Pfarrkirche St. Audomar Frechen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Frechen
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die Westfassade mit dem unteren Teil des Kirchturms der katholischen Pfarrkirche St. Audomar in Frechen (2013).

    Die Westfassade mit dem unteren Teil des Kirchturms der katholischen Pfarrkirche St. Audomar in Frechen (2013).

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  • Teil der nördlichen Aussenfassade mit einer Pietà-Darstellung in einer Nische an der katholischen Pfarrkirche St. Audomar in Frechen (2013)

    Teil der nördlichen Aussenfassade mit einer Pietà-Darstellung in einer Nische an der katholischen Pfarrkirche St. Audomar in Frechen (2013)

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  • Westfassade mit dem oberen Teil des Kirchturms der katholischen Pfarrkirche St. Audomar (2013)

    Westfassade mit dem oberen Teil des Kirchturms der katholischen Pfarrkirche St. Audomar (2013)

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  • Die südliche Aussenfassade der katholischen Pfarrkirche St. Audomar (2013)

    Die südliche Aussenfassade der katholischen Pfarrkirche St. Audomar (2013)

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  • Christus-Skulptur vor der katholischen Pfarrkirche St. Audomar in Frechen (2013)

    Christus-Skulptur vor der katholischen Pfarrkirche St. Audomar in Frechen (2013)

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  • Denkmal-Hinweistafel an der katholischen Pfarrkirche St. Audomar in Frechen (2013)

    Denkmal-Hinweistafel an der katholischen Pfarrkirche St. Audomar in Frechen (2013)

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  • Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Audomar in Frechen (2013).

    Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Audomar in Frechen (2013).

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St. Audomar - die einzige Kirche dieses Namens in Deutschland
Die Pfarrkirche St. Audomar ist die Hauptkirche der Stadt Frechen und die einzige Kirche in Deutschland die ein Patrozinium des Heiligen Audomar trägt.
Dieses außergewöhnliche Patrozinium rührt von den ursprünglichen Besitzverhältnissen in Frechen her. Zur Zeit der Karolinger gehörten weite Teile des heutigen Frechener Stadtgebietes zur Abtei St. Bertin in Saint-Omer in Nordfrankreich (= St. Omer / St. Audomar, Département Pas-de-Calais). Aus diesem Besitzverhältnis stammt auch die erste urkundliche Erwähnung der Frechens, in einer aus dem Jahr 877 stammenden Urkunde in St. Omer wird Frechen erwähnt. Kaiser Karl II. der Kahle (823-877, westfränkischer König 843-877, König von Italien und Römischer Kaiser 875-877) bestätigte in dieser Urkunde den Grundbesitz der französischen Abtei, der damals aus einer Mutterkirche und umgebenden Ländereien bestand.
Der Bereich um St. Audomar stellt auch das erste historische Zentrum Frechens dar, der untypisch nicht im Kern der damaligen Bebauung lag sondern randlich dazu. Nach germanischem Recht war der größte Grundbesitzer einer Siedlung dazu verpflichtet, sozusagen für das geistliche und sittliche Wohl der Bewohner Sorge zu tragen. Das verpflichtete die Abtei zum Bau einer Kirche in Frechen, die daher das außergewöhnliche St. Audomar-Patrozinium erhielt, welches ansonsten nur entlang der französisch-belgischen Grenze zu finden ist.

