Burg Bachem

Haus Bachem

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Frechen
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
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Bevor an diesem Standort im Ortsteil Frechen-Bachem eine Wasserburg errichtet wurde, muss dort bereits im 9. Jahrhundert ein „festes Haus“ bestanden haben. Dieses wird urkundlich genau wie der Ort Bachem in einer Urkunde der Abtei Prüm erwähnt, der dieses durch die „edle Frau Hiedilda zu Bachem“ vermacht wurde (Mittelrheinisches Urkundenbuch 1, Nr. 105: „Der Abtei Prüm Precarie mit der edlen Frau Hiedilda. 866 den 20. December.“).
Dieses feste Haus wurde im Mittelalter, vermutlich im 13. Jahrhundert als Wasserburg ausgebaut und gehörte territorial zum Herzogtum Jülich, wohingegen andere Teile Bachems zu Kurköln gehörten. Burg Bachem war im Laufe der Zeit im Besitz unterschiedlicher rheinischer Adelsgeschlechter, darunter die Herren zu Bachem, von Palant und Culemborg, die Burg Bachem als Stammsitz ihrer Schultheißen nutzten.
Im 16. Jahrhundert wurde Burg Bachem im Truchsessischen Krieg stark zerstört und in der Folgezeit geplündert, so dass auf frühen Kartenwerken an dieser Stelle der Eintrag „alde Borch“ zu finden ist, wobei „alde“ als ehemalige und nicht alt im Gegensatz zu einem neueren Burgbau zu sehen ist. Das Fundament des mittelalterlichen Wohnturms wurde 1975 bei Ausgrabungsarbeiten auf dem Gelände entdeckt und freigelegt.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde Burg Bachem auf den erhaltenen romanischen Fundamenten wieder neu aufgebaut, und erhielt ihr heutiges Erscheinungsbild als Backsteinbau mit dem prägnanten Turm und der dreibogigen Brücke über den Wassergraben. Die Fundamente der Burg stehen auf Holzpfählen. Burg Bachem besteht aus Vorburg und Hauptburg, der umgebende Wassergraben ist heute nur noch teilweise geflutet.

Mitte des 18. Jahrhunderts ließ der damalige Burgherr Freiherr von Geldern die benachbart liegende Pfarrkirche St. Mauritius errichten und nutzte sie fortan als seine Burgkapelle. Im Jahr 1836 wurde Burg Bachem an Egon von Fürstenberg verkauft. Der Fürstenbergischen Verwaltung gehört die Wasserburg bis heute an, und wurde zuletzt in den 1970er Jahren aufwändig saniert.

Hinweis
Burg Bachem ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches „Haus Bachem“ (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 151).

(Anne Hentrich, LVR-Redaktion KuLaDig, 2014)

Literatur

Beyer, Heinrich; Eltester, Leopold; Goerz, Adam u.a. (1874)
Mittelrheinisches Urkundenbuch, Urkundenbuch zur Geschichte der mittelrheinischen Territorien. Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die Preußischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien, Ausgabe Coblenz, 3 Bände 1860-1874 (MRhUB). Bd. 1, S. 109-111, Koblenz.
Der Stadtdirektor der Stadt Frechen (Hrsg.) (1993)
Frechen. Eine Stadt verändert ihr Gesicht 1951-1991. Düren.
Göbels, Karl (1977)
Frechen - damals. Von der Römerzeit bis zur Stadtwerdung. Ein heimatgeschichtliches Lesebuch. Köln.

Burg Bachem

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schloßstraße
Ort
50226 Frechen - Bachem
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 866
Koordinate WGS84
50° 53′ 37,24″ N, 6° 48′ 47,39″ O / 50.89368°, 6.81316°
Koordinate UTM
32U 346207.68 5640279.42
Koordinate Gauss/Krüger
2557255.7 5640133.63

Empfohlene Zitierweise

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„Burg Bachem”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-58846-20130102-12 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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