Bahnhof Bad Münstereifel

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bad Münstereifel
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Der Bahnhof von Bad Münstereifel

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  • Historische Aufnahme: Blick nach Norden über das Empfangsgebäude und die Bahnhofsanlage Bad Münstereifel (1910). Im Hintergrund sind der Wasserturm und der Lokschuppen zu erkennen.

    Historische Aufnahme: Blick nach Norden über das Empfangsgebäude und die Bahnhofsanlage Bad Münstereifel (1910). Im Hintergrund sind der Wasserturm und der Lokschuppen zu erkennen.

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  • Das Empfangsgebäude im Bahnhof Münstereifel. Kolorierte Postkarte von 1915.

    Das Empfangsgebäude im Bahnhof Münstereifel. Kolorierte Postkarte von 1915.

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  • 2015 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Bad Münstereifel, Bahnhofsgebäude (PDF-Datei)

    2015 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Bad Münstereifel, Bahnhofsgebäude (PDF-Datei)

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    Bahnhof Bad Münstereifel (2015)

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Der Bahnhof in Münstereifel wurde am 1. Oktober 1890 als Endpunkt der Strecke von Euskirchen eröffnet. Er entstand nahe dem Werther Tor und verfügte ehemals über umfangreiche Gleisanlagen. Heute ist Bad Münstereifel nur noch ein Haltepunkt mit einem Gleis, hier enden die Züge der Regionalbahn RB 23 von Bonn bzw. Euskirchen.

Bau und Betrieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges
Nachdem Münstereifel als Endpunkt der Strecke von Euskirchen festgelegt worden war, gab es umfangreiche Diskussionen um den genauen Standort. schließlich einigte man sich auf den Platz an der heutigen Kölner Straße, etwa 200 Meter vom mittelalterlichen Werther Tor entfernt. Wenige Jahre vor der Eröffnung der Bahnlinie hatte man in der Stadt die Bedeutung und den Wert des Stadtbildes und des Denkmals Stadtmauer erkannt. Daher galt es, die Lage des neuen Bahnhofgebäudes zur Stadtmauer besonders fein auszutarieren. Schließlich sollte mit dem Anschluss an das Bahnnetz die wirtschaftliche Neuorientierung der Stadt Münstereifel einhergehen. Insbesondere der Tourismus sollte als neue Einnahmequelle gefördert werden.

Das Empfangsgebäude errichtete man im Schweizer Landhausstil. Zur Stadt hin schloss sich der südliche, eingeschossige Seitenflügel an. Hier befand sich einst der Wartesaal. Nach Norden erstreckte sich der Güterschuppen und die Ladestraße. Die öffentliche Toilettenanlage besaß ein eigenes Gebäude.

Zu den Betriebseinrichtungen gehörten ein einständiger Lokschuppen, Wasserturm, ein umfangreicher Güterbahnhof und zeitweise sogar eine Gleiswaage. Der Bahnhof liegt in Streckenkilometer 13,8 (ab Euskirchen). Bei der Gestaltung des Wasserturms wurde auf das Denkmal Stadtbefestigung angespielt, er entstand „als bergfriedartiger Bruchsteinturm mit Fachwerkobergeschoss und Turmhelm.“ (Schmitz-Ehmke, Baudenkmäler Stadt Bad Münstereifel, S. 98). Die Kanten des ursprünglichen Mittelbahnsteig sind in Bruchstein eingefasst. Vom Bahnsteig konnte man, nach dem Durchqueren der Bahnsteigschranke, unmittelbar auf die Kölner Straße gelangen. Neben dem Hausbahnsteig gab es ein Umfahrungsgleis, ein Zufahrtgleis zum Lokschuppen und eine Ladegleis, das am Güterschuppen endete.

