Naturschutzgebiet „Weseler Aue und Leygraben bei Flueren“

ehemalige Lehmstiche

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Wesel
Kreis(e): Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die Feldmark Allee im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" im Hochsommer 2012. Neben dem Weg gibt es eine Weidefläche mit einer Reihe von angepflanzten Bäumen.

    Die Feldmark Allee im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" im Hochsommer 2012. Neben dem Weg gibt es eine Weidefläche mit einer Reihe von angepflanzten Bäumen.

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  • Bildschirm-Foto eines Mobilgerätes von der Anwendungssoftware "App in die Natur!". Es zeigt eine Übersichtskarte der Informationspunkte entlang des Naturlehrpfades durch das Naturschutzgebiet Weseler Aue (2014).

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  • Bildschirm-Foto eines Mobilgerätes von der Anwendungssoftware "App in die Natur!". Es zeigt den Startbildschirm des Naturlehrpfades durch das Naturschutzgebiet Weseler Aue (2014).

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  • Der Leygraben im Naturschutzgebiet "Weseler Aue", der ungefähr drei Meter breit ist und viel Wasser führt. In einer leichten Kurve führt er an einer Wiese vorbei.

    Der Leygraben im Naturschutzgebiet "Weseler Aue", der ungefähr drei Meter breit ist und viel Wasser führt. In einer leichten Kurve führt er an einer Wiese vorbei.

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  • Ein Teil der Heckrinder-Herde im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" im Herbst 2011. Neben zwei schwarzen und einem braunen Heckrind ist auch ein Kalb zu sehen. Das braune Kalb hat eine weiße Hinterpfote und war bei dieser Aufnahme erst wenige Wochen alt.

    Ein Teil der Heckrinder-Herde im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" im Herbst 2011. Neben zwei schwarzen und einem braunen Heckrind ist auch ein Kalb zu sehen. Das braune Kalb hat eine weiße Hinterpfote und war bei dieser Aufnahme erst wenige Wochen alt.

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  • Der Leygraben

    Der Leygraben

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  • Bildschirm-Foto eines Mobilgerätes von der Anwendungssoftware "App in die Natur!". Es ist den Naturlehrpfad durch das Naturschutzgebiet Weseler Aue und zeigt den Text für den Informationspunkt "Das Naturschutzzentrum Wesel" (2014).

    Bildschirm-Foto eines Mobilgerätes von der Anwendungssoftware "App in die Natur!". Es ist den Naturlehrpfad durch das Naturschutzgebiet Weseler Aue und zeigt den Text für den Informationspunkt "Das Naturschutzzentrum Wesel" (2014).

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  • Bildschirm-Foto eines Mobilgerätes von der Anwendungssoftware "App in die Natur!". Es zeigt ein Luftbild von der Straße Freybergweg in Wesel mit dem Informationspunkt "Das Naturschutzzentrum". Der Informationspunkt ist Teil des Naturlehrpfad durch das Naturschutzgebiet Weseler Aue (2014).

    Bildschirm-Foto eines Mobilgerätes von der Anwendungssoftware "App in die Natur!". Es zeigt ein Luftbild von der Straße Freybergweg in Wesel mit dem Informationspunkt "Das Naturschutzzentrum". Der Informationspunkt ist Teil des Naturlehrpfad durch das Naturschutzgebiet Weseler Aue (2014).

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  • Ein Teil der Heckrinder-Weide im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" (2012), aufgenommen vom Weg aus. Im Hintergrund sind größere Weiden zu erkennen.

    Ein Teil der Heckrinder-Weide im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" (2012), aufgenommen vom Weg aus. Im Hintergrund sind größere Weiden zu erkennen.

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  • Schild mit Adler, als Kennzeichnung eines Naturschutzgebietes. Dahinter ist der Auenwald im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" zu sehen (2012).

    Schild mit Adler, als Kennzeichnung eines Naturschutzgebietes. Dahinter ist der Auenwald im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" zu sehen (2012).

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  • Eine Böschung am Rand des Naturschutzgebietes "Weseler Aue" mit gelb blühendem Rainfarn (Aufnahme Mitte August 2012 vom Radweg aus).

    Eine Böschung am Rand des Naturschutzgebietes "Weseler Aue" mit gelb blühendem Rainfarn (Aufnahme Mitte August 2012 vom Radweg aus).

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  • Der ausgewiesene Radwanderweg, der um den Auesee und durch das Naturschutzgebiet "Weseler Aue" führt (2012).

    Der ausgewiesene Radwanderweg, der um den Auesee und durch das Naturschutzgebiet "Weseler Aue" führt (2012).

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  • Siedlungsrand, der direkt an das Naturschtuzgebiet "Weseler Aue" angrenzt. Zu sehen ist ein schmaler Radweg, der die Stadtteile Feldmark und Flüren verbindet (2012).

    Siedlungsrand, der direkt an das Naturschtuzgebiet "Weseler Aue" angrenzt. Zu sehen ist ein schmaler Radweg, der die Stadtteile Feldmark und Flüren verbindet (2012).

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  • Auenwaldreste im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" mit Weiden hinter einer Wiese (2012).

    Auenwaldreste im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" mit Weiden hinter einer Wiese (2012).

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  • Eine Windradpumpe mit der die Lehmstiche im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" wieder vernässt werden (2012).

    Eine Windradpumpe mit der die Lehmstiche im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" wieder vernässt werden (2012).

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  • Die blass grünen Blüten der Zaunrübe, an der eine Biene Nektar sammelt. Aufnahme im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" (2012).

