LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Titz
Kreis(e): Düren
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Ehemalige Synagoge Titz-Rödingen, heutiges LVR-Kulturhaus, nach der Sanierung (2010)

    Ehemalige Synagoge Titz-Rödingen, heutiges LVR-Kulturhaus, nach der Sanierung (2010)

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Jüdisches Leben im Rheinland – das LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen
Erst in den 1980er Jahren wurde die seit 1934 nicht mehr als solche genutzte ehemalige Synagoge als Kulturdenkmal von hoher überregionaler Bedeutung wieder entdeckt. 1999 erwarb der Landschaftsverband Rheinland das Gebäude-Ensemble und sanierte es in den Jahren 2006 bis 2008 behutsam.
Mit dem am 6. September 2009 eröffneten Kulturhaus baut der Landschaftsverband Rheinland sein vielfältiges kulturelles Angebot für die gesamte rheinische Region aus und dokumentiert sein Engagement auch im Bereich der jüdischen Geschichte im Rheinland. Das LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen versteht sich als offenes Angebot für alle an dieser Thematik interessierten und empfiehlt sich zudem als kultureller Veranstaltungsort mit besonderer Atmosphäre.

Spuren erzählen Geschichte
Während der Sanierung 2006-2008 fanden sich Spuren der Vergangenheit, die gesichert oder wieder sichtbar gemacht wurden. Ziel der Sanierung war nicht die Rekonstruktion eines bestimmten Gebäudezustands, sondern die Veranschaulichung der ganzen Geschichte von 1841 bis heute. In der Synagoge erinnern Tora-Nische, Frauen-Empore und die Reste der Ornamentmalerei an die einstige religiöse Funktion des Gebäudes. Aber auch Spuren der Zweckentfremdung und Nutzung als Werkstatt und Lagerraum wurden sichtbar erhalten – so etwa Farbreste an der Säule der Frauenempore, die von der Werkstattnutzung nach 1934 stammen.
Im Wohnhaus erzählen die Spuren Geschichten über Menschen, die hier lebten, ihre Religion, ihre Art zu wohnen und sich einzurichten und ihre Berufe. Besonders eindrucksvoll sind die Spuren von Mesusot („Türpfosten“, hebräisch Mesusa, Plural Mesusot) an allen Türrahmen des Hauses.

Die Dauerausstellung: Jüdisches Leben im Rheinland
Die Ausstellung im Vorderhaus bietet in neun Räumen anschauliche Informationen zu verschiedenen Facetten des jüdischen Lebens im Rheinland in Vergangenheit und Gegenwart, unter anderem zur Geschichte der jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner, zur koscheren Küche früher und heute und zu Aspekten der jüdischen Religion und der Geschichte des rheinischen Judentums. Im Hinterhof lädt die ehemalige Landsynagoge zur Besichtigung ein.
Audio- und Videostationen, Hörstücke sowie Kurzfilme vertiefen und ergänzen das Informationsangebot. Im Medienraum ist eine Handbibliothek zum Thema „Jüdisches Leben im Rheinland“ untergebracht. Gruppen oder Einzelpersonen können zur Vertiefung den Internetarbeitsplatz nutzen und weiterführendes Filmmaterial ansehen.

Das qualifizierte Bildungsangebot im LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen wird in der „Pädagogischen Landkarte NRW“ – dem Internetportal für außerschulische Lernorte der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe – geführt (paedagogische-landkarte-nrw.de).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2011/2016)

Video-DVD
Eine 2005 erschienene Video-DVD zur Geschichte der Landsynagoge Rödingen „Die Tante mit der Synagoge im Hof. Aus dem Leben rheinischer Landjuden“ ist über das Medienzentrum Rheinland zu beziehen: www.medienzentrum-rheinland.lvr.de (abgerufen 21.04.2011)

Internet
www.synagoge-roedingen.lvr.de: Synagoge Rödingen (abgerufen 21.04.2011)
www.paedagogische-landkarte-nrw.de: LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen (abgerufen 21.06.2016)

Literatur

Grübel, Monika (2010)
Synagoge – Werkstatt – Kulturhaus: Das LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen. Ein Beispiel für 170 Jahre rheinisch-jüdische Bau- und Nutzungsgeschichte. In: das münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft. Schwerpunkt: Synagogen (63. Jahrgang, Heft 2/2010), S. 130-134. Regensburg.
Schmalz, Alexander (2012)
Entdecken Sie jüdisches Leben im Rheinland! LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen. (Orte jüdischer Kultur.) Haigerloch.
Stupp, Barbara (Buch und Regie) / Grübel, Monika (Begleitheft und Redaktion) (2005)
Die Tante mit der Synagoge im Hof. Aus dem Leben rheinischer Landjuden, DVD mit umfangreichem Begleitheft (Film 26 Minuten, 33 Seiten, 11 Abbildungen). Düsseldorf.
Zanger, Octavia / Heinen, Sigrun (2010)
Wände erzählen vom jüdischen Leben im Rheinland – Die ehemalige Landsynagoge in Titz-Rödingen. In: Stevens, Ulrich / Heckner, Ulrike / Beckmann, Eva-Maria (Red.): Denkmalkultur im Rheinland. Festschrift für Udo Mainzer zum 65. Geburtstag, (Arbeitsheft der rheinischen Denkmalpflege 75, Sonderband.) S. 215-228. Worms. Online verfügbar: http://www.rheinische-landeskunde.lvr.de/projekte/synagoge_roedingen/zanger_heinen_pdf.pdf, abgerufen am 20.06.2012

LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Mühlenend 1
Ort
52445 Titz - Rödingen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1999 bis 2009
Koordinate WGS84
50° 57′ 56,06″ N, 6° 27′ 40,24″ O / 50.96557°, 6.46118°
Koordinate UTM
32U 321732.12 5649065.29
Koordinate Gauss/Krüger
2532441.27 5647917.87

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„LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-5644-20110215-3 (Abgerufen: 12. Dezember 2017)
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