Geologisches Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Geologisches Institut der Bonner Universität (2012)

    Geologisches Institut der Bonner Universität (2012)

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  • Libanon-Zeder am Geologischen Institut (2012)

    Libanon-Zeder am Geologischen Institut (2012)

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  • Pforte des Geologischen Instituts (2012)

    Pforte des Geologischen Instituts (2012)

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  • Inschrift auf dem Türbogen der Pforte zum Institut (2012)

    Inschrift auf dem Türbogen der Pforte zum Institut (2012)

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  • Goldfuß Museum im Geologischen Institut (2012)

    Goldfuß Museum im Geologischen Institut (2012)

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  • Denkmalhinweistafel am Geologischen Institut (2012)

    Denkmalhinweistafel am Geologischen Institut (2012)

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Das Geologische Institut befindet sich im Bonner Stadtteil Poppelsdorf, in der Nussallee 8 (häufig auch: ‚Nußallee‘). Flaniert man die Nussallee vom Poppelsdorfer Schloss aus kommend entlang, lässt sich das Geologische Institut zuerst nicht erkennen, da es von einer mächtigen „Libanon-Zeder“, welche zur Einweihungen des Institutes im Jahre 1911 als daumendickes Bäumchen gepflanzt wurde, verdeckt wird. Erst auf Höhe des Haupteinganges erschließt sich einem das gesamte Institut in seiner wahren Pracht. Die Vorderseite ist von einem geschmiedeten Gitter geziert, welches sich zwischen Pfosten aus Muschelkalk befindet, die wiederum auf einem Basaltsockel stehen. Steht man im Haupttor und blickt auf die Pforte des Institutes so begrüßen einen die lateinischen Worte „MENTE ET MALLEO“ („mit Verstand und Hammer“), welche auf dem Türbogen geschrieben stehen (Kremer 2008).

Geschichte der Geologie an der Universität Bonn
Die Geschichte der Geologie an der Universität Bonn beginnt weit vor der Eröffnung des Institutes im Jahre 1911. In der Zeit vor dem Neubau des Instituts war die Geologie Teil der Philosophischen Fakultät und Geologie konnte an der Universität Bonn nur als Zweitfach des Lehramtstudiums belegt werden. Mit zunehmender Studentenzahl dieses Fachgebietes und gleichzeitig immer größer werdenden Sammlungen (die zum einen auf Exkursionen von Professoren zusammengetragen wurden, zum anderen aber auch Geschenke z.B. der Freunde und Förderer der Geologie / Universität Bonn waren), reichten die Gebäude der Philosophischen Fakultät bald nicht mehr aus (General-Anzeiger 1911, Tilmann 1933, Becker 2004).

Im Zuge der Neugründung der Universität Bonn in den Jahren 1818/19, stellte König Friedrich Wilhelm der III. der Universität Bonn das kurfürstliche Residenzschloss und das Poppelsdorfer Nebenschloss zur Verfügung. In dem im Zentrum Bonns gelegenen Residenzschloss befanden sich seit dem die Geisteswissenschaften und die Medizin, wohingegen die Naturwissenschaften in das Poppelsdorfer Schloss ausgelagert wurden. Schon bei der Neugründung war also ein bestimmendes Merkmal der Universität Bonn erkennbar, die räumliche Trennung der Fachbereiche (Felbeck et al. 1969).

