Jüdischer Friedhof Zons

Judenfriedhof an der Hannepützheide in der Zonser Heide

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Dormagen
Kreis(e): Rhein-Kreis Neuss
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 07′ 19,84″ N: 6° 49′ 57,56″ O / 51,12218°N: 6,83265°O
Koordinate UTM 32.348.325,64 m: 5.665.645,46 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.558.339,77 m: 5.665.568,62 m
  • Eingangstor zum Jüdischen Friedhof in Dormagen-Zons (2017).

    Eingangstor zum Jüdischen Friedhof in Dormagen-Zons (2017).

    Copyright-Hinweis:
    Kuhlmann, Volker
    Fotograf/Urheber:
    Volker Kuhlmann
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Gräberfeld im Innenbereich des Jüdischen Friedhofs in Dormagen-Zons (2017).

    Gräberfeld im Innenbereich des Jüdischen Friedhofs in Dormagen-Zons (2017).

    Copyright-Hinweis:
    Kuhlmann, Volker
    Fotograf/Urheber:
    Volker Kuhlmann
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Bis ins letzte Drittel des 19. Jahrhunderts war die jüdische Bevölkerung in Zons größer als die im benachbarten Dormagen, mit der sie zusammen eine Gemeinde bildete. Erstmals 1720, dann wieder 1806 wird eine Synagoge erwähnt. 1828 konnte ein Synagogenneubau eingeweiht werden, der auch von den Juden in Stürzelberg, Dormagen und Hackenbroich besucht wurde. 1936 wurde das Gebäude verkauft und kurze Zeit später abgerissen (Reuter 2007).

Der jüdische Friedhof
Der erhaltene, wahrscheinlich schon vor 1850 bis 1936 belegte Friedhof geht vermutlich auf das 17. Jahrhundert zurück. Der älteste Grabstein ist von 1771. Neben 24 Grabsteinen finden sich auf dem wieder hergerichteten Begräbnisplatz noch zahlreiche Fragmente.
Der Begräbnisplatz befindet sich im Osten der Hannepützheide im Naturschutzgebiet Wahler Berg, Hannepuetzheide und Martinsee. Für das Jahr 1764 werden dort „2 Morgen Landts am Juden-Berg“ in einer Quelle erwähnt (Pfarrarchiv St. Martinus Zons, 884, fol.75v, hier nach www.zons-geschichte.de).
Während die historischen Karten der zwischen 1836 und 1850 erarbeiteten Preußischen Uraufnahme den Friedhof noch nicht zeigen, weist die Preußische Neuaufnahme (1891-1912) ihn dann vor Ort als „Begr. Pl.“ (Begräbnisplatz) aus (vgl. die historischen Karten in der Kartenansicht).
Der etwa 1.540 Quadratmeter große Friedhof ist seit dem 15. Mai 1984 als Baudenkmal eingetragen (lfd. Nr. 2.05), zuletzt wurde er in den 1990er-Jahren hergerichtet.

Das Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen hat in seiner epigraphischen Datenbank epidat den Friedhof sowie die 25 Grabinschriften erfasst. Hier befindet sich auch eine ausführlichere Beschreibung der Örtlichkeit:
„Der Friedhof liegt an der Nievenheimer Straße, in der Zonser Heide, neben einem Sportplatz …, auf einem flachen Hügel. Das etwa ovale Gelände ist von einer 1,80 hohen Mauer mit einem doppelflügeligen Eingangstor aus dem Jahr 1925 eingefriedet. Auf dem mit Gras, Efeu und einzelnen Bäumen bewachsenen Friedhof stehen die 25 erhaltenen Grabsteine aus den Jahren 1771 bis 1908/36 in lockerer Folge verteilt.
Bereits 1666 wird ein jüdischer Friedhof in Zons erwähnt, der vermutlich identisch mit dem heutigen Friedhof ist, 1850 ist er jedenfalls schon 'seit langen Zeiten im Besitz der Juden', der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1771. Nach mehrfachen Schändungen wurde 1925 eine Mauer mit einem großen Tor um den Friedhof errichtet, die von in New York lebenden Nachkommen Zonser Juden gestiftet wurde. Die letzte Beisetzung fand 1936 statt. 1984 wurde der Friedhof in die Denkmalliste der Stadt Dormagen eingetragen. In den 1990er Jahren wurde der bis dahin stark vernachlässigte Friedhof mit Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen wieder hergerichtet.“
(www.steinheim-institut.de)

(LVR-Redaktion KulaDig, 2011/2021 / freundliche Hinweise von Herrn Volker Kuhlmann, Dormagen, 2017)

Internet
www.steinheim-institut.de: Dormagen-Zons, 25 Inschriften von 1771-1922 (abgerufen 24.07.2017)
www.jüdische-gemeinden.de: Dormagen-Zons (abgerufen 26.08.2021)
www.zons-geschichte.de: Zonser Geschichte, Archivfunde (abgerufen 30.08.2021)
nsg.naturschutzinformationen.nrw.de: Naturschutzgebiet Wahler Berg, Hannepuetzheide und Martinsee (NE-004) (abgerufen 30.08.2021)
dormagen.de: Denkmalliste Dormagen, Stand 01.12.2019 (PDF-Datei, 240 kB, abgerufen 25.08.2021)

Literatur

Hansmann, Aenne (1990)
Zons. (Rheinischer Städteatlas, Lieferung IV, Nr. 25.) S. 6, Köln.
Pracht-Jörns, Elfi (2000)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil II: Regierungsbezirk Düsseldorf. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.2.) S. 432-435, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 94, Bonn.

Jüdischer Friedhof Zons

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Nievenheimer Straße / Rheinberger Straße
Ort
41541 Dormagen - Zons
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn 1666 bis 1771

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt steht unter der freien Lizenz CC BY 4.0 (Namensnennung). Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Jüdischer Friedhof Zons”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-12246-20110615-2 (Abgerufen: 16. Oktober 2021)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang