Eisenbahnbrücke Wesel

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Wesel
Kreis(e): Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Blick auf die alte Eisenbahnbrücke bei Wesel von Westen (2014)

    Blick auf die alte Eisenbahnbrücke bei Wesel von Westen (2014)

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  • Bewachsenes Mauertürmchen der Eisenbahnbrücke Wesel (2014)

    Bewachsenes Mauertürmchen der Eisenbahnbrücke Wesel (2014)

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  • Offener Querschnitt der alten Eisenbahnbrücke bei Wesel im rechtsrheinischen Brückenteil (2014)

    Offener Querschnitt der alten Eisenbahnbrücke bei Wesel im rechtsrheinischen Brückenteil (2014)

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  • Eisenbahnhistorische Informationen zur Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Wesel (PDF-Datei, 76 kB, 2014)

    Eisenbahnhistorische Informationen zur Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Wesel (PDF-Datei, 76 kB, 2014)

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  • Weg zum rechtsrheinischen Brückenkopf der alten Eisenbahnbrücke bei Wesel (2014)

    Weg zum rechtsrheinischen Brückenkopf der alten Eisenbahnbrücke bei Wesel (2014)

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  • Blick vom rechtsrheinischen Brückenkopf auf den Rhein bei Wesel (2014).

    Blick vom rechtsrheinischen Brückenkopf auf den Rhein bei Wesel (2014).

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  • Linksrheinischer und rechtsrheinischer Brückenkopf der Eisenbahnbrücke bei Wesel (2014)

    Linksrheinischer und rechtsrheinischer Brückenkopf der Eisenbahnbrücke bei Wesel (2014)

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  • Hinweistafel zur Eisenbahnbrücke Wesel aus einem INTERREG-Projekt (2014)

    Hinweistafel zur Eisenbahnbrücke Wesel aus einem INTERREG-Projekt (2014)

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  • Alte Eisenbahnbrücke bei Wesel auf der linken Rheinseite (2014)

    Alte Eisenbahnbrücke bei Wesel auf der linken Rheinseite (2014)

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  • Hinweistafel des Heimatvereins Büderich und Gest e.V. am linksrheinischen Deich bei Wesel (2014)

    Hinweistafel des Heimatvereins Büderich und Gest e.V. am linksrheinischen Deich bei Wesel (2014)

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  • Durchfahrt für die Landwirtschaft durch die alte Eisenbahnbrücke Wesel nördlich des früheren Fort I (2014)

    Durchfahrt für die Landwirtschaft durch die alte Eisenbahnbrücke Wesel nördlich des früheren Fort I (2014)

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1874 wurde die Brücke von der Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft als damals längste Eisenbahnbrücke Europas eröffnet. Ihr Bau (Baubeginn: 1871) erfolgte in sehr massiver Ausführung, denn es mussten besondere Auflagen der preußischen Militärverwaltung zur Sicherung der Festung Wesel beachtet werden. So waren an beiden Uferpfeilern insgesamt 4 Wehrtürme mit 1,5 Meter dickem Ziegelmauerwerk und ca. 2,50 Meter Höhe zu errichten. Zur Sicherung des Brückenkopfes wurde linksrheinisch das Fort I erbaut, das sich heute, wie auch die Brücke, in Privatbesitz befindet.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges durfte an noch nicht fertigen strategischen Bahnstrecken nicht weitergebaut werden. Bei einem Umbau wurden dann im Jahr 1927 die Befestigungsbauwerke abgebrochen.
Die Eisenbahnbrücke war zum Ende des Zweiten Weltkrieges die letzte Verbindung über den Rhein. Um die Alliierten an einer Rheinüberquerung zu hindern, wurde sie am 10.03.1945 gesprengt. Von der Stahlbaukonstruktion, die den Rhein überspannte, ist heute nichts mehr übrig.

Auf der rechten Rheinseite werden heute die ehemaligen Viadukte als Hangar für Segelflugzeuge und für die Gastronomie genutzt. Auf dem Landpfeiler befindet sich eine Aussichtsplattform, an deren Stahlgittern Paare symbolisch zahlreiche „Liebesschlösser“ aufgehängt haben, ähnlich wie auf der Hohenzollernbrücke in Köln.
Auf der linken Rheinseite befindet sich das Bauwerk im Naturschutzgebiet „Rheinaue zwischen Büderich und Perrich“. Die umliegenden Flächen werden als Wiesen- und Weidegrünland genutzt. Das Betreten der Brücke ist verboten, lediglich die Seitenflanken sind von einem Wirtschaftsweg aus zu besichtigen.
Das Brückenbauwerk reicht zudem an den über den Deich verlaufenden Radweg heran, wo mehrere Hinweistafeln mehr Information geben: Der Heimatverein Büderich und Gest e.V. beschreibt den Werdegang der Brücke und ihre Einbindung in die Festungsstadt Wesel mit historischen Fotos und Kartenmaterial. Mit Mitteln aus einem Interreg-Projekt wurde eine weitere Hinweistafel aufgestellt, auf der ihre Bedeutung für den überregionalen Verkehr (Boxteler Bahn) hervor gehoben wird.