Bau des Geologischen Instituts
Baubeginn des Geologischen Instituts war im Mai 1909 und nach zwei Jahren Bauzeit wurde das Gebäude, welches ein Werk des Architekten Robert Schulze ist, eröffnet. Herr Geheimrat und Bergrat Professor Dr. Steinmann hat wesentlich zum Neubau des Geologischen Instituts beigetragen. Dieser wechselte im Jahr 1906 von Freiburg nach Bonn und übernahm den dortigen Lehrstuhl für Geologie, und das trotz des dort vorherrschenden Platzmangels. Mit dem Wechsel Steinmanns erwies sich auch ein Neubau eines Geologischen Instituts als dringende Notwendigkeit und so wurde 1909 mit dem Neubau eines vierstöckigen Gebäudes, nach Freiburger Vorbild, begonnen. Ein weiteres Argument war die Last der immer größer werdenden Sammlungen, die nun so schwer waren, dass sich die Balken des Universitätshauptgebäudes durchdrückten und die Decke des Senatsaales einzustürzen drohte. Das Geologische Institut ist von der Nussallee aus gesehen querrechteckig und hat zwei ungleich lange, nach hinten fortlaufende Flügel (dies zeigt auch der Lageplan von 1911). Es ist in vier Etagen gegliedert, deren Räumlichkeiten wie folgt aufgeteilt waren: Im Untergeschoss, welches über Bodenniveau gelegen ist, befanden sich die Wohnungen des Hausmeisters und sonstiger Beamter, im Erdgeschoss waren die geologischen und paläontologischen Sammlungen untergebracht, im Obergeschoss waren der Hörsaal (samt modernen Einrichtungen), sowie das Direktorzimmer, die Bücherei, Assistentenzimmer, Praktikantenräume, ein Präparierraum und Dienerzimmer angesiedelt. Im Dachgeschoss waren weitere Sammlungsräume und Arbeitsräume für Dozenten (General-Anzeiger 1911 und 1961, Knopp 1984).

Das Institutsgebäude ist durch neubarocke und klassizistische Stilelemente geprägt, und setzt sich dadurch deutlich von den anderen Instituten (was zudem eine Abkehr vom Historismus bedeutet) der Nussallee ab. Es stellt durch seine Architektur zugleich eine der ersten reinen Funktionsbauten der Universität Bonn dar und bildet eine städtebauliche sowie stilistische Einheit mit dem Physikalischen Institut, dessen Bau ein Jahr später begann. Das Geologische Institut gliedert sich in den Komplex der Bauten im Bereich Poppelsdorfer Schloss, Nussallee und Endenicher Allee ein, welche alle zur Unterbringung der Naturwissenschaften an der Universität Bonn dienen. Die gesamte städtebauliche Situation in diesem Komplex ist durch das Ensemble der naturwissenschaftlichen Institute geprägt, was zur Unterschutzstellung des Institutes nach Denkmalrecht führte (Knopp 1984, Denkmalliste der Stadt Bonn 1983).

Anbauten/Kriegszerstörung
Innerhalb der nächsten 60 Jahre nach Erbauung des Institutes kam es zu zwei Anbauten.
Der erste Anbau wurde für die angewandte Geologie, die „Abteilung für praktische Geologie“, errichtet. Grund dafür war, dass Geologie in Deutschland bisher immer nur theoretisch unterrichtet worden war. Steinmann erkannte die Notwendigkeit die praktische Geologie zu unterstützen und förderte den Bau dieses Anbaus. Somit war Bonn die erste Universität die diese Ergänzung im Fach Geologie bot. Bei diesem Anbau wurde der östliche (rechte) Seitenflügel auf die selbe Länge gebracht wie der Westflügel (dies belegen auch die Bauakten aus dem Jahre 1955). Das exakte Datum dieses Anbaus ist jedoch unklar. Laut den Bauplänen des Bau- und Liegenschaftsbetriebes Nordrhein-Westfalen kam der Anbau im Jahr 1955 hinzu. Die Akte des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege besagt jedoch, dass der Anbau vermutlich zwischen den beiden Kriegen getätigt wurde. Letztere Vermutung wird auch durch den Text zur angewandten Geologie von Wanner bestätigt, welcher den Anbau auf das Jahr 1919 datiert (Wanner 1933, Knopp 1984).
Des Weiteren kam ein Anbau für die Paläontologie im Jahre 1963 hinzu, infolgedessen die Paläontologie ausgelagert worden ist. Dieser Anbau ist durch überdeckte Gänge mit dem Gebäude der Geologie verbunden (diese stammen aus „jüngster Zeit“, Bau nicht genau datiert) (Knopp 1984).
Den Bombenangriff am 18. Oktober 1944 durch die Alliierten überstand das Geologische Institut ohne nennenswerte Beschädigungen, anders als die anderen Institute der Universität Bonn. Den damaligen Tageszeitungen zufolge soll jedoch auch das Geologische Institut größere Schäden erlitten haben. Dieser Widerspruch resultiert womöglich aus der Einflussnahme der ehemaligen nationalsozialistischen Führung auf die Tageszeitungen zu Propagandazwecken (Knopp 1984, General-Anzeiger Oktober 1944).

