Dreikönigenhaus in der Simeonstraße

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Trier
Kreis(e): Trier
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Das Dreikönigenhaus in der Trierer Simeonstraße (2014).

    Das Dreikönigenhaus in der Trierer Simeonstraße (2014).

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  • Das aus dem hohen Mittelalter stammende Trierer Dreikönigenhaus in der Simeonstraße (2013)

    Das aus dem hohen Mittelalter stammende Trierer Dreikönigenhaus in der Simeonstraße (2013)

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  • Das prächtig gestaltete obere Giebelfeld des Dreikönigenhauses in der Trierer Simeonstraße (2014).

    Das prächtig gestaltete obere Giebelfeld des Dreikönigenhauses in der Trierer Simeonstraße (2014).

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  • Die Fassade des Dreikönigenhauses in der Trierer Simeonstraße (2014).

    Die Fassade des Dreikönigenhauses in der Trierer Simeonstraße (2014).

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  • Die obere Giebelfront des Trierer Dreikönigenhauses in der Simeonstraße (2013)

    Die obere Giebelfront des Trierer Dreikönigenhauses in der Simeonstraße (2013)

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  • Das Trierer Dreikönigenhaus in der Simeonstraße (2013)

    Das Trierer Dreikönigenhaus in der Simeonstraße (2013)

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  • Das Trierer Dreikönigenhaus in der Simeonstraße (2013)

    Das Trierer Dreikönigenhaus in der Simeonstraße (2013)

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  • Karte "Befestigte Wohnanlagen im hochmittelalterlichen Trierer Stadtgebiet" (2002, PDF-Datei, 41 kB)

    Karte "Befestigte Wohnanlagen im hochmittelalterlichen Trierer Stadtgebiet" (2002, PDF-Datei, 41 kB)

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Befestigte Wohntürme in Trier
Von den drei heute noch in Trier erhaltenen Wohntürmen des Hochmittelalters ist das Dreikönigenhaus das jüngste. Im Gegensatz zum „klassischen“ Trierer Wohnturm, dem Frankenturm (siehe den dortigen Eintrag) lässt sich am frühgotischen Dreikönigenhaus bereits ein allmählicher Rückgang der Verteidigungsfunktion zugunsten des Zwecks der Repräsentation erkennen. Gleichwohl weist auch dieser Bau noch die typischen Merkmale eines hochmittelalterlichen städtischen Wohnturms auf.

Das Dreikönigenhaus
Das Gebäude in der Simeonstraße wurde vermutlich zu Beginn des 13. Jahrhunderts als – damals noch isoliert stehender – Wohnturm einer bürgerlichen Schöffen- oder Kaufmannsfamilie errichtet. Nach Kutzbach (S. 27f.) stammt das Dreikönigenhaus aus den letzten Jahren des Trierer Erzbischofs Johann I. (1189-1212). Eine Tafel am Gebäude selbst nennt das Jahr 1230 (dieses wird auch bei Dehio, S. 1077, angeführt).

Die Herkunft des Namens könnte mit einer Entstehungszeit während des deutschen Thronstreites nach dem Tode Kaiser Heinrichs VI. im Jahre 1197 erklärt werden, geht aber wohl auf ein später in diesem Haus befindliches Gemälde der Epiphanie (die Erscheinung des Herrn, Dreikönigsfest) zurück. Zahlreiche spätere Umbauten und Renovierungen – bis hin zum Einbau von Schaufenstern schon im 19. Jahrhundert – erschweren heute die Ermittlung des ursprünglichen Baubestandes. Kutzbach bezweifelte noch im Jahr 1898 hinsichtlich der „jüngstens“ erfolgten Umgestaltung des Gebäudes, dass man Aufzeichnungen über ältere Spuren angefertigt hatte, so etwa bezüglich seiner Einrichtung (Kutzbach, S. 28). Eine Rekonstruktion der Fenster erfolgte wie die Ergänzung des Frankenturmes im Jahr 1938.

Auch das Dreikönigenhaus hatte ursprünglich keinen Zugang im unteren Geschoss und war nur über den erhöht angelegten Eingang zur Simeonstraße hin erreichbar. Gleichwohl lässt vor allem die kunstvolle und vielschichtig gegliederte Gestaltung der palastartigen Straßenfront der Westfassade darauf schließen, dass zur Zeit der Entstehung des Hauses eine Ablösung des zuvor zentralen Verteidigungszweckes – wie etwa am Frankenturm – zugunsten repräsentativer Ausschmückungen im Gange war. Zu beachten ist hier sicher auch, dass um 1200 weitere Befestigungen am unter Erzbischof Albero von Montreuil (1131-1152) begonnenen und später unter Erzbischof Arnold II. von Isenburg (1242-1259) abgeschlossenen städtischen Mauerbau vorgenommen wurden.

Im Vergleich mit den älteren Anlagen wird der Rückgang der vormals dominierenden Wehrfunktion am Dreikönigenhaus ersichtlich: Die nun größerflächigen Fenster sind mit Spitz-, Halbkreis- und Korbbögen ausgeführt, und ein prächtig gestaltetes Giebelfeld krönt das Gebäude. In der Mauerfläche wechseln durch die verschiedenen Baumaterialien und den 1973 nach ursprünglichen Mustern aufgefrischten Ausmalungen eindrucksvoll die Farben.

(Franz-Josef Knöchel, 2002/2012)

Internet
www.trier-info.de: Dreikönigenhaus (Abgerufen: 10.10.2012)
de.wikipedia.org: Dreikönigenhaus Trier (Abgerufen: 10.10.2012)

Literatur

Clemens, Lukas (1998)
Trier um 1120. Prolegomena zum Versuch einer Stadtrekonstruktion (mit Plakatbeilage „Trier um 1120“). In: Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier, hrsg. vom Rheinischen Landesmuseum Trier, Band 30, S. 91-108. Trier.
Dehio, Georg (1985)
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz, Saarland (2. bearb. u. erw. Auflage der Ausgabe 1972). Darmstadt.
Knöchel, Franz-Josef (2002)
Befestigte Wohnanlagen im mittelalterlichen Trier (mit einer Karte und drei Abbildungen). In: Kurtrierisches Jahrbuch 42, S. 85-103. Trier. Online verfügbar: http://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/a/a138453.pdf, abgerufen am 08.10.2012
Kutzbach, Friedrich (1898)
Alte Häuser in Trier. In: Trierisches Archiv 1 (1898) und 2 (1899), S. 24-36 (1898), S. 46-71 (1899). o. O.

Dreikönigenhaus in der Simeonstraße

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Simeonstraße
Ort
54290 Trier
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1200 bis 1230
Koordinate WGS84
49° 45′ 29,65″ N, 6° 38′ 34,84″ O / 49.75824°, 6.64301°
Koordinate UTM
32U 330243.78 5514416.71
Koordinate Gauss/Krüger
2546376.12 5513716.67

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„Dreikönigenhaus in der Simeonstraße”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-55288-20121010-4 (Abgerufen: 27. April 2017)
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