Im Vorfeld des Ersten Weltkrieges gab es umfangreiche Planungen, das Gleisnetz in der Eifel auszubauen, da die militärischen Planungen einen Angriff deutscher Truppen über Belgien nach Frankreich vorsahen. So war auch eine weitere Bahnstrecke von Rheinbach über Münstereifel, Schmidtheim und Kronenburg nach Losheim und weiter nach St. Vith (heute Belgien) vorgesehen. Damit erhielt auch der Bahnhof in Münstereifel eine höhere strategische und betriebliche Bedeutung. So wurde 1913 das Gebäude in Bad Münstereifel erweitert und bekam ein Bahnsteigdach.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der folgenden Wirtschaftsrezension wurden Rationalisierungsmaßnahmen erforderlich. Nach 1925 blieb die Lokomotive nachts nicht mehr in Münstereifel, sondern wurde leer nach Euskirchen zurückgefahren. Damit wurde auch der Lokschuppen überflüssig, er wurde 1929 abgebrochen. Später errichtete ihn eine ortsansässige Familie wieder neu.
Die Anzahl der 1927 in Bad Münstereifel verkauften Fahrkarten betrug 75.201 Stück. Von Bedeutung waren weiterhin die regelmäßigen Viehmärkte in Bad Münstereifel, zu denen die Bahn jährlich bis zu 10.000 Tiere brachte, sowie die umfangreiche Holzverladung. Des Weiteren wurde Expressgut verladen.

In den 1930er Jahren stabilisierten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse wieder, der Verkehr auch auf der Erfttalbahn nahm wieder zu. Und der Ausflugsverkehr wurde massiv gefördert: Im Sommer 1936 rollte fast jeden Sonntag ein Sonderzug, oft voll besetzt mit über 1000 Personen, durchs Erfttal nach „Münstereifel ─ kein Zweifel, schönstes Städtchen der Eifel“ (Spruchband am Bahnsteig).

Nach einem Gleisplan von 1938 besaß der Bahnhof in Münstereifel insgesamt sechs Gleise, vier für den Personenverkehr und zwei für den Güterverkehr. Die beiden Gleise für den Personenverkehr lagen beidseits des Mittelbahnsteigs in der Mitte des Bahnhofsgeländes. Zum Umsetzen der Lok an das andere Zugende standen Umfahrungsgleis zur Verfügung. Im Süden schloss sich ein Ladegleis an, dass an einer hohen Rampe für die Viehverladung endete. Reste der Mauer sind heute noch erhalten. Im Norden lag die Ladestraße parallel zum östlichen Ladegleis, das auch mit dem Güterschuppen verbunden war. Am nördlichen Gleisende gab es noch ein Ausziehgleis für den Güterverkehr.
Zum Ende des Jahres 1944 wurde der Verkehr auf der Strecke nach Euskirchen aufgrund von schweren Kriegsschäden eingestellt. Dieser Zustand hielt auf Grund der gesprengten Brücken bis Mitte 1948 an.

Betrieb nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Krieg wurden im Bahnhof Münstereifel zunächst nur Aufräumarbeiten durchgeführt. Erst am 2. Juni 1948 lief wieder ein Zug in den Bahnhof ein. Bis dahin mussten Reisende ständig überfüllte Omnibusse benutzen oder zu Fuß gehen, der zeitweilige Endpunkt der befahrbaren Bahnstrecke lag in Iversheim.
Im Oktober 1955 wurde der schon seit längerem nicht mehr benutzte Wasserturm abgerissen. 1957 und 1968 wurde das Bahnhofsgebäude modernisiert und umgebaut, wobei auch das Aborthäuschen verschwand.

1970 nannte man den Bahnhof in Bad Münstereifel um, denn 1967 hatte der Innenminister des Landes Nordrhein Westfalen der Stadt das Recht verliehen, den Titel „Bad“ Münstereifel zu führen.
1975 wurde der Personenverkehr an Wochenenden ab Samstagmittag eingestellt. Mitte der 1970er Jahre wurde der regelmäßige Güterverkehr nach Bad Münstereifel eingestellt, seitdem wurden die umfangreichen Gütergleise nicht mehr genutzt.