Das Geologische Institut heute
In dem Gebäude wird heute Geologie, mit dem Schwerpunkt Exogene Prozesse und den zugehörigen Teilbereichen Sedimentologie, Umweltgeologie und Hydrologie unterrichtet. Die jüngste Auslagerung eines Teilbereiches, der Geodynamik / Geophysik, fand zum 19. Dezember 2011 in die Meckenheimer Allee 176 statt. Das Geologische Institut ist Teil des Steinmann-Instituts, welches zudem das Gebäude der Paläontologie (unter Anbauten erwähnt) und das Gebäude der Mineralogie (Poppelsdorfer Schloss) umfasst.
Die Raumaufteilung sieht heute etwas anders aus, als im Abschnitt „Bau des Geologischen Institutes“ beschrieben. Das Untergeschoss wird nun als Erdgeschoss bezeichnet und bietet Räume für Labore zum Mikroskopieren. Im ersten Obergeschoss (früher Erdgeschoss) befindet sich immer noch das Goldfuß Museum mit den Paläontologischen Sammlungen. Das zweite Obergeschoss (ehemals nur Obergeschoss) beherbergt den Hörsaal, die Bibliothek sowie Assistentenzimmer, das Direktorzimmer, Räume für Dozenten, das Sekretariat, die Fachschaft und einen Übungsraum. Im Dachgeschoss befinden sich weitere Assistentenzimmer, sowie ein Seminarraum. Zudem werden die Flure ebenfalls zur Ausstellung der Sammlungen verwendet.

Das Objekt „Geologisches Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn“, Nussallee 8, ist ein eingetragenes Denkmal (Bonner Denkmalliste, Stand 1. August 2006, Lfd. Nr. A 168).

(Marcel Marx, Geographisches Institut der Universität Bonn, 2012)

Quellen
Bonner Zeitung, Städtische Nachrichten vom 24. Oktober 1911, S. 1-3.
General-Anzeiger, Nr. 7734 (Bonn und Umgegend), Neubau des Geologischen Institutes, 24. Oktober 1911.
General-Anzeiger, Mord-Terror rast über unsere Vaterstadt, 20. Oktober 1944.
General-Anzeiger, Goldfuß-Büste steht in grünem Laubwerk, 13. Oktober 1961.
Schreiben von Dr. Gisbert Knopp (Rheinisches Amt für Denkmalpflege) vom 03.09.1984 zum Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Bonn, Nußallee 8, 5300 Bonn.
Denkmalliste der Stadt Bonn, laufende Nummer A 168, Eintragung vom 07. Juli 1983.

Internet
www.steinmann.uni-bonn.de: Steinmann Institut, „Das Institut“ (Abgerufen 05.01.2012)
www.steinmann.uni-bonn.de: Steinmann Institut, „Die Gebäude des Steinmann-Instituts“ (Abgerufen 05.01.2012)
www.geo.uni-bonn.de: „Der Fachbereich Geodynamik / Angewandte Geophysik zieht um!“ (Abgerufen 05.01.2012)

Literatur

Becker, Thomas (2004)
Geschichte der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität. Ansichten - Einblicke - Rückblicke. Erfurt.
Felbeck, Barbara / Heinemann, Helmut / Polland, Jürgen / Wernicke, Albert (1969)
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn - Zielplanung 1968. o. O.
Kremer, Bruno P. / Bouillon, Barbara (2008)
Naturführer Bonn und Umgebung. S. 124, Bonn.
Tilmann, Norbert (1933)
Das Geologisch-Paläontologische Institut. In: Geschichte der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn am Rhein - Institute und Seminare 1818-1933, S. 385-389. Bonn.
Wanner, Johannes (1933)
Die Anstalt für Angewandte Geologie. In: Geschichte der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn am Rhein - Institute und Seminare 1818-1933, S. 389. Bonn.

Geologisches Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Nussallee 8
Ort
53115 Bonn
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
Keine Angabe
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1909 bis 1911
Koordinate WGS84
50° 43′ 35,42″ N, 7° 05′ 23,93″ O / 50.72651°, 7.08998°
Koordinate UTM
32U 365193.21 5621151.88
Koordinate Gauss/Krüger
2577005.69 5621788.85

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