Heissiwald in Bredeney

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Der Plattenberg war im 19. Jahrhundert zum größten Teil unbewaldet „und nur mit Büschen und ‚Hülsekrabbeln‘, also Ilex, bewachsen“ (Höffgen 2003, S. 204). Erst etwa zwischen 1878 und 1906 ließ Johann Wilhelm Bernsau den zentralen Teil des Plattenberges im Bereich des heutigen Wildgeheges aufforsten (vgl. Schmitz 1998 S. 151-157). Ein Straßenname erinnert heute noch an ihn. Der Plattenwald erhielt später den Namen Heissiwald. Diese Bezeichnung geht auf den bereits 796 urkundlich erwähnten silva heissi zurück, ein Waldgebiet, das sich zwischen Werden und Steele am nördlichen Ruhrufer erstreckte (Imme 1905, S. 39).

Begünstigt wurden die Aufforstungen durch den intensiven Stollenbergbau im Plattenberg. Die zunehmenden Bergschäden machten Teile des Plattenberges unsicher, wohnliche und landwirtschaftliche Nutzungen wurden dort kaum mehr möglich. Auch heute noch treten Tagesbrüche auf. Ende des 19. Jahrhunderts erwarb der vermögende Gutsbesitzer Johann Wilhelm Bernsau einen Großteil der Grundstücke. Im Zuge seines Planes, den Plattenberg aufzuforsten, ließ er die Hofgebäude abreißen und die ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen mit Bäumen bepflanzen. „Der stattliche Plattenwald selbst kam über die Erbengemeinschaft Bernsau an den Eigentümer Girardet (etwa 1920) und von diesem an die Stadt Essen (1925)“ (Schmitz 1998 S. 157).

In der Nähe des Haupteingangs zum Hirschgehege stehen unweit des Steines des S.G.W. Platzes sechs große Blutbuchen. Sie befinden sich an der Stelle des ehemaligen Hofes Bützgen, der etwa bis 1900 existiert hatte. Es war die „älteste bekannte Siedlungsstelle gegenüber der Abtei (Werden, Verf.) im Heissiwald“ (Schmitz 1998, S. 151).

(Kathrin Lipfert, LVR-Fachbereich Umwelt, 2011)

Literatur

Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster der Stadt Essen (Hrsg.) (1965)
Historischer Atlas zur Karte der Stadt Essen 1803/06, Karten von Honigmann/Vogelsang (überarbeitet und ergänzt). Essen.
Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster der Stadt Essen (Hrsg.) (o.J.)
Topographische Karte des Stadt- und Landkreises Essen 1894 von August Hofacker. Essen.
Beleke, Norbert (1996)
Werden in alten Postkarten und Ansichten. S. 44/45, Essen.
Höffgen, Klaus (2003)
Alte Werdener Karte neu entdeckt – Bergbaufieber vor 150 Jahren. In: Geschichten aus der Werdener Geschichte, S. 200-204. 204, o. O.
Imme, Theodor / Historischer Verein für Stadt und Stift Essen (Hrsg.) (1905)
Die Ortsnamen des Kreises Essen und der angrenzenden Gebiete. (Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen 27.) Essen.
Landesvermessungsamt NRW (Hrsg.) (2005)
Historika 25, Historische topographische Karten des heutigen Nordrhein-Westfalen im Wandel der Zeit, Blatt 4607 - Heiligenhaus. Bonn.
Landesvermessungsamt NRW (Hrsg.) (1894)
Königlich Preußische Landesaufnahme - Neuaufnahme, Blatt 4607. Bonn.
Landesvermessungsamt NRW (Hrsg.) (1843)
Preußische Uraufnahme - Urmeßtischblatt 4607. Bonn.
Schmitz, Herbert (1998)
Bredeney - Rittersitze, Höfe, Kotten und ihre Bewohner. Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte. 151-157, Bottrop, Essen.

Heissiwald in Bredeney

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 0 bis 1906
Koordinate WGS84
51° 23′ 34,29″ N, 6° 59′ 19,84″ O / 51.39286°, 6.98884°
Koordinate UTM
32U 360079.45 5695433.18
Koordinate Gauss/Krüger
2568869.11 5695817.06

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„Heissiwald in Bredeney”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-3693-20110111-5 (Abgerufen: 23. November 2017)
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