Kaiserplatz und Kaiserstatue

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Der Kaiserplatz in BonnKaiserplatz

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    Der Kaiserplatz in Bonn

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  • Kaiserplatz in Bonn von Nordosten her gesehen mit der dreiteiligen Springbrunnenanlage im Vordergrund (2013)

    Kaiserplatz in Bonn von Nordosten her gesehen mit der dreiteiligen Springbrunnenanlage im Vordergrund (2013)

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  • Schild am Kaiserplatz

    Schild am Kaiserplatz

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  • Nahaufnahme der Kaiserstatue von Wilhelm I. auf dem Bonner Kaiserplatz

    Nahaufnahme der Kaiserstatue von Wilhelm I. auf dem Bonner Kaiserplatz

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  • Restaurierte Statue von Kaiser Wilhelm I. vor dem Residence Hotel

    Restaurierte Statue von Kaiser Wilhelm I. vor dem Residence Hotel

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  • Kaiserplatz, Ansicht von der Bahnunterführung kommend

    Kaiserplatz, Ansicht von der Bahnunterführung kommend

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  • Denkmal für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus auf dem Kaiserplatz

    Denkmal für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus auf dem Kaiserplatz

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Lage und Entstehung
Der Kaiserplatz in seinem heutigen Erscheinungsbild befindet sich zwischen „Am Neutor“ und der Eisenbahnlinie. Historische Gebäude umgeben den Kaiserplatz, wie die evangelische Kreuzkirche und das heutige Hauptgebäude der Universität Bonn, das ehemalige Kurfürstliche Schloss. Der Platz misst ca. 102 Meter in der Länge und ca. 42 Meter in der Breite.
Im Gegensatz zu Plätzen wie beispielsweise dem Marktplatz hatte der Kaiserplatz keine historisch gewachsene Funktion. Vielmehr markierte der Kaiserplatz lange Zeit den Anfang der Poppelsdorfer Allee, die heute noch erlebbare Sichtachse zwischen Kurfürstlichem Schloss und Poppelsdorfer Schloss. Die später entstandene Bahntrasse durchschnitt diese Allee.
Der Name Kaiserplatz führt zurück auf Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen, Wilhelm I., der erste deutsche Kaiser im 19. Jahrhundert. Aufgrund der patriotischen Stimmung nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 beschloss man ihm zu Ehren am 23.12.1874 einen Teil der Poppelsdorfer Allee zum Kaiserplatz zu ernennen (Klein, 2011 und www.bonn-city.de). Diese Entstehungsgeschichte erklärt, warum die heutige Poppelsdorfer Allee anstatt bei Hausnummer 1 mit der Hausnummer 15 beginnt.

Kaiserstatue
Am 16. Oktober 1906 wurde durch Kaiser Wilhelm II. eine Statue von Kaiser Wilhelm I. eingeweiht. Diese befand sich ursprünglich am oberen Ende des Kaiserplatzes beim Neutor, direkt unterhalb des Balkons der Schlafgemächer des Kurfürstlichen Schlosses. Die vom Bildhauer Harro Magnussen geschaffene Statue beeindruckte vor allem durch eine aufwendige Sockelkonstruktion. 1945 fiel die Statue allerdings amerikanischen Soldaten zum Opfer, die daran Schießübungen absolvierten. Der Sockel sowie der Kopf Kaiser Wilhelms I. wurden dabei zerstört. Bis zur Restaurierung fristete die Statue ein „kopfloses“ Dasein auf dem Bonner Bauhof. Anlässlich einer Jubiläumsausstellung im Rheinischen Landesmuseum 1987 verlor die Statue bei der Verladung sogar noch ihre Füße. Im Rahmen der Eröffnung des Residence Hotels der Günnewig-Kette am Kaiserplatz fand die Statue jedoch einen neuen Standort. Gerhard Günnewig steuerte 70.000 DM zur Restaurierung bei. Der Kopf der Kaiserstatue wurde vollständig aus Carrara-Marmor erneuert. Lediglich der Sockel bekam eine schlichtere Form als die ursprüngliche Version. Seitdem richtet die Statue von Kaiser Wilhelm I. wieder den Blick in Richtung Bonner Hauptbahnhof.

Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus
Eine weitere Veränderung, die im Laufe der Zeit am Kaiserplatz vorgenommen wurde, ist die Aufstellung eines Denkmals für die Opfer des Nationalsozialismus. Erst seit 1998 befindet sich diese Stele am südlichen Ende der Wiese des Kaiserplatzes. 1950 war die Stele auf dem Hofgarten eingeweiht worden und stand ab 1969 im Bonner Stadtgarten (www.bonn-city.de). Da sie zunehmend in Vergessenheit geriet, entschied die Stadt Bonn sich für die neuerliche Umsetzung. An der aus südlicher Sicht rückwärtigen Seite wurde zudem eine Ergänzungstafel angebracht. Sie benannt genauer die auf der Vorderseite beschriebenen Opfer des Nationalsozialismus.

