Ruhrort, Unteres Ruhrtal, Mülheim a.d. Ruhr (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 065)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung
Gemeinde(n): Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Spielkarte "Duisburg" mit einer Ansicht der Hafenanlagen (aus dem Quartettspiel "Der Rhein", Ravensburger Spiele Nr. 305, Otto Maier Verlag 1952).

    Spielkarte "Duisburg" mit einer Ansicht der Hafenanlagen (aus dem Quartettspiel "Der Rhein", Ravensburger Spiele Nr. 305, Otto Maier Verlag 1952).

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  • Das Fachwerkgebäude des Kulturzentrums Fünte (Fuente), Gracht 209 in Mülheim-Heißen (2013).

    Das Fachwerkgebäude des Kulturzentrums Fünte (Fuente), Gracht 209 in Mülheim-Heißen (2013).

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Ruhrort, das Ruhrtal und Mülheim an der Ruhr sowie ihr Umfeld sind hier beschrieben als bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr. Die wertbestimmenden Merkmale der historischen Kulturlandschaft werden für die Maßstabsebene der Regionalplanung kurz zusammengefasst und charakterisiert.

Ruhrort: überregional bedeutsame historische Schiffer-, Zoll- und Hafenstadt (Mauer von 1437, Stadtrechte 1473) mit 1. bis 3. Stadt­erweiterung (VDL 2010); Kastell Ruhrort, Endpunkt der preußischen Ruhrkohlenschifffahrt 1780–1890: evangelische Kirche (1842), Amtsgericht, Post, Friedhof, historische Bebauung des 18./19. Jahrhunderts, Werfthafen, Bunkerhafen; Nord- und Südhafen
(1863–68) am Vinckekanal; weitere Häfen (1903–08) am Hafenkanal. Oberbürgermeister-Lehr-Brücke nach Duisburg über Ruhr und Kanäle.

Linksrheinisch Homberg, mit Ruhrort durch ein Eisenbahn-Trajekt (1856–1885) mit Eisenbahnhäfen und Homberger Hebeturm von 1856 (hydraulischer Aufzug von der Fähre zu den Bahngleisen) sowie der Straßenbrücke von 1951–54 (Friedrich-Ebert-Brücke) mit hohen Auffahrtsrampen und Brückentürmen der Vorgängerbrücke von 1907 auf Ruhrorter Seite verbunden: Rheinpromenade, Endbahnhof der Strecke von Mönchengladbach (1846); Rheinpreußenhafen.

Mittelmeiderich: Stadtpark (1910–13/1924–25/ab 1948) und Kleingärten; evangelische Kirche, Friedhof; Siedlungen; Bahntrasse von Ruhrort nach Styrum (ab 1867). Siedlung Ratingsee in Obermeiderich: bedeutende städtische Anlage des funktionalistischen Neuen Bauens von 1927/28.

Eisenbahnbrückensystem bei Duissern (1879/1911) im Kontrast zur bäuerlich geprägten Auenlandschaft mit Leinpfad; Styrumer Brücke der ehemaligen Bahnstrecke von Mülheim-Styrum nach Mülheim-Broich – Kettwig (Untere Ruhrtalbahn, 1876/1909).

Rhein-Herne-Kanal und untere Ruhr als Schifffahrtsstraße (1906–1926): Kanalschleuse und Ruhrschleuse bei Ruhrort; Walzenwehr II von 1919 bei Styrum; Schleuse Raffelberg von 1927 und Wasserkraftwerk Raffelberg von 1922–25, Nordhafen in Speldorf.

Styrum, 1442–1806 reichsunmittelbare Herrschaft: Schloss mit zur Villa (F. Thyssen) umgebautem Herrenhaus des 17.–20. Jahrhunderts, Schlosskapelle und Parkanlage; Wasserturm des Thyssenwerks von 1888–92 in Backstein mit Hängebodenbehälter, seit 1992 „Aquarius“-Wassermuseum.

Speldorf: am Hang Solbad Raffelberg von 1909/11 mit Badehaus, Kurhaus mit Wandelhallen, Kursaal und Kinderheilanstalt sowie architektonischem Park; im Norden Terrassenanlage mit Spiegelweiher, im Süden Volkspark mit z.T. altem Baumbestand. Pferderennbahn von 1910.

Friedrich-Wilhelms-Hütte (Standortgründung 1811): baulich und funktional persistenter Standort mit hohem Zeugniswert für die frühe Industrialisierung des Ruhrgebietes.

Mülheim: Altstadt beidseits der Ruhr mit Gebäuden vom Mittelalter bis zum Klassizismus; gut erhaltene Stadtviertel mit typischen Bebauungen des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er Jahre, Rathaus (1911), Stadtbad und Stadtmuseum (1910); Altstadtfriedhof; Dimbeckanlage mit Freilichtbühne.

Westlich der Ruhr Bereich um Schloss Broich (9. Jahrhundert/um 1200/14. Jahrhundert/1644–48/1967–74 rekonstruierende Wiederherstellung) mit Parkanlagen; Silhouetten der Altstadt und von Schloss Broich über die Ruhr.

Viadukt der Bahnlinie Osterath – Dortmund Süd der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft von 1866. Bahnbetriebswerke Mülheim-Speldorf von 1866, heute Straßenbahndepot, und Mülheim-Styrum mit erhaltenem Ringlokschuppen.

Kulturlandschaftliches und denkmalpflegerisches Ziel im Rahmen der Regionalplanung ist eine erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, insbesondere
  • Bewahren und Sichern von Strukturen und tradierten Nutzungen, von Ansichten und Sichträumen von historischen Bereichen
  • Bewahren und Sichern von Elementen, Strukturen, Nutzungen sowie Ansichten und Sichträumen von historischen Objekten
  • Bewahren des Kulturlandschaftsgefüges
  • Wahren als landschaftliche Dominante
  • Sichern linearer Strukturen
Aus: Landschaftsverband Rheinland / Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr, 2014

Internet
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr (Abgerufen: 04.04.2016)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2014)
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung. S. 126, Köln, Münster.
Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland (VDL) (Hrsg.) (2010)
Historische Städte in Deutschland. Stadtkerne und Stadtbereiche mit besonderer Denkmalbedeutung. Eine Bestandserhebung im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Rahmen der Begleitforschung zum Programm Städtebaulicher Denkmalschutz. (Berichte zu Forschung und Praxis der Denkmalpflege in Deutschland 17a.) Petersberg.

Ruhrort, Unteres Ruhrtal, Mülheim a.d. Ruhr (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 065)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2012
Koordinate WGS84
51° 26′ 52,97″ N, 6° 48′ 7,09″ O / 51.44805°, 6.80197°
Koordinate UTM
32U 347263.57 5701942.86
Koordinate Gauss/Krüger
2555795.17 5701797.71

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„Ruhrort, Unteres Ruhrtal, Mülheim a.d. Ruhr (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 065)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-89955-20140406-305 (Abgerufen: 19. November 2018)
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