Schuwerackerhof auf dem Conder Berg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Cochem
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Das 1903 erbaute Wohngebäude des Schuwerackerhofs auf dem Cochem-Conder Berg (2012).

    Das 1903 erbaute Wohngebäude des Schuwerackerhofs auf dem Cochem-Conder Berg (2012).

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  • Spielende Kinder auf dem winterlich eingeschneiten Schuwerackerhof auf dem Cochem-Conder Berg, Blick in Richtung der Stallgebäude (Aufnahme um 1975).

    Spielende Kinder auf dem winterlich eingeschneiten Schuwerackerhof auf dem Cochem-Conder Berg, Blick in Richtung der Stallgebäude (Aufnahme um 1975).

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  • Das Wohngebäude und die Einfahrt zum Schuwerackerhof auf dem Cochem-Conder Berg (2012).

    Das Wohngebäude und die Einfahrt zum Schuwerackerhof auf dem Cochem-Conder Berg (2012).

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  • Spielende Kinder auf dem Schuwerackerhof auf dem Cochem-Conder Berg (Aufnahme um 1975).

    Spielende Kinder auf dem Schuwerackerhof auf dem Cochem-Conder Berg (Aufnahme um 1975).

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  • Der Schuwerackerhof auf dem Cochem-Conder Berg, Ansicht von Süden von der Kreisstraße K 59 aus (2012).

    Der Schuwerackerhof auf dem Cochem-Conder Berg, Ansicht von Süden von der Kreisstraße K 59 aus (2012).

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Lage und Name
Der Schuwerackerhof liegt oberhalb des Cochemer Stadtteils Cond auf dem von den Moselorten Valwig, Cochem-Cond und Klotten umgebenen Höhenplateau auf etwa 305 Meter Höhe. Die Entfernung nach Cond beträgt rund 2 Kilometer – ebenso wie die Entfernung zum benachbarten Örtchen Valwigerberg, einem Ortsteil von Valwig.

Das im Rheinland häufig als Familienname oder Ortsbezeichnung vorkommende Wort Schuwerack soll angeblich so viel wie „Schieferacker“ bedeuten. Dies wäre hier bezüglich der Lage im Mosel-Hunsrück-Bereich des Rheinischen Schiefergebirges stimmig. Eine andere Erklärung von Schuwerack bezieht das Wort auf das im historischen Schieferbergbau genutzte Tragegestell, mit dem die Schieferbrocken auf dem Rücken eines Arbeiters aus dem Abbauschacht ans Tageslicht getragen wurden.

Geschichte
In der Chronik von Valwig wird zu der im 15. Jahrhundert in Valwigerberg errichteten Kirche – der heutigen Wallfahrtskirche St. Maria und Maria Magdalena mit dem „Gnadenbild von der wundertätigen Mutter vom Berge“ von um 1400 (heute im Diözesanmuseum Trier) – berichtet, dass „die Hofleute der Höfe auf dem Berge, des Testerhofes, des Höntgeshofes, des Schuwerackerhofes, des Schafstallerhofes und des Pfalzerhofes“ darüber froh waren, „an Sonn- und Feiertagen eine heilige Messe in der Kapelle zu haben.“ (Reitz / Hess 1998, S. 62, allerdings ohne Nennung einer Quelle)

Eine Urkunde aus dem Jahr 1751 berichtet dann, dass der Hof Schuwerack einen Kornzins an das Augustiner-Chorfrauenstift Kloster Stuben abführt (LHAKo).
Die zwischen 1824 und 1855 von Georg Bärsch (1778-1866) auf Grundlage eines Manuskripts des Historiographen Johann Friedrich Schannat (1683-1739) herausgegebene geographisch-historische Beschreibung Eiflia illustrata führt für das Jahr 1808 den Hof Schuwerack mit einem Wohnhaus und acht Einwohnern auf (S. 326).
Der Hof gehört zu der Gemeinde Cond: „Die beiden Fruchthöfe auf dem Berge, Schaafstall und Schuwerack, gehören der Gemeinde. (…) Im Jahre 1808 gehörte Cond zur Mairie (d.h. Bürgermeisterei, Verf.) Cochem, war jedoch dem Friedensgerichte zu Treis überwiesen. Die Gemarkung von Cond mit den dazu gehörigen Gemarkungen der Höfe Neuhof, Pfalzerhof, Schaafstall und Schnürach (Schuwerack) umfasste 72 Hektaren Ackerland, 8 Hektaren Wiesen, 74 Hektaren Weinberge und 65 Hektaren Waldungen.“ (ebd., S. 338 u. 339)
Für das Jahr 1840 werden 8 Bewohner genannt, 1951 3 sowie für 1961 und 1970 jeweils 5 (Rettinger 1985); 1976 lebten 6 Personen auf dem Schuwerackerhof, davon drei Kinder.

