Igeler Hof

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bergisch Gladbach
Kreis(e): Rheinisch-Bergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Regenwassersammelrinne am Igeler Hof (2017)

    Regenwassersammelrinne am Igeler Hof (2017)

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  • Einzelbaum am Igeler Hof (2017)

    Einzelbaum am Igeler Hof (2017)

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  • Allee am Igeler Hof (2017)

    Allee am Igeler Hof (2017)

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  • Wirtschaftsgebäude auf einer Grünlandfläche unterhalb des Igeler Hofs (2017)

    Wirtschaftsgebäude auf einer Grünlandfläche unterhalb des Igeler Hofs (2017)

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  • Der historische Wappenstein steht am Eingang zum Igeler Hof (2017)

    Der historische Wappenstein steht am Eingang zum Igeler Hof (2017)

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Der Igeler Hof wirkt wie ein Herrenhaus in der ländlichen Idylle des Strundetals. Er gehörte zu den frühesten Besitzungen der Johanniter- oder Malteserkomturei in Herrenstrunden. Das gesamte Gutsgelände umfasste eine Fläche von 170 Morgen, das sind etwa 69 Hektar oder 69.000 Quadratmeter. Drei Jahre nach der eigentlichen Säkularisation (siehe dazu auch den Artikel „Aufbruch in die Moderne – Die Franzosenzeit 1794-1814“ Kapitel 3 Kirchenpolitik des Portals Rheinische Geschichte) wurde auch der Malteserorden 1806 aufgelöst. Der Hof ging in den Besitz des Staates über und wurde im Jahr 1807 an den Papierfabrikant Gustav Müller verkauft. Von diesem erwarb der Mülheimer Kaufmann Theodor Steinkauler das Gut, der neben dem eigentlichen Hof in den Jahren 1817/1818 weitere Wohngebäude errichten liess, womit die Anlage in ihrer heutigen Form geschaffen war. Es entstand ein kleines Herrenhaus in Fachwerkbauweise.

Zwischen 1849 und 1854 erwarb der Brüsseler Rechtsanwalt Philipp August Neissen alle Anteile des Gutes. Dies ist insbesondere im Zusammenhang mit der Geschichte der Igeler Mühle von Bedeutung.
Nach Neissens Tod um 1880 gelangte der Hof bis 1888 durch Heirat und Erbe in den Besitz der Familie Zanders, die in Bergisch Gladbach bis heute in der Papierindustrie tätig ist und einen wichtigen Bestandteil der historischen und gegenwärtigen wirtschaftlichen Entwicklung bildet.
Im 20. Jahrhundert wurde das ursprüngliche Bauernhofgebäude in eine „Kulturscheune“ umgewandelt.
Zum Hof gehören heute rund 55 ha Nutzfläche und 20 ha Waldfläche. Der Landwirtschaftsbetrieb wurde dabei stets weiter weitergeführt. In historischer Zeit wurde der Igeler Hof als Mischbetrieb mit Getreideanbau, Viehwirtschaft, Grünland und Obstanbau betrieben. Angepasst an die Veränderungen in der Agrarwirtschaft wurde er inzwischen auf Viehwirtschaft mit Futterbau umgestellt. Wie ein Vergleich mit der Preußischen Uraufnahme (Karte 1:25.000) zeigt, ist die Wald-Offenland-Grenze seit der Mitte des 19. Jahrhunderts konstant geblieben.

(Anne Hentrich / Karl-Heinz Buchholz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2017)

Erhaltungszustand:
guter Erhaltungszustand der historischen Gebäude und der kulturlandschaftlichen Struktur (Substanz, ursprüngliches Gefüge)
sensorielle Dimension:
Es besteht eine hohe Erkennbarkeit der historischen Kulturlandschaftselemente und -strukturen; sie sind durch die Alleinlage des Hofs auf einer Bergkuppe stark landschaftsprägend. Die Allee entlang der Zufahrtsstraße schafft eine sehr gut wahrnehmbare, landschaftsgliedernde lineare Struktur, die auf den Eingang zum Hof hinführt und diesen damit betont.
Wert der räumlichen Zusammenhänge:
Der räumliche Zusammenhang mit der unterhalb liegenden Igeler Mühle ist weiterhin gegeben. Die räumlichen Zusammenhänge im Umfeld des Igeler Hofs (Hof, Wirtschaftsflächen, entferntere Wirtschaftsgebäude, Wald-Offenland-Verteilung) sind gut ablesbar und erhalten. Über das Strundetal besteht weiterhin die Verbindung zur ehemaligen Malteserkomturei in Herrenstrunden.
Historischer Zeugniswert:
Der Igeler Hof ist durch seine bis in das Mittelalter zurückreichenden Wurzeln und die Zugehörigkeit zur Johanniterkomturei hochrepräsentativ für die wirtschaftliche Erschließung der Gegend durch die katholische Kirche. Die Wald-Offenland-Verteilung ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erhalten (Preußische Uraufnahme). Seine erhaltene Alleinlage über dem Strundetal und die ablesbare Historizität tragen darüber hinaus zu einem hohen historischen Zeugniswert bei.

(Martina Gelhar, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2017)

Literatur

Brenner, Hans Leonhard (2012)
Die Strunde und ihre Bergisch Gladbacher Mühlen. (Schriftenreihe des Bergischen Geschichtsvereins Rhein-Berg e.V., Band 67.) S. 60-63, Bergisch Gladbach.
Sprunkel, Elke (2004)
Das Tal der Strunde in Bergisch Gladbach. Alte Industrie und neue Möglichkeiten. In: Köln und der Kölner Raum. Ein geographischer Exkursionsführer, (Kölner Geographische Arbeiten, Heft 82.) S. 229-235. Köln.

Igeler Hof

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Igeler Hof
Ort
51465 Bergisch Gladbach
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Auswertung historischer Karten, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1817
Koordinate WGS84
51° 00′ 1,16″ N, 7° 09′ 46,52″ O / 51.00032°, 7.16292°
Koordinate UTM
32U 371098.39 5651467.02
Koordinate Gauss/Krüger
2581676.01 5652326.67

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Empfohlene Zitierweise
„Igeler Hof”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-11954-20110608-2 (Abgerufen: 24. September 2017)
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