Schutzbunker „in der Hol“ in Kelberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Kelberg
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Schautafel der Geschichtsstraße Kelberg zum Schutzbunker "In der Holl" in Kelberg (Station 45)

    Schautafel der Geschichtsstraße Kelberg zum Schutzbunker "In der Holl" in Kelberg (Station 45)

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    Burggraaff, Peter; Richter Melanie / Verbandsgemeinde Kelberg
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    Burggraaff, Peter; Richter Melanie
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  • Rekonstruierter Eingangsbereich des Schutzbunkers „in der Hol“ in Kelberg mit Stationsstein und Tafel der Geschichtsstraße (2010).

    Rekonstruierter Eingangsbereich des Schutzbunkers „in der Hol“ in Kelberg mit Stationsstein und Tafel der Geschichtsstraße (2010).

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    Burggraaff, Peter
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    Peter Burggraaff
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Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges geriet Kelberg ab Herbst 1944 zunehmend in den Fokus der Alliierten Luftangriffe. Das Dorf lag unmittelbar an der Kreuzung zweier wichtiger Aufmarschstraßen (die heutige B 257 und B 410). Die Luftangriffe häuften sich und die Einwohner suchten Schutz. Wer keinen Gewölbekeller besaß, floh zunächst aufs freie Feld.

Im Herbst 1944 begann man in Kelberg mit den Aushubarbeiten für einen Stollen. Er wurde in den Hang getrieben. Bald traf man auf festes Felsgestein. Mit einem 1 m langen „Dreheisen“ trieb man mit einem Vorschlaghammer Löcher für den Sprengstoff (Donalit) in den Fels. Nach erfolgreicher Sprengung wurden etwa 300 m³ Gestein aus dem Berg gelöst. Dieses Gestein wurde als zusätzlicher Schutz oben auf den Bunker verarbeitet.

Es entstand im mit Fichtenstämmen gestützten Stollen ein Aufenthaltsraum von ca. 10 m² (1,5 x 6,5 m) und einer Höhe von 1,9 m. Die Decke war mit Eichenbalken abgedeckt. Sie bot Schutz für ca. 25 bis 30 Personen. Vom „Aufenthaltsraum“ führte ein Notausgang, der ebenfalls ca. 10 m lang in das freie Gelände.

Am 16. Januar 1945 wurde Kelberg zu zwei Dritteln zerstört. Wer an diesem Tag die kleine Holztür mit dem verstärkenden „Z“ erreicht hatte, fühlte sich sicher. Heute mahnt und erinnert die Rekonstruktion an diejenige, die es nicht geschafft haben. Der Eingangsbereich ist 2008 detailgetreu für die Geschichtsstraße mit senkrechten Eichenbalken, Deckenkonstruktion aus Eichen und Holztür, die mit aufgenagelten Brettern in Z-Form verstärkt war, rekonstruiert worden (Geschichtsstraße der Verbandsgemeinde Kelberg, Abschnitt 2, Station 45).

Durch die Rekonstruktion des Eingangsbereiches ist ein Abschnitt der Kelberger Geschichte im Zweiten Weltkrieg erlebbar gemacht worden. Die Geometrie markiert den Eingang sowie den dahinterliegenden untertägigen Bereich an der Straße „In der Holl“.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2013)

Literatur

Burggraaff, Peter (2009)
Die Geschichtsstraße Kelberg als vermittelndes interkommunales Projekt. In: Vermittlung von Kulturlandschaften. Initiative zur Förderung des Kulturlandschaftsbewusstseins (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 73-83. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Bundesamt für Naturschutz und Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2010)
Landschaft erzählen – die Geschichtsstraße in Kelberg (Eifel) als Fallbeispiel für die Erläuterung von Natur- und Kulturerbe. In: Wege zu Natur und Kulturlandschaft (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 56-71. Bonn.

Schutzbunker „in der Hol“ in Kelberg

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Fernerkundung, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1944
Koordinate WGS84
50° 17′ 22,23″ N, 6° 55′ 5,43″ O / 50.28951°, 6.91818°
Koordinate UTM
32U 351705.57 5572893.43
Koordinate Gauss/Krüger
2565476.65 5573014.61

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„Schutzbunker „in der Hol“ in Kelberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-61620-20130226-7 (Abgerufen: 17. November 2018)
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