Beethovenhalle Bonn

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Orchesteraufführung in der Beethovenhalle Bonn, Generalmusikdirektor Volker Wangenheim vor dem Orchester (Aufnahme der 1960er Jahre).

    Orchesteraufführung in der Beethovenhalle Bonn, Generalmusikdirektor Volker Wangenheim vor dem Orchester (Aufnahme der 1960er Jahre).

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  • Beethovenhalle Bonn (2009).

    Beethovenhalle Bonn (2009).

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  • Beethovenhalle Bonn, Innenansicht des Konzertsaals (2006)

    Beethovenhalle Bonn, Innenansicht des Konzertsaals (2006)

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  • PDF-Datei: Text "Musik in der Beethovenhalle" (Hans Hinterkeuser und Eckart Rüther, Verein ProBeethovenhalle e.V., 2013)

    PDF-Datei: Text "Musik in der Beethovenhalle" (Hans Hinterkeuser und Eckart Rüther, Verein ProBeethovenhalle e.V., 2013)

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  • Aufsatz von Hans Hinterkeuser: Per aspera ad astra. Musik und Architektur im Einklang - die Beethovenhalle in Bonn (2016)

    Aufsatz von Hans Hinterkeuser: Per aspera ad astra. Musik und Architektur im Einklang - die Beethovenhalle in Bonn (2016)

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  • Orchesteraufführung in der Beethovenhalle Bonn (Aufnahme der 1960er Jahre).

    Orchesteraufführung in der Beethovenhalle Bonn (Aufnahme der 1960er Jahre).

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  • Beethovenhalle Bonn, Hinweistafel "Weg der Demokratie" zu den Bundesversammlungen 1974, 1979, 1984 und 1989 (Aufnahme 2012).

    Beethovenhalle Bonn, Hinweistafel "Weg der Demokratie" zu den Bundesversammlungen 1974, 1979, 1984 und 1989 (Aufnahme 2012).

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Als die Beethovenhalle, die dritte ihres Namens in Bonn, nach der Kriegszerstörung des Vorgängerbaues im Jahre 1959 eingeweiht wurde, war sie die modernste Mehrzweckhalle der Republik. Sie stand damit im Zusammenhang eines Konzepts, sich mit dem Bau von neuen Stadthallen in moderner Architektur von faschistischer Tradition abzusetzen und eine neue, demokratische Identität zu erzeugen. Mit dem Merkmal „organisches Bauen“, vom Scharoun-Schüler Siegfried Wolske (1925-2005) entworfen, ist dies auch in hervorragender Weise gelungen. Bis ins europäische Ausland, ja bis in Architektur-Zeitschriften der USA, wurde ihr neuer demokratischer Geist bewundernd gewürdigt.

Mit Erde vom Grab Ludwig van Beethovens (1770-1827) in Wien, eingelassen im Grundstein, der am 16. März 1956 vom Bundespräsidenten Theodor Heuss gelegt wurde, mit Beethovens Ouvertüre „Die Weihe des Hauses“, seinen „Geschöpfen des Prometheus“ (welch hohe Wertschätzung spricht sich in dieser Symbolik aus) und Paul Hindemiths „Nobilissima Visione“, dirigiert vom Komponisten selbst, wurde am 23. September 1959 der Neubau feierlich eingeweiht. Dieses Programm zeigt schon, dass der Begriff „Mehrzweckhalle“ nicht zu eng auszulegen ist: Der große Saal war mit hervorragender Akustik (Entwicklung: Prof. Erwin Meyer, Universität Göttingen) vorrangig für repräsentative Konzertveranstaltungen der Bundeshauptstadt ausgelegt. Diese Repräsentanz zeigte sich im großzügig gestalteten Foyer mit Wandbild von Joseph Fassbender, der Beethoven-Büste von Emile-Antoine Bourdelle, weiteren Plastiken im Innen- wie Außenbereich, der großen Orgel der berühmten Bonner Firma Klais, aber auch in den von Wolske entworfenen und von Heinrich Raderschall ausgeführten Außenanlagen, Park und Foyergarten mit Springbrunnen, die mit dem Bauwerk ein stimmiges Gesamtkunstwerk ergeben. „Eine Ikone der Nachkriegsarchitektur“, urteilt der Architekturhistoriker Wolfgang Pehnt.

Welchen Reichtum musikalischer Aufführungen dieses Haus seitdem erlebt hat, welche bedeutenden Musiker hier gewirkt haben und wirken, das lässt sich hier nur verkürzt darstellen (vgl. dazu die PDF-Datei „Musik in der Beethovenhalle“ in der Mediengalerie, ausführlich wird dies behandelt bei Gutiérrez-Denhoff 2010).
Darüber hinaus war und ist die Beethovenhalle ein Ort von Bällen, Tanzveranstaltungen, Kongressen, Parteitagen und vielem anderem mehr, herausgehoben aber der Ort der Bundesversammlungen mit der Wahl dreier Bundespräsidenten: Walter Scheel 1974, Karl Carstens 1979 und Richard von Weizsäcker 1984 und 1989. So präsentiert sich die Beethovenhalle auch als bevorzugter „Ort der Demokratie“, als politisches Symbol der Bundeshauptstadt Bonn wie der „Bonner Republik“ insgesamt.

