Die Objektgruppe Tagebau Zukunft-West ist hier beschrieben als Kulturlandschaftselementeverbund ‚Braunkohle im Rheinland' (KLV-BK Rheinland) zugehörig zum bundesweiten Erfassungsprojekt Industriekultur (BKM). Die funktional zugehörigen Objekte der historischen Kulturlandschaft werden für die Maßstabsebene der Flächennutzungsplanung kurz zusammengefasst und charakterisiert.
Mit dem Aufschluss des Tagebaus Zukunft zwischen Weisweiler und Dürwiß begann 1908 der großtechnische Abbau von Braunkohle im Gebiet des KLV-BK. Hier befindet sich heute ein Industrie- und Gewerbegebiet. Westlich von Dürwiß wurde ein zweites Feld aufgeschlossen, der Tagebau Zukunft-West. Aus den Abraummassen der Tagebaue entstanden die Kippe Weisweiler und die Kippe Distelrath, die südlich des KLV-BK-Hügels angrenzend an die Bebauung bzw. im Falle der Kippe Weisweiler sogar überbaut wurden. Auf diesen ersten ausgekohlten Flächen um Dürwiß entstanden einige Gehöfte.
Der Tagebau Zukunft-West dehnte sich bis zu seiner Stilllegung 1987 nach Norden bis fast an die A 44 und später weiter nach Westen bis Fronhoven aus. Westlich des Tagebaus Zukunft wurde das Gebiet vom Tagebau Inden in Anspruch genommen. Wegen des Tagebaus mussten die Ortschaften Obermerz (1972), Langendorf (1977), Langweiler (1970), Laurenzberg (1972), Lürken (1965) und Velau (1953) umgesiedelt werden. Die Umsiedlung erfolgte überwiegend in die unmittelbar an den Tagebau angrenzenden Ortslagen. So entstand im Westen des KLV-BK als Teil von Eschweiler Neu-Langweiler. Im Norden des KLV-BK entstanden auf den rekultivierten Flächen der Weiler Langweiler und etwas südöstlich davon der Weiler Hausen, der von Landwirten bewirtschaftet wird, die durch den Tagebau ihre Höfe verloren haben.
Der Tagebau wurde überwiegend landwirtschaftlich rekultiviert und die Flächen werden von Gehölzstreifen durchzogen. Eine Besonderheit ist das breite Grüne Band, das sich von Dürwiß über den Blausteinsee, den Schlangengraben bis nach Niedermerz einmal quer durch das KLV-BK zieht. Der Blausteinsee wurde bis 2005 mit Sümpfungswasser gefüllt und der Schlangengraben wurde 1990 rekultiviert. Sie bilden einen ökologisch wertvollen Korridor.
Buschmann, Walter; Gilson, Norbert; Rinn, Barbara / Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit dem Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2008)
Braunkohlenbergbau im Rheinland. (Die Bau- und Kunstdenkmäler von Nordrhein-Westfalen 1, Rheinland.) Worms.
Rekultivierung im Rheinischen Braunkohlenrevier. Exkursionsführer Teil II. Die Tagebaubereiche: Historie und Rekultivierung. Jüchen. Online verfügbar: forschungsstellerekultivierung.de, Exkursionsführer, abgerufen am 22.07.2020
Rekultivierung im Rheinischen Braunkohlenrevier Exkursionsführer Teil I. (Geologie, Geographie, Bodenkunde, forst- und landwirtschaftliche Rekultivierung, Bergbau- und Rekultivierungsgeschichte, Archäologie und Paläontologie). Jüchen.
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