Die Brücke als Lebensraum
Die Brücke stellt für viele Tiere und Pflanzen einen Lebensraum mit besonderen Bedingungen dar. Ökologisch gleicht sie in ihren Standortbedingungen in Teilen einer Felslandschaft. Sie bietet Bewohnern einen Lebensraum, die einen starken Wechsel ihrer Lebensverhältnisse ertragen. Die Verhältnisse sind zudem räumlich unterschiedlich verteilt: je nach Ausrichtung zur Sonne gibt es eher heiße, bodentrockene Standorte mit extremer Sonneneinstrahlung, oder eher schattige und feuchtere Plätze, an denen ablaufendes Wasser das Vorkommen von Farnen bis zu Sträuchern und Bäumen ermöglicht.

Die Brücke ist flächig mit einer recht dünnen Schicht Feinboden bedeckt. In den 1990er Jahren wurden dort noch Reste der Stromtal-Trockenrasen-Gesellschaft der Rheinwiesen festgestellt, so z.B. Wiesen-Salbei, Wiesen-Margerite und nicht so geläufige Arten wie Zierliche Kammschmiele und Mittlerer Wegerich.
Mauerabbrüche legen ab und an neues Substrat frei. Auch die typischen Pflanzen der Rohböden sind auf der Brücke zu finden, wie z.B. Reseda-Arten oder Echtes Leinkraut. Tierische Bewohner bringen noch eine andere Komponente ein: Nährstoffe aus Nistmaterial, Kot oder verendeten Tieren sorgen kleinräumig für das Pflanzenwachstum. Frischluftzufuhr und hinreichend Luftfeuchtigkeit aus der Aue ergänzen die guten Bedingungen für das Wachstum von Flechten auf dem Mauerwerk.
Tierische Besiedler sind vor allem Höhlennutzer wie die Fledermäuse, so wurden Fransenfledermaus, Wasserfledermaus und das Braune Langohr hier nachgewiesen. Steinkauz und Turmfalke wurden ebenso wie Rostgans und Hohltaube brütend hier beobachet.
Für einige Insektenarten bietet die Brücke einen einmaligen Lebensraum. Neben Heuschreckenarten wurde in den 1990er Jahren noch die Mauerbiene Osmia adunca nachgewiesen, die direkt abhängig ist von den Pollen des auf der Brücke vorkommenden Echten Natternkopfes.

Aus Sicht des Natur- und Artenschutzes ist zu wünschen, dass dieser vielfältige Sonderlebensraum noch lange erhalten bleibt.

(Biologische Station im Kreis Wesel e.V., 2014. Erstellt im Zuge des Projektes „Kulturlandschaft am Niederrhein“. Ein Projekt im Rahmen des LVR Netzwerks Umwelt)

Kulturlandschaftsbereich und Baudenkmal
Die Eisenbahnbrücke Wesel ist wertgebendes Merkmal des Kulturlandschaftsbereichs „Rheinbrücke Wesel“ (Regionalplan Ruhr 016) .
Die Relikte der Weseler Eisenbahnbrücke sind eingetragene Baudenkmäler (Ruine des rechtsrheinischen Brückenkopfes, LVR-ADR-ObjNr. 31017; Artillerieraum Eisenbahnbrücke - Hohlraum zwischen Brückenpfeilern, LVR-ADR-ObjNr. 30742, Ruine des linksrheinischen Brückenkopfes, LVR-ADR-ObjNr. 30820, Stadt Wesel, UDB-Nr. 076).

Literatur

Barthels, Thomas / Möller, Armin / Barthels, Klaus (2007)
Bahnen am Niederrhein. Eine Bestandsaufnahme der Eisenbahnen am Niederrhein zwischen Arnhem und Rommerskirchen, Venlo und Oberhausen. S. 80, Mönchengladbach.
Höpfner, Haus-Paul (1986)
Eisenbahnen. Ihre Geschichte am Niederrhein. S. 70-73, Duisburg.
Illmer, Jürgen / Kreis Wesel (Hrsg.) (2000)
Die ehemalige Weseler Eisenbahnbrücke - Zufluchtsort für Pflanzen und Tiere. In: Kreis Wesel Jahrbuch 2001, S. 135-144. Duisburg.
Swoboda, Rolf (2010)
Die Venloer Bahn. Von Haltern über Wesel nach Venlo. Berlin.

Eisenbahnbrücke Wesel

Schlagwörter
Ort
Wesel
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1871
Koordinate WGS84
51° 39′ 16,13″ N, 6° 35′ 34,36″ O / 51.65448°, 6.59288°
Koordinate UTM
32U 333491.73 5725353.74
Koordinate Gauss/Krüger
2541073.21 5724626.56

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„Eisenbahnbrücke Wesel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-92209-20140508-2 (Abgerufen: 23. Juni 2017)
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