Baugeschichte
Das Aussehen dieser ersten Kirche in Frechen ist nicht überliefert. Es ist bekannt, dass während des Truchsessischen Krieges im Jahr 1583 St. Audomar niedergebrannt wurde. Ob jedoch zu diesem Zeitpunkt, der erste vermutlich im 8. Jahrhundert errichtete Bau den Flammen zum Opfer fiel oder ein bereits errichtetet Nachfolgebau, bleibt im Dunkeln. Belegt ist, dass die Kirche zeitnah wieder aufgebaut wurde, denn aus dem Jahr 1610 stammt ein Kupferstich, der den Kirchenbau zeigt. Zu dieser Zeit dürfte auch spätestens mit der Belegung des südlich des Bauwerks anschließenden Kirchhofs begonnen worden sein, dessen ältere Grabmale auf das 17. Jahrhundert datiert werden. Innerhalb des Kirchenbaus wurden höherstehende Persönlichkeiten beigesetzt, wie zu jener Zeit üblich. So ist eine Grabplatte erhalten, die heute in der Wand von St. Audomar eingelassen wurde, die den Namen Hermann Spies von Büllesheim trägt, dem damaligen Burgherrn der heute nicht mehr existenten Frechener Burg.
Im Jahr 1714 erfolgte ein Neubau der Kirche, ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden jedoch auch zu diesem Bau Erweiterungspläne erstellt, um die weiter wachsende Bevölkerung fassen zu können. Ab 1850 erhielt das Kirchenschiff sein heutiges Aussehen, der Kirchturm von 1714 blieb zunächst erhalten. St. Audomar wurde ab 1850 im neoromanischen Stil ausgebaut. Dabei wurde immer ein Teil der Kirche für Gottesdienste und Seelsorge erhalten, so dass der normale Kirchenalltag nicht zum Erliegen kam. So wurde zunächst der alte Chor abgerissen und eine Zwischenwand errichtet. Hinter dieser wurden Querschiff und neuer Chor erbaut, so dass nach deren Fertigstellung die Gemeinde in diesen Bereich „umziehen“ konnte während auf der anderen Seite der Zwischenwand das Langhaus ausgebaut werden konnte. 1859 konnte der neue Kirchenbau nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner (1802-1861) schließlich eingeweiht werden.
Im Jahr 1909 wurde der alte Kirchturm von 1714 abgerissen. Das Langhaus wurde um ein Joch verlängert und der neue, heute sichtbare Kirchturm wurde errichtet.

Oomssche Keramikplastik vor der Kirche
Vor der Kirche findet sich die Plastik „Christus Welterlöser“. Auch sie stammt wie viele Keramikplastiken im Frechener Stadtbild aus dem Werk Kalscheuer und zählt zu den Oomsschen Keramiken (unter diesem Begriff versteht man die in den 1920er und 1930er Jahren in der Steinzeugfabrik Kalscheuer auf Initiative des Werkleiters Toni Ooms gefertigten Fein- und Baukeramiken nach Vorbildern Kölner Bildhauer und Künstler).
Sie wurde gefertigt nach Entwürfen des Kölner Kunstbildhauers und Reliefkünstlers Franz Albermann (1877-1959), genau wie das Kriegerehrenmal Christ König in Frechen-Bachem. Christus steht hier als Retter der Welt auf dem Globus. Auffallend ist der Kontrast zwischen der schlanken, eleganten Christusfigur und dem massiven Sockel, auf dem sie sich befindet.
Im Osten der Kirche schließt sich das Pfarrhaus von St. Audomar an, das durch die Verwendung der gleichen Baumaterialien und Baustil ein Gesamtensemble mit der Kirche bildet.

(Anne Hentrich, LVR-Redaktion KuLaDig, 2014)

Literatur

Der Stadtdirektor der Stadt Frechen (Hrsg.) (1993)
Frechen. Eine Stadt verändert ihr Gesicht 1951-1991. Düren.
Göbels, Karl (1980)
Baudenkmäler in Frechen kurz belichtet - Pfarrkirche St. Audomar. In: Lebendiges Frechen, Heft 3/80, S. 11. Frechen.
Göbels, Karl (1977)
Frechen - damals. Von der Römerzeit bis zur Stadtwerdung. Ein heimatgeschichtliches Lesebuch. Köln.
Riesop, Hermann Josef (1982)
Weihegaben für Gott. Der Kirchenschatz der Pfarrkirche St. Audomar zu Frechen - eine Betrachtung nach theologischen, historischen und kunsthistorischen Aspekten. o. O.

Pfarrkirche St. Audomar Frechen

Schlagwörter
Ort
50226 Frechen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 701 bis 877
Koordinate WGS84
50° 54′ 34,63″ N, 6° 48′ 56,83″ O / 50.90962°, 6.81578°
Koordinate UTM
32U 346444.52 5642046.39
Koordinate Gauss/Krüger
2557420.57 5641909.02

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„Pfarrkirche St. Audomar Frechen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-58836-20130102-2 (Abgerufen: 18. August 2018)
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