Erstes Bayer-Kreuz

Vorkriegs-Bayerkreuz in Leverkusen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Leverkusen
Kreis(e): Leverkusen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Blick vom Kurtekottenhof auf das alte Bayer-Kreuz zwischen den Kaminen des G-Kraftwerks im Jahr 1933

    Blick vom Kurtekottenhof auf das alte Bayer-Kreuz zwischen den Kaminen des G-Kraftwerks im Jahr 1933

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  • Das alte Bayer-Kreuz in Leverkusen zwischen den Kaminen des G-Kraftwerks (1933)

    Das alte Bayer-Kreuz in Leverkusen zwischen den Kaminen des G-Kraftwerks (1933)

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  • Verschiedene Verpackungen des Medikaments "Aspirin" der Firma Bayer aus den Jahren 1899-1912 mit dem 1904 beim Kaiserlichen Patentamt als Warenzeichen eingetragenen Bayer-Kreuz (in der LVR-Verbundausstellung "1914 - Mitten in Europa", 2014).

    Verschiedene Verpackungen des Medikaments "Aspirin" der Firma Bayer aus den Jahren 1899-1912 mit dem 1904 beim Kaiserlichen Patentamt als Warenzeichen eingetragenen Bayer-Kreuz (in der LVR-Verbundausstellung "1914 - Mitten in Europa", 2014).

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Ein erstes Bayer-Kreuz gab es bereits in den Jahren 1933 bis 1944 als übergroße Leuchtreklame der Leverkusener Bayer AG. Nachdem es bereits 1939 abgeschaltet wurde, erfolgte die kriegsbedingte Demontage im Jahr 1944.

Die Bayer AG und ihr Markenzeichen
Die heutige Bayer AG, ein Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie und Holding-Gesellschaft des Bayer-Konzerns, wurde im Jahr 1863 in der damals noch selbstständigen Stadt Barmen (seit 1929/30 ein Teil Wuppertals) als „Friedr. Bayer et comp.“ gegründet.
Friedrich Bayer (1825–1880) war Gründervater und Namensgeber des Bayer-Konzerns. Mit seinem Kompagnon Friedrich Weskott begann er in (Wuppertal)-Barmen die Herstellung und den Vertrieb synthetischer Farbstoffe, Die Keimzelle der späteren Bayer AG wurde am 1.8.1863 unter der Bezeichnung “Friedr. Bayer et comp.„ in das Handelsregister eingetragen.“ (rheinische-geschichte.lvr.de)

1881 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und verlegte 1891 die Farbstoffbetriebe in die kleine Stadt Wiesdorf am Rhein. Nachfolgend begann dort ab 1892 der weitere Ausbau, 1912 wurde der Firmensitz von Elberfeld hierhin verlegt.
Der Name der 1930 durch den Zusammenschluss der Stadt Wiesdorf mit den Gemeinden Rheindorf, Schlebusch und Steinbüchel enstandenen Stadt „Leverkusen“ geht indes auf die bereits 1861 errichtete Fabriksiedlung des Ultramarinfabrikanten Carl Leverkus zurück.

Als Markenzeichen für Bayer-Produktverpackungen und Werbung wurde ab 1881 zunächst ein Löwen-Emblem verwendet. Das heute bekannte charakteristische Logo aus zwei miteinander gekreuzten Buchstabenfolgen „B-A-Y-E-R“ innerhalb eines Kreises wurde am 6. Januar 1904 beim Kaiserlichen Patentamt als Warenzeichen eingetragen und löste nachfolgend allmählich den Bayer-Löwen als Warenzeichen ab. Auf die Verpackungen der Bayer-Medikamente wird das Kreuz seit 1910 gedruckt.
In der Folge des Ersten Weltkrieges wurde das Markenzeichen des Bayer-Kreuzes 1917 in den USA beschlagnahmt; erst 1994 konnte Bayer die Rechte wieder zurück erwerben.

