Wasserburg Gleuel

Burg Gleuel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Hürth
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Tor und Steinbrücke der Wasserburg Gleuel (2014)

    Tor und Steinbrücke der Wasserburg Gleuel (2014)

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  • Hauptburg der Wasserburg Gleuel (2014)

    Hauptburg der Wasserburg Gleuel (2014)

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  • Tor des Fronhofes neben der Wasserburg Gleuel (2014)

    Tor des Fronhofes neben der Wasserburg Gleuel (2014)

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  • Blutbuche und Engelsfigur im Burgpark der Wasserburg Gleuel (2014)

    Blutbuche und Engelsfigur im Burgpark der Wasserburg Gleuel (2014)

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  • Gleueler Bach im Burgpark der Wasserburg Gleuel (2014)

    Gleueler Bach im Burgpark der Wasserburg Gleuel (2014)

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  • Steinbrücke über den Burggraben der Wasserburg Gleuel (2014)

    Steinbrücke über den Burggraben der Wasserburg Gleuel (2014)

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  • Wassergraben der Wasserburg Gleuel (2014)

    Wassergraben der Wasserburg Gleuel (2014)

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  • Platanenallee an der Wasserburg Gleuel (2014)

    Platanenallee an der Wasserburg Gleuel (2014)

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Die barocke Wasserburganlage befindet sich am Hangfuß der Ville inmitten des Hürther Ortsteiles Gleuel, am Gleueler Bach.

Geschichte
Im Jahr 898 schenkte König Zwentibold dem Stift Essen einen Salhof mit Kirche. Doch spätestens im 12. Jahrhundert ging die Grundherrschaft auf das Kölner Domkapitel über (Groten et al. 2006, S. 500; Faust 2009, S. 26). Neben dem Fronhof schloss sich in nordöstlicher Richtung die Gleueler Burg an, deren Ritter „von Gleuel“ erstmals 1260 erwähnt wurden und zur Mitgliedschaft am kurkölnischen Landtag berechtigt waren (Klug 1978, S. 71 und Faust 2009, S. 27).

1630 wurde der Ratsherr Johann von Cölln neuer Eigentümer der in das Hochmittelalter datierenden Niederungsburg und baute sie um. Durch einen Erbkaufvertrag gelangte sie ab 1730 wieder in den Besitz des Kölner Domkapitels. Nach der Säkularisation privatisiert, gehörte die Burg ab 1969 wenige Jahre der Stadt Hürth, die den Burgpark der Öffentlichkeit zugänglich machte. 1976 kaufte ein Privatmann die Wasserburg, die daraufhin renoviert und in eine Wohnanlage mit Büro umgebaut wurde (Meynen 1985, S. 30).

Heutiger Zustand
Die Gleueler Burg geht auf eine hochmittelalterliche Wasserburg zurück, deren zweigeschossiges Burghaus im Jahr 1632 durch einen vierachsigen Anbau zu einer zweiflügeligen Anlage erweitert wurde. Der parallel zum Wassergraben ausgerichtete sechsachsige Südwestflügel ist älter und besitzt einen mehrfach geschweiften Treppengiebel (Meynen 1985, S. 30). Während das barocke Herrenhaus aus weiß geschlämmtem Backstein errichtet ist, bestehen die sich anschließenden Hofgebäude teilweise auch aus Fachwerk und stammen aus dem 18./19. Jahrhundert. Herrenhaus und Nebengebäude ergeben eine Hufeisenform und sind von einem Wassergraben umgeben, der vom Gleueler Bach gespeist wird. Laut Meynen (1985, S. 30) war das Herrenhaus ehemals auch von einem Wassergraben umgeben, der jedoch zugunsten größerer Wirtschaftsgebäude zugeschüttet worden ist. Das Hufeisen öffnet sich in nordöstliche Richtung, wo eine Steinbrücke mit Tor erhalten ist. Insgesamt ist die Wasserburg Gleuel dem Typus des rheinischen Winkelbaus zuzuordnen.

Burg Gleuel liegt inmitten eines Schlossparks mit sehr altem und höhlenreichem Baumbestand (Schutzwürdige Biotope NRW). Er ist für die Öffentlichkeit zugänglich und wird vom Gleueler Bach durchflossen, der auch den Wassergraben speist. Das Torhaus des Fronhofes stammt aus dem 17. Jahrhundert. Hier und in neu gebauten Nebengebäuden ist heute eine Seniorenresidenz untergebracht.

Kulturhistorische Bedeutung
Einst öffnete sich von der Gleueler Burg aus nach Norden hin die Feldflur; im Süden erstreckte sich parallel zum Gleueler Bach das Straßendorf Gleuel. Heute sind die Burg, die Reste des Fronhofes sowie die zugehörige Kirche St. Dionysius vollständig von Wohnbebauung umgeben und bilden die Ortsmitte. Den funktionalen Zusammenhang des einstigen grundherrschaftlichen Zentrums der mittelalterlichen Herrlichkeit Gleuel repräsentierend, befinden sich in nächster Nachbarschaft zur Burg die Reste des ehemaligen Fronhofs sowie die einstige Eigenkirche St. Dionysius mit Kirchhof. Burg Gleuel ist somit zeugnishaft für mittelalterliche Grundherrschaften, die hier in ihrer historischen Tiefe sowie durch gegebene funktionale und strukturelle Zusammenhänge mit Kirche und Fronhof ablesbar sind.

Hinweise
Das Objekt Wasserburg in Gleuel ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Burg Gleuel (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 153).
Das Objekt Wasserburg in Gleuel ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste der Stadt Hürth, laufende Nr. 23) (Wikipedia: Liste der Baudenkmäler in Gleuel).

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Landschaftliche Kulturpflege, 2015)

Internet
Schutzwürdige Biotope in Nordrhein-Westfalen: Parkanlage von Burg Gleuel (BK-5107-006) (abgerufen am 09.10.2015)
de.wikipedia.org: Liste der Baudenkmäler in Gleuel (abgerufen am 09.10.2015)

Literatur

Faust, Manfred (2009)
Geschichte der Stadt Hürth. Köln.
Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. 500, Stuttgart.
Klug, Clemens (1978)
Hürth. Kunstschätze und Denkmäler. Hürth.
Meynen, Henriette (1985)
Wasserburgen, Schlösser und Landsitze im Erftkreis. Köln.

Wasserburg Gleuel

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Burgstrasse
Ort
Hürth - Gleuel
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn 898
Koordinate WGS84
50° 53′ 31,49″ N, 6° 50′ 13,42″ O / 50.89208°, 6.83706°
Koordinate UTM
32U 347882.92 5640052.52
Koordinate Gauss/Krüger
2558939.03 5639974.96

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„Wasserburg Gleuel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-135830-20150817-10 (Abgerufen: 18. November 2018)
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