Akademisches Kunstmuseum Bonn

Altes Anatomisches Institut am Hofgarten

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie, Museen
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Akademische Kunstmuseum (Altes Anatomisches Institut) in Bonn vom Hofgarten aus (2004)

    Akademische Kunstmuseum (Altes Anatomisches Institut) in Bonn vom Hofgarten aus (2004)

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  • Anti-Atomkraft-Demonstration auf dem Bonner Hofgarten am 14. Oktober 1979, im Hintergrund das Akademische Kunstmuseum

    Anti-Atomkraft-Demonstration auf dem Bonner Hofgarten am 14. Oktober 1979, im Hintergrund das Akademische Kunstmuseum

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  • Das Akademische Kunstmuseum am Hofgarten in Bonn während seiner Renovierung (2013)

    Das Akademische Kunstmuseum am Hofgarten in Bonn während seiner Renovierung (2013)

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  • Grundriss des Akademischen Kunstmuseums in Bonn (2006)

    Grundriss des Akademischen Kunstmuseums in Bonn (2006)

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  • Luftaufnahme des Bonner Hofgartens mit seiner unmittelbaren städtischen Umgebung (2016)

    Luftaufnahme des Bonner Hofgartens mit seiner unmittelbaren städtischen Umgebung (2016)

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Das Gebäude des heutigen Akademischen Kunstmuseums mit seiner imposanten Fassade am Ende des Hofgartens diente lange Zeit einem weitaus profaneren Zweck als der Ausstellung der einzigartigen Antiken- und Abgusssammlung. Über ein halbes Jahrhundert war es das Alte Anatomische Institut.

Lagebeschreibung
Das Akademische Kunstmuseum ist am südlichen Ende des Hofgartens gelegen, unmittelbar gegenüber dem Hauptgebäude der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn. Das Hauptgebäude samt Hofgarten befindet sich etwa 300 Meter östlich des Bonner Hauptbahnhofs. Die Gebäudefront des Akademischen Kunstmuseums mit seiner imposanten Doppeltreppe zeigt Richtung Hauptgebäude. Jedoch kann man das Museum nicht mehr über den ehemaligen Eingang an der Front betreten. Der heutige Eingang zum Museum ist auch gleichzeitig der Eingang zum Archäologischen Institut an der Hinterseite des Gebäudes, an der Straße Am Hofgarten gelegen.

Problematik des Bauvorhabens
Die Entscheidung über den günstigsten und besten Bauplatz für das neu geplante Anatomische Institut gestaltete sich einfach – jedoch nicht die Resonanz darauf. Gewählt wurde eine der sensibelsten Stellen des damaligen Stadtgebiets: Am Ende des Hofgartens genau an der Stelle, wo durch den Kurfürsten Max Friedrich von Königsegg 1771 ein Rondell angelegt worden ist. Von dort aus konnte man die Hauptwasserkunst des Hofgartens bestaunen. Die Bonner Bevölkerung sah die Planung als ein riesiges Vergehen an der Kunst und Idylle des Ortes und wollte das Bauvorhaben um jeden Willen verhindern. Es folgten heftige Auseinandersetzungen, an denen sich auch der damalige Oberbürgermeister Johann Maria Joseph Windeck beteiligte, da seiner Meinung nach die Sicht vom Schloss auf das Siebengebirge nicht verdeckt werden dürfe. Doch sämtliche Einwände der Gegner des Projekts führten letztlich nicht zum gewünschten Ergebnis. Philipp Joseph Rehfues, Kurator der 1818 neu gegründeten Universität, begründete die Durchsetzung des Bauvorhabens damit, dass mit dem neuen Institut ein wahres Meisterwerk der Architektur geschaffen werde, das über die Stadtgrenzen hinaus Berühmtheit erlangen werde.

Nutzung als Anatomisches Institut
Da nun feststand, dass das Institut auf jeden Fall gebaut werden würde, engagierte man den Universitätsarchitekten und königlichen Bauinspektor Friedrich Waesemann. Dieser fertigte 1821 unter Einbeziehung des Institutsdirektors August Franz Mayer einen ersten Entwurf an. Als herausstechendes Element in diesem Entwurf zeichnete er ein kreisrundes theatrum anatomicum mit dem Seziertisch in dessen Mitte, welches im unteren Teil rechteckig ummantelt war und im oberen Teil von einer Kuppel Überwölbt wurde. Es wird vermutet, dass er sich an der Jahre zuvor errichteten Anatomie der Tierarzneischule in Berlin orientiert hat.
Daraufhin wurde der Entwurf an die Oberbaudeputation in Berlin überbracht, wo er letztlich an Karl Friedrich Schinkel geleitet wurde. Dieser war für die öffentlichen Prachtbauten, Kirchen, Denkmäler und Bauangelegenheiten des Hofes zuständig und überarbeitete Waesemanns Entwurf maßgebend. Besonders gravierend war seine Umgestaltung der Kuppel, die ihr spezifisches Aussehen durch eine Ummantelung mit einem durchfensterten Tambour und Kegeldach verlieren sollte. Grund dafür war, dass dadurch eine bessere Beleuchtung der Rotunde generiert wurde und seiner Meinung nach der ästhetische Faktor dem rein wissenschaftlichen Zwecke des Gebäudes nachstehe. In Bonn fanden seine Entwurfsänderungen keine Akzeptanz. Jedoch konnte sich Schinkel dennoch erfolgreich durchsetzen, so dass im Spätsommer/Herbst 1823 mit dem Bau begonnen wurde. Schinkels Vorgaben befolgend, fertigte Waesemann unter dem Datum des 6. April 1824 neue Entwürfe der Anatomie an. Nach Fertigstellung des Gebäudes zog die Anatomie endlich ein. Im Jahre 1829 folgten noch einige kleinere Veränderungen am Gebäude, sodass es 1830 endgültig fertig gestellt werden konnte. In den 1860er Jahren erfuhr die medizinische Fakultät einen regelrechten Aufschwung, der auch die Anatomie betraf. Dort wurde das Platzproblem immer größer, sodass in den Jahren 1868 bis 1872 ein neues, größeres Anatomisches Institut in Poppelsdorf gebaut wurde. Ab 1872 stand die Alte Anatomie leer.

