Halde Alsumer Berg in Bruckhausen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Duisburg
Kreis(e): Duisburg
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Halde Alsumer Berg in Duisburg-Bruckhausen (2007)

    Halde Alsumer Berg in Duisburg-Bruckhausen (2007)

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  • Blick vom Alsumer Berg in Duisburg-Bruckhausen nach Norden auf das ThyssenKrupp Steel Werk (2007)

    Blick vom Alsumer Berg in Duisburg-Bruckhausen nach Norden auf das ThyssenKrupp Steel Werk (2007)

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Der Alsumer Berg liegt direkt am Rhein, auf der östlichen Seite trennt ihn nur die Alsumer Straße vom Werksgelände von Thyssen-Krupp-Steel. Die Geschichte dieses Standorts ist außergewöhnlich, denn bis in die 1960er Jahre befand sich anstelle des Berges hier der kleine Duisburger Stadtteil Alsum.

Historie
Alsum datiert vermutlich aus fränkischer Zeit (5.-8. Jahrhundert), urkundlich erwähnt wird es erstmalig 1139 (Urlouchem; Lacomblet 1840). Jahrhundertelang waren die wenigen Bewohner Fischer und Bauern, bis Ende des 19. Jahrhunderts August Thyssen die Gegend montanindustriell erschloss. Er gründete unweit östlich von Alsum, nördlich der Straße, die heute von dort nach Bruckhausen führt (Tunnel Matenastraße), 1891 seine August-Thyssen-Hütte – den Kern des heutigen Hüttenwerks von Thyssen-Krupp-Steel. Das Werk lag nicht unmittelbar am Rhein, da dieser hier zu Überschwemmungen neigt, hatte aber eine Gleisanbindung zum Alsumer Hafen, der einen Ausbau der vor ihrer Verlegung hier mündenden Emscher darstellte. Thyssen hatte bereits 1882 diesen Hafen für seine in Hamborn gelegenen Zechen der „Gewerkschaft Deutscher Kaiser“ in Betrieb genommen. Nachdem er keine Genehmigung für einen Erweiterungsbau des Hafens erlangen konnte, verlagerte er mit Bau des Hafens Schwelgern ab 1902 seinen Umschlag zunehmend dorthin.

Das Ende des Alsumer Hafens kam durch ein Rheinhochwasser 1925/26. Der Hafen wurde so stark überschwemmt, dass Thyssen ihn aufgab. Ursächlich war dafür nicht nur das Hochwasser, sondern seine durch Bergsenkungen verstärkte Wirkung. Auch in der Ortschaft Alsum vermehrten sich Bergschäden und Absenkungen, so dass bereits damals eine Aufgabe der Siedlung diskutiert wurde. Eine Entscheidung wurde aber erst 1954 durch die Stadt Duisburg getroffen und sie wurde erleichtert durch die Kriegszerstörungen Alsums, dass durch die Lage inmitten des Hüttenwerks starke Schäden erlitten hatte. Der westliche Siedlungsteil wurde nachfolgend mit dem Alsumer Berg aufgeschüttet, der aus Kriegsschutt und Müll besteht. Der östliche Siedlungsteil wurde zum Werksgelände von Thyssen-Krupp Steel.

Im Bereich des Werksparkplatzes vor dem westlichen Tunneleingang an der Matenastraße befand sich eine Arbeiterkolonie. Sie bezeugte, dass auch Alsum durch die Industrialisierung und die Aktivitäten Thyssens physiognomisch und soziokulturell stark überprägt worden war. 1933 wurde mit 3.360 die höchste Einwohnerzahl erreicht, 1950 betrug sie 1.580 und 1965 zogen die letzten Einwohner Alsums aus (Stadt Duisburg 2013).

Aussichtsberg auf die Industriekultur
Die Landmarke „Alsumer Berg“ wurde im Zuge der IBA Emscher Park in den 1990er Jahren begrünt und mit Wegen und Aussichtspunkten als Standort der „Route der Industriekultur“ erschlossen. Vom Gipfel mit dem an den Stadtteil Alsum erinnernden Gipfelkreuz bietet sich ein faszinierender Blick auf die Kokerei Schwelgern und die Hochöfen im ThyssenKrupp Stahlwerk. Ungefähr alle 20 Minuten lassen sich die atmosphärischen Erscheinungen des Koks-Löschvorgangs beobachten. Nach Nordwesten bietet sich ein beeindruckender Blick auf die linksniederrheinische Agrarlandschaft, die in starkem Kontrast zur rechtrheinischen Montanindustrie steht. Dazwischen schlängelt sich der Rhein, dessen Bedeutung als Verkehrsader durch die vielen Schubverbände und Schiffe schnell deutlich wird. Bei Nacht bietet sich ein besonderes Lichterpanorama.

(Martina Gelhar, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2013)

Internet
www.route-industriekultur.de: Route der Industriekultur: Alsumer Berg (abgerufen 08.03.2013)

Literatur

Lacomblet, Theodor Josef; Schleidgen, Wolf-Rüdiger (Bearb.) (1981)
Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins. Niederrheinisches Urkundenbuch (NRUB). (Veröffentlichungen der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen, C 10.) Siegburg.
Rommel, F. (1974)
Alsum und Schwelgern. (Duisburger Forschungen Band 19.) Duisburg.
Stadt Duisburg, Amt für Statistik, Stadtforschung und Europaangelegenheiten (Hrsg.) (o.J.)
Einwohnerstatistik. Duisburg.

Halde Alsumer Berg in Bruckhausen

Schlagwörter
Ort
Duisburg - Bruckhausen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1960 bis 1980
Koordinate WGS84
51° 29′ 51,31″ N, 6° 43′ 37,92″ O / 51.49759°, 6.7272°
Koordinate UTM
32U 342239.6 5707609.89
Koordinate Gauss/Krüger
2550542.57 5707254.89

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„Halde Alsumer Berg in Bruckhausen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-62065-20130308-2 (Abgerufen: 16. August 2018)
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