Nach Bedarf wurde jedoch weiterhin Holz verladen und das in Bad Münstereifel ansässige Feinkostgeschäft Melder erhielt noch Wagen mit Frischwaren wie Obst und Gemüse. Die Betriebsstelle „Bahnhof Bad Münstereifel“ wurde 1982 aufgelöst und dem Bahnhof Euskirchen untergeordnet. 1990 baute man die Technik im Bahnhof auf Vereinfachten Zugbetrieb (VZB) zurück. Bis 1993/94 wurde im Bahnhof Bad Münstereifel noch Holz umgeschlagen, welches aus den Wäldern rund um die Stadt stammte. Auch die Firma Greven Fettchemie nutzte hin und wieder die Gleisanlagen des Bahnhofes zum Warenumschlag.
Bei Gleiserneuerungsarbeiten auf der Erfttalbahn wurden 1998 im Bahnhof Bad Münstereifel alle Weichen, die vom Stammgleis (Gleis 1) abzweigen, entfernt. Seitdem ist hier nur noch ein Haltepunkt. Das Areal der ehemaligen Gütergleise wurde inzwischen mit einem Parkplatz überbaut.

Seit 2001 wird an der Neugestaltung des Bahnhofgeländes gearbeitet. Nachdem das Bahnhofsgebäude restauriert und umgebaut wurde, sollen die Bahnsteige angehoben und eine direkte Umsteigemöglichkeit in die Regionalbusse (Treffpunktbahnsteig) geschaffen werden. Im Empfangsgebäude sind seit 2003 nun die Kurverwaltung, das Büro der Eifel- und Touristikagentur und im Güterschuppen ein Fahrradladen untergebracht. 2015 feiert der Bahnhof seinen 125-jährigen Geburtstag.

(Claus Weber, LVR-Redaktion KuLaDig, 2015 / Harald Bongart, Stadt Bad Münstereifel, Stadtarchiv)

Teile der Betriebsanlagen wie der Bahnsteig, die Ladestraße und die Auffahrt sind eingetragenes Baudenkmal (Bad Münstereifel, UDB Nr. 345; LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Datenbank-Nr. 45411).

Der Bahnhof in Bad Münstereifel war Objekt des Monats Oktober 2015 und war Station der Archäologietour Nordeifel 2015 (nähere Informationen hierzu im Führungsblatt in der Medienleiste).

Internet
de.wikipedia.org: Bahnhof Bad Münstereifel (Abgerufen: 4.7.2015)
Bahnarchiv NRW: Bahnhof Münstereifel (Abgerufen: 3.4.2015)
www.wisoveg.de: Weiterführende Literatur zum historischen Wirtschafts-, Verkehrs- und Kulturgeschehen Bad Münstereifel (Abgerufen: 26.7.2015)

Literatur

Arbeitskreis Erhaltet die Erfttalbahn (Hrsg.) (1990)
100 Jahre Erfttalbahn. Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Bahnstrecke Euskirchen - Bad Münstereifel 1890 - 1990. Bad Münstereifel.
Schmitz-Ehmke, Ruth (1985)
Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Euskirchen. Stadt Bad Münstereifel. (Die Bau- und Kunstdenkmäler des Landes Nordrhein-Westfalen I, Rheinland 9.1.) Berlin.

Bahnhof Bad Münstereifel

Schlagwörter
Ort
Bad Münstereifel
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Geländebegehung/-kartierung, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1890
Koordinate WGS84
50° 33′ 35,57″ N, 6° 45′ 50,59″ O / 50.55988°, 6.76405°
Koordinate UTM
32U 341632.48 5603270.77
Koordinate Gauss/Krüger
2554184.09 5602965.08

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„Bahnhof Bad Münstereifel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-120451-20150403-3 (Abgerufen: 27. Mai 2018)
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