Die Brunnen
Am nördlichen Ende des Kaiserplatzes befindet sich eine dreiteilige Springbrunnenanlage. Im Süden, kurz vor der Unterführung der Bahntrasse, steht der Kaiserbrunnen. Er wird allerdings heute durch die Maximilianstraße von dem eigentlichen Kaiserplatz abgetrennt.

Der Kaiserplatz als Versammlungsort
Nach der Machtergreifung 1933 diente der Kaiserplatz der NSDAP als Paradeplatz und als Ort öffentlicher Machtdemonstration (www.bonn-city.de). Aus Anlässen wie z.B. dem Kreisparteitag im Juni 1939 zogen die Paraden zu Füßen der Kaiserstatue vorbei (www.bonn.de). Bereits vorher exerzierten britische Soldaten auf dem Kaiserplatz, als Bonn am Ende des Ersten Weltkrieges von alliierten Truppen besetzt war (www.bonn-region.de).

Treffpunkt für Punks und Stadtstreicher
Mitte der 1980er Jahre wurde der Kaiserplatz Zentrum wachsender Unruhen. Weil sich Vertreter der Punkbewegung dort gerne trafen und Pöbeleien zunahmen, fühlten sich viele Anwohner belästigt. Häufig glich der Kaiserplatz einer Müllkippe. Die Tageszeitung Express betitelte den Kaiserplatz sogar als „Bonns Schandfleck Nr.1“. Die Belästigungen führten zu der Gründung einer Bürgerinitiative. Eine Änderung der Straßenordnung, der Verbot des Alkoholverkaufs sowie der Einsatz von Sicherheitspersonal wurde öffentlich diskutiert. Sogar Sitzbänke wurden demontiert. Der schlechte Ruf des Kaiserplatzes hielt noch bis zu der Aufstellung des Denkmals der NS-Opfer. Einige Bürger befürchteten dessen Beschädigung.

(Valentin Betz, Geographisches Institut der Universität Bonn, 2013)

Quellen
Stadtarchiv Bonn, Tageszeitungsausschnitte:
  • General-Anzeiger 03.11.1988, „Neuer Platz für Kaiser Wilhelm I.“, Signatur 140/407
  • General-Anzeiger 15.06.1984, „Änderung der Straßenordnung soll Ordnung am Kaiserplatz herstellen“, Signatur 136/1540
  • General-Anzeiger 26.09.1984, „Hilfssheriffs an den Kaiserplatz?“, Signatur 136/1540
  • General-Anzeiger 27.09.1984, „Sitzbänke auf Kaiserplatz demontiert, Platz soll “unattraktiver„ werden“, Signatur 136/1540
  • General-Anzeiger 06.02.1997, „Standort sehr bedenklich“, Signatur 149/245
  • General-Anzeiger 03.04.1989, „Der Kaiser kehrt zurück“, Signatur 141/609
  • Bonner Rundschau 21.10.1988, „Zerschossener Kaiser bekommt einen neuen Kopf aus Carrara“, Signatur 140/407
  • Bonner Rundschau 20.06.1984, „Das Lagern im Park wird jetzt verboten“, Signatur 136/1540
  • Express (Bonn) 25.05.1984, „Kaiserplatz - Bonns Schandfleck Nr.1“, Signatur 136/1540
Internet
www2.bonn.de: Stadtmuseum Bonn, Das braune Bonn, Personen und Ereignisse 1925-1939 (Aufgerufen 05.01.2013)
www.bonn-city.de: Bonncity, Der Kaiserplatz – Von Nacktbadern und barocken Bauten (Abgerufen 05.01.2013)
www.bonn-region.de: Bonn-Region, Krisenzeiten und NS-Diktatur (Abgerufen 05.01.2013)
www.tim-online.nrw.de: TIM online (Abgerufen 05.01.2013)

Literatur

Klein, Ansgar Sebastian / Stadt Bonn (Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek) (Hrsg.) (2011)
Bonner Straßennamen. Herkunft und Bedeutung. (Veröffentlichungen des Bonner Stadtarchivs Bonn 70.) Bonn.
Weffer, Herbert (2007)
Schibbelich jelaach - unglaubliche Bonner Straßengeschichten. Gudensberg-Gleichen.

Kaiserplatz und Kaiserstatue

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Archivauswertung, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Fotos
Historischer Zeitraum
Beginn 1874
Koordinate WGS84
50° 43′ 55,24″ N, 7° 06′ 3,26″ O / 50.73201°, 7.10091°
Koordinate UTM
32U 365980.07 5621743.92
Koordinate Gauss/Krüger
2577768.1 5622412.45

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„Kaiserplatz und Kaiserstatue”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-57858-20121202-2 (Abgerufen: 19. Februar 2018)
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