Nutzung als Akademisches Kunstmuseum
Über den Vorschlag zur zukünftigen Nutzung als Restaurant setzte sich der Gedanke, vorangetrieben durch den Archäologen Reinhard Kekulé, dort das sich noch im Hauptgebäude befindende Akademische Kunstmuseum unterzubringen durch, da die Räumlichkeiten gut zur Ausstellung der kostbaren Gipsabgüsse antiker Bildwerke passen. Eine Beurteilung der Eignungsprüfung am 18. Juni 1874 ergab, dass sich das alte Anatomiegebäude in der damaligen Beschaffenheit jedoch nicht zur Aufnahme des Museums eigne. Nach weiteren Diskursen über den Verbleib des Gebäudes - ob es nun komplett abgerissen und neu aufgebaut oder nur umgebaut werden sollte - vergingen etwa fünf Jahre, bis etwas Entscheidendes geschah. Im Jahr 1879 nämlich wurde Kekulé gestattet, wenigstens einen Teil der Gipsabgüsse in der Alten Anatomie unterzubringen, da sie an ihrem vorigen Standort permanenter Feuchte ausgesetzt waren. Infolgedessen kam die Einrichtung des Akademischen Kunstmuseums in der Alten Anatomie erneut ins Gespräch. Als großes Hindernis jedoch gestaltete sich die knappe Staatskasse, die es nicht erlaubte viel Geld in eine Umgestaltung zu investieren. 1881 kam es dann zu einer Besserung der Staatsfinanzen, woraufhin von April 1883 bis April 1884 die Alte Anatomie umgebaut und zusätzlich noch ein weiterer Anbau mit sieben Sälen geschaffen wurde. Universitätsbaumeister Ernst Reinike fertigte die Pläne dazu an. Der Neubau ragt mit seiner Gesamtlänge von 60 Metern jeweils ein Drittel an beiden Seiten über den Altbau hinaus. Verbunden wurden die beiden Bauten durch einen schmalen Zwischentrakt.
Am 4. Dezember 1884 fand die feierliche Eröffnung des Akademischen Kunstmuseums statt. In den Jahren 1907/1908 kam es zu einem weiteren Anbau. Das Archäologische Institut mit Hörsaal und Bibliothek entstand hinter dem Anbau von 1883/1884. Seit 1993 gab es zahlreiche Restaurationen.

Heute kann man im Akademischen Kunstmuseum eine Antiken- und Abguss-Sammlung bestaunen. Die Abguss-Sammlung ist eine der weltweit größten, die Originalsammlung die größte in Nordrhein Westfalen. Es befinden sich dort etwa 300 ausgestellte Abgüsse, 200 Reliefs und 2000 originale Werke aus Marmor, Terrakotta und Bronze.

Das Objekt „ehemalige Anatomie“, Am Hofgarten 21 ist ein eingetragenes Denkmal (Denkmalliste Bonn, Stand 01. August 2006, Nr. A 177).

(Sabrina Dröse, Geographisches Institut der Universität Bonn, 2012)

Literatur

Himmelmann-Wildschuetz, Nikolaus (1984)
Das Akademische Kunstmuseum der Universität Bonn. Das Haus und seine Geschichte. (Schriften des Rheinischen Museumsamtes 27.) Köln / Bonn.
Knopp, Gisbert (1996)
"Das für die innere Bestimmung etwas rätselhafte Äußere". Die Alte Anatomie der Universität Bonn und ihre Umwandlung zum Akademischen Kunstmuseum. In: Jahrbuch der rheinischen Denkmalpflege 37, S. 117-166. o. O.
Stadt Bonn, Amt 61-02, Untere Denkmalbehörde (Hrsg.) (2006)
Liste der gem. § 3 DSchG NW in die Denkmalliste eingetragenen Baudenkmäler, Bodendenkmäler, beweglichen Denkmäler und Denkmalbereiche der Stadt Bonn (Stand: 01.08.2006). S. 6, Bonn.

Akademisches Kunstmuseum Bonn

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Hofgarten 21
Ort
53113 Bonn - Südstadt
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Archäologie, Museen
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1823 bis 1824
Koordinate WGS84
50° 43′ 54,53″ N, 7° 06′ 22,2″ O / 50.73181°, 7.10617°
Koordinate UTM
32U 366350.72 5621712.61
Koordinate Gauss/Krüger
2578139.8 5622396.19

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„Akademisches Kunstmuseum Bonn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-31983-20120120-2 (Abgerufen: 15. August 2018)
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