Das erste Bayer-Kreuz
Die überdimensionale Leuchtreklame in Form eines Bayer-Kreuzes wurde zwischen zwei 126 Meter hohen Schornsteinen des so genannten G-Kraftwerks (Gebäude G 11) errichtet. Aus statischen Gründen – das riesige Drahtnetz bot dem Wind eine große Angriffsfläche – wurde die untere Haltekonsole als Ausgleichsgewicht gestaltet. Das als Blinkzeichen aus 2.200 Glühbirnen konzipierte Kreuz war seinerzeit eine technische Sensation: In einem sich die ganze Nacht wiederholenden Zyklus wurde zunächst der Kreis sichtbar, dann schalteten sich die Buchstaben dazu.
Eingeschaltet wurde das erste Bayer-Kreuz am 20. Februar 1933 durch Carl Duisberg, den seinerzeitigen Aufsichtsratsvorsitzenden der I.G. Farbenindustrie AG, in der die Farbenfabriken Friedr. Bayer & Co. unter Beibehaltung des Bayer-Kreuzes als Pharma-Firmenlogo aufgegangen waren: „Wie das Kreuz des Südens dem Seefahrer richtungsgebend leuchtet, so soll dieses Kreuz des Westens im Herzen des deutschen Industriezentrums aufleuchten als Zeichen unserer Zuversicht.“

Mit einem Durchmesser von 72 Metern war das erste Bayer-Kreuz deutlich größer als das heutige Bayer-Kreuz, auch das seit 1934 in Port Said über der Einfahrt zum Suez-Kanal leuchtende Bayer-Kreuz war mit lediglich 20 Metern Durchmesser deutlich kleiner.
Aufgrund der Verdunkelungsmaßnahmen im Zweiten Weltkrieg wurde das erste Bayer-Kreuz einen Tag vor dem Kriegsbeginn 1939 abgeschaltet und im Jahr 1944 endgültig demontiert. Das durch Artilleriebeschuss im Krieg beschädigte Kreuz wurde nach 1945 nicht mehr repariert und in Betrieb genommen - auch weil durch die geplanten hohen Neubauten G-Nord das Kreuz im unteren Teil um 10 Meter verdeckt worden wäre. Das hätte zu Folge gehabt, das Kreuz von 75 Meter auf die Höhe von 85 Meter versetzen zu müssen. Diese Maßnahme hätte eine kostspielige Stützkonstruktion erforderlich gemacht. Man entschloss sich daher, auf dem Dach des Farbenlagers B9 ein neues Bayer-Kreuz zu errichten.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2011 / freundliche Hinweise von Frau Sigrid Oelze, Herrn Michael Pohlenz und Herrn Michael Frings, Bayer Unternehmensarchiv)

Internet
www.wdr3.de: Vom Gero-Kreuz zum Bayerkreuz: Fünf Kreuze aus Nordrhein-Westfalen (WDR 3 Mosaik, Autor: Detlev Arens, 08.-11.04.2014, abgerufen 14.04.2014)
de.wikipedia.org: Bayer-Kreuz (abgerufen 05.01.2011)
www.bayer.de: Das Bayer-Kreuz (abgerufen 05.01.2011)
www.leverkusen.com: Bayer-Kreuz (abgerufen 05.01.2011)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Friedrich Bayer (1825–1880), Industrieller, Mitgründer der Bayer AG (abgerufen 01.08.2013)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 660ff., Stuttgart.
Verg, Erik (1988)
1933 - Das Bayerkreuz leuchtet mit 2.200 Glühbirnen. In: Bayer AG, Konzernverwaltung Öffentlichkeitsarbeit (Hrsg.): Meilensteine, S. 268-270. Leverkusen.

Erstes Bayer-Kreuz

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1933, Ende 1939 bis 1944
Koordinate WGS84
51° 01′ 19,94″ N, 6° 59′ 10,82″ O / 51.0222°, 6.98634°
Koordinate UTM
32U 358775.67 5654223.66
Koordinate Gauss/Krüger
2569248.33 5654580

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„Erstes Bayer-Kreuz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-3719-20110117-2 (Abgerufen: 22. Oktober 2017)
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