Kanonissenstift Sankt Cäcilien

Stift St. Cäcilia

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Das Kirchengebäude des früheren Kanonissenstifts Sankt Cäcilien in Köln, heute städtisches Museum Schnütgen für mittelalterliche Kunst (2005)

    Das Kirchengebäude des früheren Kanonissenstifts Sankt Cäcilien in Köln, heute städtisches Museum Schnütgen für mittelalterliche Kunst (2005)

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  • Stiftskirchen und Abteien in Köln auf der Karte "Eintheilung der der heutigen preussischen Rheinprovinz für das Jahr 1789" (1894).

    Stiftskirchen und Abteien in Köln auf der Karte "Eintheilung der der heutigen preussischen Rheinprovinz für das Jahr 1789" (1894).

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Patrozinium: Caecilia, Nebenpatrone Maria und Eugenia.
Orden: Kanonissenstift (Frauenkloster).
Geschichte (Gründung und Entwicklung bis um 1200):
Dass sich auf dem Gelände der Stiftskirche St. Caecilia und, ihr direkt benachbart, der Pfarrkirche St. Peter noch innerhalb der römischen Stadtmauer ursprünglich die Kathedrale des Kölner Bischofs befunden habe, hat sich als eine erst im 14. Jahrhundert aufkommende Legende erwiesen. Bebaut hingegen war das Gelände mit spätrömischen Thermenbauten, die noch vereinzelt im Mittelalter aufrecht gestanden haben müssen und die Fluchten des mittelalterlichen Kirchenbaues vorgegeben haben dürften.
Vor der Errichtung des Stiftes existierte ein älterer Kirchenbau aus spätmerowingisch-frühkarolingischer Zeit, der als wahrscheinliche Saalkirche teilweise von der neuen Kirche genutzt wurde. Das Stift dürfte zwischen 866 und 881 vom Kölner Erzbischof Willibert gegründet worden sein.

Da zum Jahre 941 vom Wiederaufbau des Stiftes die Rede ist, vermutet man seine Zerstörung durch den Normannensturm von 881. Der Wiederaufbau muss 888 wieder im Gange gewesen sein, weil Erzbischof Willibert in diesem Jahr der Stiftskirche außer Maria auch die Römerin Caecilia und die Spanierin Eugenia als Schutzpatrone zuerkannte, von denen sich Caecilia mit der Zeit als Hauptpatronin herausschälte. Als Erzbischof Brun 965 starb, war der Wiederaufbau noch unvollendet. Brun war ein großer Gönner des Stiftes; er erweiterte den Bau, überführte 956 die Gebeine des Kölner Bischofs Eberigisil von Termogne in die Stiftskirche und bedachte das Stift in seinem Testament mit Schenkungen. Noch 962 hatte er das Stift mit Streubesitz reich ausgestattet und bei dieser Gelegenheit dem Konvent auch das Recht, die Äbtissin frei zu wählen, gewährt, vielleicht weil seine Schwester Baretsuitha als derzeitige Äbtissin von St. Caecilia den Anlass zur Befürchtung gab, stets nur Verwandte des Erzbischofs für dieses Amt akzeptieren zu müssen; sollte es doch 1074 zu einem beinahe blutigen Aufstand kommen, weil die Äbtissin von St. Caecilia eine Verwandte Erzbischof Annos II. war.

Die Pfarrkirche St. Peter scheint ebenso alt wie die Stiftskirche gewesen zu sein; ihr letzter Umbau datiert aus dem 16. Jahrhundert Sie muss kraft Schenkung eines Erzbischofs dem Patronat der Äbtissin von St. Caecilien unterstellt worden sein. Nur so erklärt sich, dass sich zu Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten die Äbtissin mitsamt Kanonissen und Kanonikern in ihr versammelten; überdies wurden alle Äbtissinnen dort und nicht in der Stiftskirche bestattet. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts wurde die Stiftskirche, bislang der Typ der Saalkirche, in eine querschifflose, im Mittelschiff flachgedeckte Pfeilerbasilika umgestaltet; nur die Seitenschiffe wurden 1160 eingewölbt, auf einen Turmbau hat man indessen stets verzichtet. Um 1250 bereits war die Ostpartie der Stiftskirche mit einem Nonnenchor über der nach Osten verlängerten Krypta erneuert worden.
Der Konvent bestand aus Kanonissen nur hochadliger Herkunft. Laut „Liber valoris“ von ca. 1300 war das Stift auf 15 Kanonikate hin angelegt (Engels 2006).

Gegründet 888 (Frauenstift), 1475–85 Verlegung des Augustiner-Chorfrauen-Klosters Zum Weiher hierher. Aufgehoben 1802 (Bönnen / Hirschmann 2006).

Seit 1956 befindet sich in dem ehemaligen Stift St. Cäcilien das städtische Museum Schnütgen für mittelalterliche Kunst.

(LVR-Redaktion KuLaDig, 2012/2016)

Literatur

Bönnen, Gerold; Hirschmann, Frank G. (2006)
Klöster und Stifte von um 1200 bis zur Reformation. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.3.) Bonn.
Engels, Odilo (2006)
Klöster und Stifte von der Merowingerzeit bis um 1200. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.2.) Bonn.
Landschaftsverband Rheinland; Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft (Hrsg.) (2014)
Jakobswege. Wege der Jakobspilger im Rheinland, Band 1: In 8 Etappen von Wuppertal über Köln nach Aachen/Belgien (5. Auflage). Köln.

Kanonissenstift Sankt Cäcilien

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Cäcilienkloster
Ort
Köln
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 866 bis 888, Ende 1802
Koordinate WGS84
50° 56′ 5″ N, 6° 57′ 5,81″ O / 50.93472°, 6.95161°
Koordinate UTM
32U 356070.24 5644563.72
Koordinate Gauss/Krüger
2566937.62 5644816.04

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„Kanonissenstift Sankt Cäcilien”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-13586-20110718-13 (Abgerufen: 21. Oktober 2017)
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