    Die blass grünen Blüten der Zaunrübe, an der eine Biene Nektar sammelt. Aufnahme im Naturschutzgebiet "Weseler Aue" (2012).

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Das 119 Hektar große Naturschutzgebiet „Weseler Aue und Leygraben bei Flueren“ zieht sich vom nordwestlichen Ortsrand von Wesel in einem Bogen um den Auesee bis hinter Flüren. Vor langer Zeit wurde dieser Bogen vom Rhein durchströmt. Am Rand der Weseler Aue lagerten sich seit der letzten Eiszeit durch Überschwemmungen regelmäßig sogenannte Hochflutlehme ab. Der Pflanzenbewuchs im ehemals hier vorhandenen Auwald und auf alten Wiesen und Feldern hielt den Lehm fest, der bei Hochwassern angeschwemmt wurde. Die so im Laufe der Zeit entstandenen dicken Lehmschichten waren für die Ziegelindustrie von so guter Qualität, dass er – besonders während der Zeit des großen Siedlungswachstums im 19. Jahrhundert – hier abgebaut und zu Ziegeln gebrannt wurde.

Bis zum Anfang der 1980er Jahre wurde die gesamte Weseler Aue regelmäßig überflutet. In der Nachbarschaft des Leygrabens finden sich noch heute die ehemaligen Lehmstiche. Allerdings sind es heute keine offenen, pflanzenarmen Abbaustellen mehr, denn die Natur hat die Flächen längst zurückerobert. In den tiefer liegenden, regelmäßig überfluteten Stichen etablierten sich Schilfröhrichte, die dort, wo das Wasser nur zeitweise stand, in staudenreiche Auengebüsche übergingen. An den trockeneren Stellen stellte sich schon bald der Wald ein. Vor allem im Winter, wenn keine Blätter die Sicht in das Innere des heutigen Waldes behindern, sind die zwischen den einzelnen Abbauflächen vorhandenen Rippen, auf denen einst die Transportloren rollten, gut zu erkennen.

Mit dem Bau des neuen Banndeichs um 1983 fehlten plötzlich die für eine naturnahe Aue so typischen Überschwemmungen und es kam zu deutlichen Veränderungen in der Pflanzenwelt. Auch die Lehmstiche bekamen dies zu spüren. Nach einigen niederschlagsarmen Jahren in der ersten Hälfte der 1990er Jahre waren die Lehmstiche dauerhaft ausgetrocknet und die ökologisch wertvollen Schilfröhrichte wurden von den jahreszeitlich früher und schneller wachsenden Brennnesseln, die auf dem stickstoffreichen Boden allerbeste Bedingungen fanden, verdrängt. Den Brennnesseln rückten von den Rändern aus die aus verschiedenen Weidenarten zusammen­gesetzten Gebüsche auf den Leib. Diese Hecken- und Kopfbaumlandschaft ist noch heute erkennbar. Erst spät gelang es, eine Pumpe zu installieren, die die Lehmstiche erneut mit Wasser füllt. Auch wenn die letzte Überschwemmung schon lange zurückliegt, sind in der Weseler Aue noch Reste des Schilfröhrichts und der Auenwald-Bestände erhalten geblieben.

Die „Weseler Aue mit Leygraben und ehemaligen Lehmstichen“ ist als Naturschutzgebiet und Flora-Fauna-Habitat-Gebiet geschützt.

„App in die Natur“
Mit Mitteln des LVR ließ die Biologische Station im Kreis Wesel e.V. eine App entwickeln, die umfassende Informationen über die Tiere und Pflanzen der Weseler Aue und deren Lebensweise bereitstellt. Entlang eines 7 Kilometer langen Rundweges, der am nördlichen Rand der Weseler Aue gelegen ist, wurden rund 40 verschiedene Infopunkte festgelegt, die jahreszeitlich wechseln und regelmäßig aktualisiert und überarbeitet werden. Zu jedem Infopunkt gibt es einen Informationstext und Fotos, zu einigen auch Videos. Und wer möchte, kann sich eine Kurzfassung der Infotexte wie mit einem Audioguide anhören. Nach den Infopunkten suchen braucht man nicht, denn bei aktiviertem GPS meldet sich das Smartphone automatisch, sobald man sich einem der Infopunkte nähert. Die „AppNatur“ kann über einen Link auf der Internetseite der Biologischen Station kostenlos heruntergeladen werden (siehe unten unter „Internet“).

(Biologische Station im Kreis Wesel e.V., 2013. Erstellt im Zuge des Projektes „Kulturlandschaft am Niederrhein“, Inhalte übernommen aus dem Projekt „Entdeckungsreisen in die Weseler Aue“ - Zwei Projekte im Rahmen des LVR Netzwerks Umwelt)

Internet
www.bskw.de: Biologische Station im Kreis Wesel - „App in die Natur“ (abgerufen 12.11.2014)
www.naturschutzinformationen-nrw.de: Fachinformationen Naturschutzgebiet Weseler Aue und Leygraben bei Flüren (WES-027) (abgerufen 17.04.2014)

Naturschutzgebiet „Weseler Aue und Leygraben bei Flueren“

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Reeser Landstraße
Ort
46483 Wesel
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Koordinate WGS84
51° 40′ 36,96″ N, 6° 35′ 3,77″ O / 51.67693°, 6.58438°
Koordinate UTM
32U 332986.74 5727869.5
Koordinate Gauss/Krüger
2540465.26 5727119.62

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„Naturschutzgebiet „Weseler Aue und Leygraben bei Flueren“”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-79931-20131121-3 (Abgerufen: 13. November 2018)
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