Erst Anfang der 1970er Jahre wurde die Kreisstraße K 59 zwischen Cond und Valwigerberg ausgebaut. Zuvor waren der Conder und der Valwiger Berg von Cochem aus nur über unbefestigte Wege zu erreichen. Die schulpflichtigen Kinder wurden in diesen Jahren (es gab keine ÖPNV- oder Schulbus-Anbindung) frühmorgens mit dem Taxi zur Grundschule nach Bruttig bzw. zu den weiterführenden Schulen in Cochem gefahren.
Bis Mitte der 1970er Jahre wurde der Hof als Pachtbetrieb mit Land- und Viehwirtschaft geführt. Zu diesem Zeitpunkt erwies sich die Bewirtschaftung des kleinen Betriebes mit nur etwa 20-25 Hausrindern, wenigen Hühnern und Enten, ein paar Streuobstwiesen und größenmäßig überschaubaren Ackerflächen als zunehmend unrentabel und wurde schließlich Ende 1976 aufgegeben.
Die Landwirtschaft wurde noch bis um 1985 weiter betrieben und die Hofgebäude für die Einmietung von Pferden genutzt.

Das Wohngebäude des Hofs wurde ausweislich der Ziffern seiner Maueranker in Jahr 1903 erbaut. Um 1980 wurde es für eine zeitgemäße Wohnnutzung umgebaut und nach 1985 um einen nördlichen Anbau ergänzt. Die notwendige Modernisierung bedingte u.a. den Einbau einer Heizung sowie die Ergänzung einer zeitgemäßen Wasserversorgung und Sanitäreinrichtung.
Bis zum Ende der 1970er Jahre hatte es dies alles nicht gegeben: Der mit Zimmeröfen beheizte Hof war nur über einen nahe gelegenen Brunnen mit Wasser versorgt und die einzige Toilette war ein so genanntes „Plumpsklo“ im gegenüber liegenden Stallgebäude.

(Franz-Josef Knöchel, 2015)

Quelle
Landeshauptarchiv Koblenz (LHAKo), Bestand 181, Augustinerinnenkloster Stuben, Nr. 271, S. 197.

Literatur

Baersch, Georg / Schannat, Johann Friedrich (1852)
Eiflia illustrata oder Geographische und historische Beschreibung der Eifel. Band 3: Die Städte und Ortschaften der Eifel und deren Umgegend, topographisch und historisch beschrieben. (Eiflia illustrata Band 3, Abteilung 1, Abschnitt 1.) Köln / Aachen / Leipzig / Trier.
Reitz, Georg / Hess, Peter (1998)
Die Chronik von Valwig / Mosel nach Dr. Georg Reitz mit Ergänzungen der Valwiger Schullehrer Severin Moog und Richard Schützen (um 1942), zusammengestellt und überarbeitet von Peter Hess. Valwigerberg.
Rettinger, Elmar (1985)
Historisches Ortslexikon Rheinland-Pfalz, Bd. 1: Ehemaliger Landkreis Cochem (unter Verwendung der Vorarbeiten von Martina Bleymehl-Eiler). (Geschichtliche Landeskunde 27.) S. 275, Stuttgart.

Schuwerackerhof auf dem Conder Berg

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schuwerackerhof
Ort
56812 Cochem - Cond
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1751
Koordinate WGS84
50° 08′ 49,63″ N, 7° 11′ 47,89″ O / 50.14712°, 7.19664°
Koordinate UTM
32U 371156.88 5556545.09
Koordinate Gauss/Krüger
2585574.57 5557458.64

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Empfohlene Zitierweise
„Schuwerackerhof auf dem Conder Berg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-124929-20150511-2 (Abgerufen: 26. Mai 2018)
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