Bunker der „Luftverteidigungszone West“ bei Langendorf

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Zülpich
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Decke des gesprengten Bunkers in Zülpich-Langendorf (2013)

    Decke des gesprengten Bunkers in Zülpich-Langendorf (2013)

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    Die Decke des gesprengten Bunkers in Zülpich-Langendorf (2013)

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  • 2013 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Zülpich-Langendorf, Bunker (PDF-Datei)

    2013 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Zülpich-Langendorf, Bunker (PDF-Datei)

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Nach dem Ersten Weltkrieg bauten viele Staaten in Europa aufwändige Grenzbefestigungen. Man glaubte, durch die abschreckende Wirkung dieser modernen Verteidigungsanlagen Konflikte in Zukunft verhindern zu können. Der Ausbau an der deutschen Westgrenze begann nach dem Einmarsch der Wehrmacht in das entmilitarisierte Rheinland am 7. März 1936 und dem damit verbundenen Bruch des Versailler Vertrags. Bis 1940 folgten mehrere Bauprogramme. Am 28. Mai 1938 befahl Hitler den beschleunigten Ausbau der Westbefestigung zwischen Schweizer Grenze und Niederrhein (sog. Limesprogramm). Begleitet wurde dieser Ausbau von einer aufwändigen politischen Propagandakampagne, in deren Zuge sich die Bezeichnung „Westwall“ etablierte. Von den Nationalsozialisten als „Schutz- oder Friedenswall im Westen“ propagiert, war der Westwall jedoch Teil der Kriegsvorbereitungen des Deutschen Reichs. Zu seinen heute noch sichtbaren Überresten zählen vor allem Panzersperren (Höckerlinien) und Bunker.

Luftverteidigungszone West
Fast zeitgleich mit dem Anlaufen des „Limesprogramms“ begannen Planungen für eine Luftabwehrzone hinter dem Westwall. Anfang Juni 1938 beauftragte Hermann Göring seinen Führungsstab mit der Errichtung der „Luftverteidigungszone West“. In einer Entfernung von 10 bis 40 Kilometern hinter dem Westwall wurden ab März 1939 verbunkerte Stellungen für je eine Flakbatterie gebaut. Eine vollständige Batteriestellung bestand in der Regel aus vier Geschützständen (Flaks), einem offenen Stand für die Messgeräte zum Ermitteln von Richtung, Höhe und Geschwindigkeit der anfliegenden Maschinen (Gerätestellungen), Mannschaftsbunkern, Munitionsbunkern, einem Maschinengewehrbunker zur Sicherung der Flakbatterie und einem Bunker für die Batterieführung. In Nordrhein-Westfalen sind allein 50 solcher Stellungen nachgewiesen. Die Militärs wollten mit ihnen gegnerische Flugzeuge zum Fliegen in Höhen von 6.000 bis 8.000 Meter zwingen. Davon versprach man sich einen erhöhten Treibstoffverbrauch der gegnerischen Flugzeuge, Einschränkungen der Flugstrecke sowie eine geringere Bombenlast.

Batteriestellung bei Langendorf
Die Batteriestellung zwischen Langendorf und Juntersdorf zählte zu den vollständig ausgebauten Anlagen. Den vier offenen, im Viereck angeordneten Geschützständen war jeweils ein Mannschaftsbunker zugeordnet. Etwa 200 Meter nordwestlich dieser Hauptstellung lag ein weiterer Geschützstand mit Mannschaftsbunker zur Sicherung der Flakbatterie gegen Luftangriffe. Zwei weitere Bunker standen südlich der Hauptstellung, am westlichen der beiden ist der Standort des Info-Punktes. Nordwestlich der Hauptstellung lagen zwei kleinere Bunker, bei denen es sich wahrscheinlich um Maschinengewehr-Schartenstände zur Abwehr von Infanterie handelt. Drei Munitionsbunker lagen am Westrand der Straße Langendorf-Juntersdorf. 100 Meter von dem südlichen, heute unter einem Erdhügel verborgenen Munitionsbunker steht am östlichen Ortsende noch das einstige Batterie-Beständelager, das heute gewerblich genutzt wird.
Die Zerstörung der Bunker und Geschützstände erfolgte ab 1961. Die Freilegung der Bunkerdecke wurde 2005 auf Veranlassung von Herrn Manfred Vetter, Burg Langendorf, durchgeführt, der damit einen Anstoß geben wollte, sich auch mit der jüngeren deutschen Geschichte auseinanderzusetzen.

(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2013)

Der Bunker bei Langendorf war Station der Archäologietour Nordeifel 2013 (nähere Informationen hierzu im Führungsblatt in der Medienleiste).

Literatur

Groß, Manfred (1982)
Der Westwall zwischen Niederrhein und Schnee-Eifel. Köln.
Groß, Manfred; Rohe, Horst; Rolf, Rudi; Wegener, Wolfgang (1998)
Der Westwall. Vom Denkmalwert des Unerfreulichen (2. Auflage). (Führer zu archäologischen Denkmälern des Rheinlandes 2.) Köln, Bonn.

Bunker der „Luftverteidigungszone West“ bei Langendorf

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1938, Ende 1945
Koordinate WGS84
50° 40′ 36,71″ N, 6° 36′ 33,9″ O / 50.67686°, 6.60942°
Koordinate UTM
32U 331100.81 5616618.46
Koordinate Gauss/Krüger
2543119.81 5615876.77

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„Bunker der „Luftverteidigungszone West“ bei Langendorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-UM-20130904-0004 (Abgerufen: 19. September 2017)
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