Frankenturm in der Dietrichstraße

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Trier
Kreis(e): Trier
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Der Frankenturm in der Trierer Dietrichstraße auf einer Zeichnung von D. Wirtz (1806).

    Der Frankenturm in der Trierer Dietrichstraße auf einer Zeichnung von D. Wirtz (1806).

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  • Informationstafel am mittelalterlichen Wohnturm "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße (2013)

    Informationstafel am mittelalterlichen Wohnturm "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße (2013)

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  • Mittelalterlicher Wohnturm "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße (2013)

    Mittelalterlicher Wohnturm "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße (2013)

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  • Mittelalterlicher Wohnturm "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße, Ostseite (2013)

    Mittelalterlicher Wohnturm "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße, Ostseite (2013)

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  • Ausschnitt der Stadtrekonstruktion "Trier um 1120" (Ausschnitt aus der Plakatbeilage in Lukas Clemens, Trier um 1120. Prolegomena zum Versuch einer Stadtrekonstruktion, Trier 1998).

    Ausschnitt der Stadtrekonstruktion "Trier um 1120" (Ausschnitt aus der Plakatbeilage in Lukas Clemens, Trier um 1120. Prolegomena zum Versuch einer Stadtrekonstruktion, Trier 1998).

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  • Der Eingang zum ersten Obergeschoss des Trierer Wohnturms "Frankenturm" mit einer dort verbauten Spolie aus römischer Zeit (2013)

    Der Eingang zum ersten Obergeschoss des Trierer Wohnturms "Frankenturm" mit einer dort verbauten Spolie aus römischer Zeit (2013)

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  • Obere Geschosse des mittelalterlichen Wohnturms "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße (2013)

    Obere Geschosse des mittelalterlichen Wohnturms "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße (2013)

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  • Mittelalterlicher Trierer Wohnturm "Frankenturm" von der Dietrichstraße aus (2013)

    Mittelalterlicher Trierer Wohnturm "Frankenturm" von der Dietrichstraße aus (2013)

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  • Heutiger Eingang im Erdgeschoss des mittelalterlichen Wohnturms "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße (2013)

    Heutiger Eingang im Erdgeschoss des mittelalterlichen Wohnturms "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße (2013)

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  • Mittelalterlicher Wohnturm "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße von Osten aus (2013)

    Mittelalterlicher Wohnturm "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße von Osten aus (2013)

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  • Mittelalterlicher Wohnturm "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße, Ansicht von Süden her (2013)

    Mittelalterlicher Wohnturm "Frankenturm" in der Trierer Dietrichstraße, Ansicht von Süden her (2013)

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  • Karte "Befestigte Wohnanlagen im hochmittelalterlichen Trierer Stadtgebiet" (2002, PDF-Datei, 41 kB)

    Karte "Befestigte Wohnanlagen im hochmittelalterlichen Trierer Stadtgebiet" (2002, PDF-Datei, 41 kB)

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Befestigte Wohntürme in Trier
In Trier sind es nicht alleine die weltberühmten antiken Bauwerke, die von der Geschichte der ehemaligen Hauptstadt des römischen Westreiches künden; auch zahlreiche Bauten des Mittelalters prägen heute noch das Stadtbild und geben Nachweis über die Bedeutung dieser Epoche in der mittlerweile mehr als 2000jährigen Stadtgeschichte.
Aus dieser Zeit sind neben den bekannten Kirchen und Klöstern auch Überreste von profanen Bauwerken erhalten geblieben: die meist als Turmhäuser oder Wohntürme, ferner, im Unterschied zu den antiken Gebäuden und Sakralbauten, als propugnacula (Wehrbauten) oder Geschlechtertürme bezeichneten ehemaligen „fortifikatorischen Zentren städtischer Familiensitze“ (Clemens 1998).

Typische Merkmale der städtischen Wohntürme
Zugleich auch Unterscheidungskriterien zu den nichtstädtischen Bergfrieden und Donjons:
  • eine durch die steinerne Ausführung erfüllte Wehrfunktion in einem noch nicht durch Mauern gesicherten Stadtgebiet (was für Trier noch bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts galt),
  • die Position innerhalb eines Hof- oder Eigentumringes (hier der curtis) und
  • innerhalb dieses Ringes die Anlage weiterer gewöhnlicher Wohn- und Wirtschaftsgebäude, die in der Regel hölzern oder in Fachwerk ausgeführt wurden.
Der Trierer Frankenturm
Der von seiner Bausubstanz her gut erhaltene Frankenturm ist wohl um das Jahr 1100 entstanden. Er wurde allerdings – wohl wegen der Verwendung antiken Materials und seiner Bauausführung – lange für römisch gehalten.
Das Gebäude liegt in der heutigen Dietrichstraße, deren Verlauf sich sowohl im antiken als auch im mittelalterlichen Straßennetz nachvollziehen lässt. Sein Name geht keineswegs auf eine Entstehung in fränkischer Zeit zurück, sondern stammt von seinem Besitzer Anfang des 14. Jahrhunderts, einem Franco von Senheim. Ein Hof in Senheim (bei Cochem an der Mosel) war schon 1182 von Köln an Trier verpfändet worden, und 1204 wird ein dortiges Gut als Erbe eines Kreuzfahrers Albero erwähnt. Eine Urkunde aus dem Jahr 1233 nennt einen gleichnamigen dominus Franco de Sygenheim samt umfangreicher Verwandtschaft, deren Beziehungen schon damals weit über ihren Herkunftsort hinausreichten; gleichwohl wird eine Verbindung zu dem Trierer Gebäude für dieses Geschlecht aus den Urkundenquellen noch nicht ersichtlich (MrhUB).

Der Frankenturm wurde ursprünglich fünfstöckig mit einem Grundrissverhältnis von knapp 1:2 (etwa 9 x 16,5 Meter) angelegt und vornehmlich aus antikem Sand- und Kalkstein erbaut. Die ursprünglich über dem Sockelgeschoss gelegenen vier Ebenen sind heute teilweise restauriert erhalten: Friedrich Kutzbach gab 1899 die „heutige Höhe“ mit 14 Meter an; erst im Jahr 1938 nahm man eine Rekonstruktion der bei einem früheren Umbau durch ein Pultdach ersetzten westliche Hälfte des oberen Stockwerks und des Zinnenkranzes vor (Kutzbach 1899, S. 54-56, Dehio 1985, S. 1077).

Der bei näherem Herantreten heute noch gut sichtbare Eingang im ersten Obergeschoss war über eine Holztreppe erreichbar (die heute im Erdgeschoss liegenden Eingänge, so auch das Tor zur Dietrichstraße hin, entstammen dem 19. Jahrhundert). Als Türsturz über der Pforte erkennt man noch deutlich ein auf dem Kopf stehendes antikes Inschriftenfragment. Clemens vermutete, dass diese Spolie bewusst zum Zwecke der Schadensabwehr eingefügt wurde (Clemens 1998, S. 186-187). Neben dieser römischen Spur lässt sich auch an der Gesamtheit des Gebäudeäußeren beispielhaft das – von Clemens mit Trierer Traditionsbewusstsein und Stolz auf die Vergangenheit interpretierte – Nachahmen der antiken Bauweise erkennen: Im Mauerwerk wurden, ähnlich wie an den Ruinen der Kaiserthermen sichtbar, in regelmäßigen Abständen Ziegeldurchschüsse eingefügt. Im Vergleich zum römischen Thermenbau erfüllten diese hier jedoch keine statische Funktion als Ausgleichslage (ähnlich einem modernen Ringanker): Die Ziegel sind nur vorgeblendet und dienten lediglich der Zierde. Während Friedrich Kutzbach auf die im Vergleich mit anderen propugnacula für den Frankenturm „vorzügliche und bewußt malhaft in der Farbauswahl“ gehaltene Bearbeitung und die „höchst sorgfältige Technik“ der Ausführung hinwies (Kutzbach 1898/99, S. 26 und 54), schrieb auch Georg Dehio der mit Rundbögen, Gesimsen und Säulchen ausgeführten Fenstergruppe im Hauptgeschoss ein „ausgeprägtes Kunstgefühl“ zu (Dehio 1985, S. 1077). Die Ausschmückungen und deren akkurate Ausführung sind somit als sichere Hinweise auf die auch repräsentative Funktion zu verstehen, die das Äußere des Gebäudes neben seiner vorrangigen Aufgabe als Befestigung für den Besitzer erfüllen sollte.

Seit den Jahren 2005/06 erfolgten verschiedene Reparatur- und Renovierungsmaßnahmen am Frankenturm. Am 14. April 2007 wurde das nun wieder begehbare Gebäude im Rahmen eines Bürgerfestes wiedereröffnet und dient seitdem als kultureller Veranstaltungsort.

(Franz-Josef Knöchel, 2002/2012)

Quellen
MrhUB = Mittelrheinisches Urkundenbuch, Band II, Urkunden Nrn. 55 und 219 sowie Band III, Urkunden Nrn. 487 und 814

Internet
www.trier-info.de: Frankenturm (Abgerufen: 10.10.2012)
de.wikipedia.org: Frankenturm Trier (Abgerufen: 10.10.2012)

Literatur

Beyer, Heinrich; Eltester, Leopold; Goerz, Adam u.a. (1874)
Urkundenbuch zur Geschichte der mittelrheinischen Territorien (Mittelrheinisches Urkundenbuch / Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die Preußischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien, MRhUB), Nachdruck der Ausgabe Coblenz 1860-1874. Aalen. Online verfügbar: http://www.rlb.de/mrHist/91-3152-som/1.1.html, abgerufen am 26.11.2012
Clemens, Lukas (1998)
Trier um 1120. Prolegomena zum Versuch einer Stadtrekonstruktion (mit Plakatbeilage „Trier um 1120“). In: Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier, hrsg. vom Rheinischen Landesmuseum Trier, Band 30, S. 91-108. Trier.
Dehio, Georg (1985)
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz, Saarland (2. bearb. u. erw. Auflage der Ausgabe 1972). Darmstadt.
Knöchel, Franz-Josef (2002)
Befestigte Wohnanlagen im mittelalterlichen Trier (mit einer Karte und drei Abbildungen). In: Kurtrierisches Jahrbuch 42, S. 85-103. Trier. Online verfügbar: http://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/a/a138453.pdf, abgerufen am 08.10.2012
Kutzbach, Friedrich (1898)
Alte Häuser in Trier. In: Trierisches Archiv 1 (1898) und 2 (1899), S. 24-36 (1898), S. 46-71 (1899). o. O.

Frankenturm in der Dietrichstraße

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Dietrichstraße
Ort
54290 Trier
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1080 bis 1130
Koordinate WGS84
49° 45′ 25,24″ N, 6° 38′ 22,84″ O / 49.75701°, 6.63968°
Koordinate UTM
32U 329999.43 5514288.18
Koordinate Gauss/Krüger
2546137.08 5513578.47

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„Frankenturm in der Dietrichstraße”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-55283-20121010-2 (Abgerufen: 27. April 2017)
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