Ihre architektonischen Qualitäten, fast einzigartig für Bauten der 1950er Jahre im bundesrepublikanischen Vergleich, veranlasste im Jahre 1990 ihre Unterschutzstellung als Baudenkmal. Dies verhinderte ab dem Jahr 2007 im Zusammenhang mit der Planung eines neuen Festspielhauses in Bonn nicht Begehrlichkeiten auf ihren Bauplatz mit Plänen zum Abriss. Der Landeskonservator wie auch das Kunsthistorische Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms- Universität wandten sich im Jahre 2009 mit Eingaben, Veranstaltungen und Offenen Briefen gegen die Abrisspläne. Trotzdem weigerte sich die Stadt unter der damaligen Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann, den 50. Jahrestag der Einweihung zu feiern, da der Bau nicht mehr zeitgemäß sei. Diese Feier wurde dann von Bürgerinnen und Bürgern, die sich ihre Stadthalle nicht nehmen lassen wollten, inoffiziell begangen. Daraus entwickelte sich eine Bürgerinitiative, die sich später als „Verein ProBeethovenhalle e.V.“ konstituierte, und die sich erfolgreich gegen die Abrisspläne durchsetzen konnte. In Zusammenarbeit mit dem Haus der Geschichte in Bonn wurde durch den Verein die Ehrung der Beethovenhalle als „Ort der Demokratie“ am 1. Oktober 2011 durch eine Tafel am Gebäude nachgeholt.

Auch wenn möglicherweise im Zusammenhang mit dem umstrittenen und in der Finanzierung ungesicherten Festspielhaus-Neubau und dem 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven im Jahre 2020 kleinere oder größere Umbauwünsche an die Beethovenhalle herangetragen werden, so ist ihre Substanz mittlerweile doch gesichert. Eine Sanierung, die seit Jahren verzögert wird, würde ihre Qualitäten wieder ins rechte Licht rücken. Sie kann sich auf alle Fälle auf die nächsten 50 Jahre als „Gute Stube“ der Bonner Bürgerschaft, als ihre Stadthalle, unverzichtbar für alle kulturellen Aktivitäten der Bürgerinnen und Bürger der traditionsreichen und weltoffenen Stadt am Rhein freuen.

Das Objekt „Beethovenhalle“, Wachsbleiche 17, ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste Bonn, Baudenkmäler lfd. Nr. A 1720). Mit Wirkung vom 11. März 2014 sind auch die Außenanlagen durch die Stadt Bonn unter Denkmalschutz gestellt worden.

(Hans Hinterkeuser, Verein ProBeethovenhalle e.V., Mai 2012, ergänzt im Dezember 2014)

Internet
www.beethovenhalle.de (Abgerufen: 09.05.2012)
de.wikipedia.org: Beethovenhalle (Abgerufen: 09.05.2012)
www.probeethovenhalle.de: Verein ProBeethovenhalle e.V. (Abgerufen: 09.05.2012)
www.initiative-beethovenhalle.de: Studentische Initiative Beethovenhalle mit Führungen (Abgerufen: 09.05.2012)

Literatur

Gutiérrez-Denhoff, Martella (2010)
Beethovenhalle - Ein zentraler Raum der klassischen und neuen Musik in Bonn. In: 50 Jahre Beethovenhalle Bonn (hrsg. von Yvonne Leiverkus, Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn), Bonn.
Mainzer, Udo (2009)
50 Jahre Bonner Beethovenhalle – ein Baudenkmal von nationalem Rang. In: Rheinische Heimatpflege 3/2009, S. 203-210. o. O. Online verfügbar: http://spdnet.sozi.info/nrw/bonn/renhendricks/dl/50-Jahre-Beethovenhalle-einBaud-10-06-09.pdf, abgerufen am 28.02.2012
Stadt Bonn, Amt 61-02 (Untere Denkmalbehörde) (Hrsg.) (2006)
Liste der gem. § 3 DSchG NW in die Denkmalliste eingetragenen Baudenkmäler, Bodendenkmäler, beweglichen Denkmäler und Denkmalbereiche der Stadt Bonn (Stand: 01.08.2006). S. 55, Bonn.
Stadt Bonn, Amt 61-02 (Untere Denkmalbehörde) (Hrsg.) (2014)
Liste der gem. § 3 DSchG NW in die Denkmalliste eingetragenen Baudenkmäler, Bodendenkmäler, beweglichen Denkmäler und Denkmalbereiche der Stadt Bonn (Stand: 01.04.2014). S. 57, Bonn.
Stadt Bonn, Amt 61-02 (Untere Denkmalbehörde) (Hrsg.) (2012)
Liste der gem. § 3 DSchG NW in die Denkmalliste eingetragenen Baudenkmäler, Bodendenkmäler, beweglichen Denkmäler und Denkmalbereiche der Stadt Bonn (Stand: 01.01.2012). S. 56, Bonn.

Beethovenhalle Bonn

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1956 bis 1959
Koordinate WGS84
50° 44′ 27,14″ N, 7° 06′ 17,9″ O / 50.74087°, 7.10497°
Koordinate UTM
32U 366292.2 5622721.78
Koordinate Gauss/Krüger
2578040.39 5623402.41

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„Beethovenhalle Bonn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-48011-20120509-2 (Abgerufen: 18. August 2017)
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