, sind der Lommertzhof und der Zonshof.

Siedlungsgeschichtliche Entwicklung
Der Hermeshof ist ein typisches Beispiel für ein Siedlungselement der Spätphase des mittelalterlichen Landesausbaus im Rheinland, da er klar erkennbar als sekundäre Einzelhofsiedlung außerhalb der bestehenden Dorfkerne hinzukam (Jannsen 1997, S. 246).
Die Lage unmittelbar am Gillbach ermöglichte die Errichtung von Grabenumwehrungen, die im Notfall über den Bach geflutet werden konnten (ebd.). Die Grabenanlagen können auf Kartendarstellungen noch bis ins Jahr 1846 nachvollzogen werden. Zum Hof gehörten bis ins 19. Jahrhundert Fischteiche, die ebenfalls durch den Gillbach gespeist wurden.
Im Jahr 1760 wurde der nach einem Brand zerstörte Hof wieder neu aufgebaut. Von den alten Gebäuden sind noch der Torbogen, mit dem Wappen derer von Altenberg und das Gutshaus erhalten. Der Vierkanthof dient heute unter anderem als Veranstaltungsort.

Kulturhistorische Bedeutung
Der Hermeshof ist zeugnishaft für die Territorialverhältnisse des Mittelalters und den großen Einfluss der Zisterzienserabtei Altenberg auf die Siedlungsentwicklung am Gillbach. Seine Lage am Gillbach außerhalb der bestehenden Siedlung und die ehemalige Grabenumwehrung sind zeittypische Lageparameter der späten mittelalterlichen Landnahmephase, die sich bis auf die Grabenstruktur bis heute erkennbar erhalten haben. Sein Gebäudebestand repräsentiert die regional-und zeittypische Architektur des 18./19. Jahrhunderts. Durch seine Eigenart, die Zeugnishaftigkeit und die Ablesbarkeit der historischen Zusammenhänge kommt dem Hermeshof ein hohe kulturhistorische Bedeutung zu.

Hinweis
Das Objekt „Hermeshof in Rommerskirchen“ ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereichs Obere Gillbachaue (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Düsseldorf 203).

(Beate Lange, LVR-Fachbereich Umwelt, 2008/2009; Sandra Schmid/Martina Gelhar, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2019)

Internet
www.gut-hermeshof.de (zuletzt geprüft am 12.02.19)
www.genwiki.genealogy.net: Kartendarstellung Gut Rommerskirchen von 1846 (zuletzt geprüft am 12.02.19)
www.genwiki.genealogy.net: Hermeshof (Rommerskirchen) (zuletzt geprüft am 21.02.19)



Literatur

Janssen, Brigitte; Janssen, Walter (1997)
Burgen, Schlösser und Hofesfesten im Kreis Neuss. 3. Auflage. (Schriftenreihe des Kreises Neuss 10.) Neuss.
Kistemann, Eva (2002)
Fachgutachten „Einfluss der Zisterzienser auf die Kulturlandschaft in und um Altenberg. Historische Entwicklung und aktueller Bestand", 2 Bände. Bergisch Gladbach.
Mosler, Hans (1965)
Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Erzbistum Köln. Die Cistercienserabtei Altenberg. Berlin.

Hermeshof in Rommerskirchen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hermeshof
Ort
41569 Rommerskirchen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Auswertung historischer Karten, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1244

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Hermeshof in Rommerskirchen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-BL-20090120-0011 (Abgerufen: 22. Juli 2019)
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