Museum für Ostasiatische Kunst

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Museum für Ostasiatische Kunst, Straßenansicht (2012)

    Museum für Ostasiatische Kunst, Straßenansicht (2012)

    Copyright-Hinweis:
    Wolf, Silvia-Margrit / LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Wolf, Silvia-Margrit
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Museum für Ostasiatische Kunst, Straßenansicht von Südwesten mit dem Eingang (2012)

    Museum für Ostasiatische Kunst, Straßenansicht von Südwesten mit dem Eingang (2012)

    Copyright-Hinweis:
    Wolf, Silvia-Margrit / LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Wolf, Silvia-Margrit
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Das Museum für Ostasiatische Kunst, 1977 eröffnet, liegt am Inneren Grüngürtel von Köln und dort am westlichen Ufer des Aachener Weihers.
Der japanische Architekt Kunio Maekawa (1905-1986) entwarf ein Museum mit umgebenden Außenanlagen, das als Gesamtanlage auf den Aachener Weiher bezogen ist. Die Kontaktarchitekten Berner und Jacobs aus Köln setzten den Entwurf 1976/77 um. Der Architekt Wolfgang Döring aus Düsseldorf konzipierte die Inneneinrichtung.

Beschreibung
Das Museum zeigt sich als ein- bis dreigeschossiger, pavillonartig in größere und kleinere Baukörper gegliederter Flachdachbau. Auf die rundum sehr heterogene städtische Umgebung antwortet der Entwurf mit schlichten Formen in warmen Farbtönen. Der Bau vermittelt zwischen der Verkehrskreuzung an der Aachener Straße und dem Aachener Weiher und ist über die Gestaltung der Außenanlagen sowohl mit der Wasserfläche als auch mit dem südlich anschließenden Japanischen Kulturinstitut verbunden. Großräumig betrachtet leitet er zum Inneren Grüngürtel und passt sich dabei wie selbstverständlich, im Bauvolumen gestaffelt, in den Randbereich zwischen Straßenraum und Uferzone ein.

Zur Straße geht die Gesamtanlage fließend über in den gepflasterten großzügigen Vorplatz mit Solitärbäumen und mit von Grauwackemauern eingefassten Hochbeeten. Im Nordosten liegt separat in gleicher Formensprache das eingeschossige Hausmeister- und Gästehaus mit einem Innenhof; hier grenzt die Grünanlage des Aachener Weihers mit ihren Rasenflächen, Gehölzgruppen und Alleen an. Im Osten führt die Uferpromenade, gesäumt von einer Lindenallee, unmittelbar an der Anlage vorbei, eine Brücke überspannt die Stufe zwischen dem eigens geschaffenen Wasserbecken des Museums und dem Aachener Weiher.
Das Museum ist ein Betonbau um ein Atrium mit japanischem Garten. Der Bau ist in Scheibenbauweise errichtet. Wandflächen stehen im rechten Winkel gegeneinander, bestimmen zusammen mit der Decke die statische Konstruktion und bilden architektonisch gliedernde Elemente, insbesondere im Ausstellungsbereich, der sich vom Foyer über das Erdgeschoss Richtung Aachener Weiher erstreckt. Außen ist der Bau rundum mit glasierten, in Brauntönen schillernden und in der Oberfläche leicht unebenen Keramikkacheln verkleidet. Diese großformatigen genagelten Fliesen sind eine Erfindung Maekawas und stellen ein Charakteristikum seiner Bauten der 1970er Jahre dar. Innerhalb des Museums wird zwischen einem öffentlichen Bereich und einem Verwaltungsteil unterschieden.
Über die Esplanade an der Universitätsstraße betritt der Besucher das Foyer. Hier öffnen sowohl zum Atrium als auch zum Weiher raumhohe Glaswände den Bau. Von der Terrasse am Weiher führen über die Wasserfläche Trittsteine auf die wie eine No-Bühne inszenierte, mit Granitplatten belegte Betoninsel von 1980 mit der Steinskulptur „Fahne im Wind“. Insel, Skulptur sowie den Garten im Atrium schuf der Bildhauer Masayuki Nagare aus Tokio.

Mit dem Umbau 1992 bis 1995 wurde die Ausstellungsfläche um Erdgeschossflächen des Verwaltungsteils erweitert. Der im Norden anschließende zwei- und dreigeschossige Verwaltungsteil ist seitdem in dem um ein Geschoss erhöhten, nun dreigeschossigen nördlichen Quaderbau, der etwa ein Meter über das Flachdach ragt und mit Aluminium verkleidet ist. Diese Räume sind zusätzlich über einen im Obergeschoss von dem Gartengestalter Kazuo Makioka geschaffenen schmalen Innenhof mit in hellem Kies gebetteten Steinen belichtet. Der Maler Hide Nasu fertigte für die Nordseite des Innenhofs eine Schirmstellwand in changierenden Goldtönen. Die ins Obergeschoss verlegte Bibliothek erhält über nach Norden gerichtete Sheddächer Licht.

Begründung des Denkmalwertes
In der Tradition des Vorgängerbaus am Hansaring, gestützt auf die Sammlungen von Privatpersonen, die mit der Stadt Köln verbunden sind, ist das Museum von ortsgeschichtlicher Bedeutung. Doch ist es auch ein wichtiger Bau im Werk von Kunio Maekawa, eines bedeutenden japanischen und international anerkannten Architekten des 20. Jahrhunderts und legt Zeugnis ab von japanischer Architektur in Europa.
Der Baukörper überzeugt mit seiner wohlüberlegten Raumkonzeption, mit der abgestimmten Ausstattung und dem harmonischen Übergang zum Außenraum.

Zusammen mit seinem Vorgängerbau gehört das Museum für Ostasiatische Kunst zu den Museums- und Kulturbauten der Stadt Köln; als gebauter Ausdruck einer besonderen Architekturaufgabe steht es am Beginn einer Folge von neu konzipierten Museen in der Bundesrepublik. In der gebauten Substanz weitgehend unverändert, ist der Bau nicht nur ein in sich stimmiges Gesamtwerk sondern auch ein Ort der Forschung, ein Stein gewordenes Symbol des wissenschaftlichen Austauschs zwischen dem abendländischen und dem asiatischen Kulturraum und drückt schließlich die Verbundenheit der Stadt Köln mit dem asiatischen Kulturkreis aus.

(Elke Janßen-Schnabel, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2013)

Museum für Ostasiatische Kunst

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Universitätsstraße 100
Ort
50674 Köln - Neustadt-Süd
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1977
Koordinate WGS84
50° 56′ 6,7″ N, 6° 55′ 32,18″ O / 50.9352°, 6.92561°
Koordinate UTM
32U 354244.41 5644667.51
Koordinate Gauss/Krüger
2565108.74 5644845.52

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Museum für Ostasiatische Kunst”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-61921-20130304-2 (Abgerufen: 12. November 2018)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang