Burg Zweiffelstrunden (Burg Zweiffel / Burg Strune)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bergisch Gladbach
Kreis(e): Rheinisch-Bergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Herrenstrunden, Burg Zweiffel (2014)

    Herrenstrunden, Burg Zweiffel (2014)

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  • Burg Zweiffelstrunden (2004)

    Burg Zweiffelstrunden (2004)

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  • Burg Zweiffelstrunden (2004)

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  • Teich an Burg Zweiffelstrunden

    Teich an Burg Zweiffelstrunden

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    Burg Zweiffelstrunden (2004)

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  • Burg Zweiffelstrunden (2004)

    Burg Zweiffelstrunden (2004)

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Lage: Herrenstrunden 1, 51465 Bergisch Gladbach; Ortseingang Herrenstrunden
Datierung: Das barocke Wasserschloss wurde 1663 errichtet, die Burganlage „Strune“ ist seit 1304 belegt.

Burg Zweiffel wurde bereits im 13. Jahrhundert erwähnt, das heute existierende Gebäude entstand als Teil einer barocken Wasserburganlage Mitte des 17. Jahrhunderts. Das Gebäude sowie der Turm mit dem barocken Turmhelm wurden ca. 1663 vom Kölner Ratsherrn Dr. Hermann von Bircken erbaut.
Mit der Errichtung der Wasserburganlage musste die eigentliche „Burg Zweiffelstrunden“ zurücktreten. Sie diente nun als Wirtschaftsgut und wurde verpachtet. Zwischen dem alten Burghof und dem neu errichteten Burghaus wurde eine Mauer gezogen, der Zugang erfolgte durch eine Pforte. Die mittelalterliche Burghofanlage ist in ihren Resten noch südlich der Ortsdurchfahrt zu erkennen.

Das Geschlecht der Herren von Strune ist zum ersten Mal 1251 mit Gottfried von Strune belegt. Ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts besaßen die Herren von Zweiffel das Anwesen, deren Namen das Gebäude heute noch trägt. 1581 endet die Geschichte der Familie von Zweiffel auf der Burg – Tochter Marie von Zweiffel heiratet und übernimmt den Namen des Ehemannes, Konrad von Herzbeck, der sich nun „Herr von Strunden“ nennt. Das Ehepaar separiert das Anwesen in zwei Teile: 2/3 des Besitzes wurde 1585 an Friedrich von Schaffhausen, 1/3 an den Miseloher Amtmann Ludwig von Metternich übertragen. Metternich nennt sich bereits 1587 „Herr von Strunden“.

Mit der Teilung des Burggutes begann die wechselhafte Eigentümergeschichte des Burggutes: Ende des 16. Jahrhunderts gehörte die Burg den Kölner Patrizierfamilien von Schaffhausen, Düsterloe, Broch und von Bircken (genannt Birckmann), wodurch das Objekt sporadisch den Namen Birckmannsstrunden erhielt. Der Kölner Ratsherr Theodor von Bircken heiratete zu Beginn des 17. Jahrhunderts Margaretha Düsterloe (Tochter eines Vorbesitzers). Offenbar konnte man zur damaligen Zeit den Besitzer des anderen Teilanwesens abfinden, da das Ehepaar Birckmann in der Literatur als alleinige Eigentümer Zweiffelstrundens genannt wird. Birckmann errichtete 1663 die barocke Wasserburg. Auch nach 1718 wechselten die Eigentumsverhältnisse auf „Burg Zweiffel“: nacheinander gehörten die Gebäude dem Herrn von Buinick in Düsseldorf, dem stadtkölnischen Bürgermeister von Mülheim, sowie dem kurkölnischen Hofrat von Weise und seiner Witwe. Nach 1800 erwarb der Kölner Kaufmann Schülgen das Anwesen. Die Erben Schülgens verkauften das gesamte Burggut 1821 an den Herrenstrundener Mühlenpächter Kaspar Neuheuser. Zum Burggut gehörten seinerzeit das vom Wasser umgebene Burghaus, welches über eine Zugbrücke mit dem Wirtschaftshof verbunden war, sowie die Wirtschaftsgebäude mit Pächterhaus und Scheune, Stallungen und Garten (2 Morgen groß, die das Herrenhaus umgebene Weiher hatten die Größe von einem Morgen), dazu Ackerland, Wiesen und Wälder von einer Gesamtgröße von 170 Morgen. Ober- und unterhalb des Burgweihers lagen weitere Fischweiher. Baumgärten umschlossen die Anlage. Ein Gartengrundstück befand sich gegenüber dem Wirtschaftshof.

Mit dem Bau der Fürstenbergischen Kunststraße von Mülheim nach Wipperfürth 1848-1849 erlitt das Ensemble der Wasserburg einschneidende Veränderungen: die alten Weiher und Gräben wurden zugeschüttet, das gesamte Anwesen vom Straßenbau zerschnitten: Auf der einen Straßenseite stand das Herrenhaus, auf der anderen Straßenseite die Wirtschaftsgebäude des Burggutes.
Kurz nach der Errichtung der Straße fiel das Anwesen unter den Erben Neuheuser auch besitzmäßig auseinander. Das „Eyerbergsgut“ ging an das Ehepaar Josef und Anna Josefa Eyberg, die Eheleute Gerhard und Anna Maria Crama die spätere Besitzung Eschbach (Gastwirtschaft), das Burggut sowie der Grundbesitz gingen an den Witwer einer Tochter Neuheusers (Johann Koch), der das Gebäude seiner Tochter überließ. Diese betrieb mit ihrem Mann Adolf Sahler von 1854-1860 eine Landwirtschaft, eine Bäckerei und ein Geschäft auf Burg Zweiffelstrunden, bis sie das Anwesen an die Eheleute Kaspar Koch verkauften. Deren Tochter Anna Maria und ihr Mann Anton Molitor betrieben eine Gastwirtschaft auf dem Burggut; die Kinder des Ehepaars verkauften das barocke Wasserschloss im Jahre 1904 an die Firma J.W. Zanders, welche die Immobilie an verschiedene Gastwirte verpachtete. Durch die unmittelbare Nähe zum städtischen Freibad gewann die Gaststätte an Bedeutung. 1941 erwarb Karl Packert die Burg und blieb 30 Jahre Eigentümer des Anwesens.
In der Nacht vom 5./6. September 1942 brannte das Dachwerk der Burg Zweiffelstrunden ab. Schon 1943 konnte trotz kriegsbedingter Schwierigkeiten der Turmstumpf eine neue Dachhaube der alten Bauart erhalten. Brandbomben beschädigten das gesamte Bauensemble jedoch schwer. Erst 1952 konnten die Eigentümer die Schäden wieder beheben.

Kurzzeitig wird Karl Josef Schröder in der Literatur als Eigentümer genannt. Im Jahre 1976 erwarb das Ehepaar Dr. Ulrich Schaeffer und Ingrid Schaeffer-Rahtgens das Anwesen. Der Dachaufbau, seit dem Brand von 1942 nur rudimentär wiederaufgebaut, wurde denkmalgerecht rekonstruiert, mit Schiefer bedeckt und mit Fenstern versehen. Das Gebäude wurde über mehrere Jahre kernsaniert. Die Besitzer nutzten die historischen Gebäude als Wohnung und installierten zudem einen privaten Kunst & Kulturtreffpunkt. Seit 2004 gehört die barocke Wasserburg den Familien Rademacher und Kautz. Das barocke Gebäude der Burg „Zweiffel“ dominiert immer noch das westliche Ortseingangsbild Herrenstrundens.

Seit 2004 gehört Burg Zweiffelstrunden den Familien Rademacher und Kautz. Die beiden Familien bewohnen die Burg. Es ist beabsichtigt, erneut einen Kulturtreffpunkt zu installieren. Im rechten Anbau des Erdgeschosses wird die Gaststätte „Dröppelminna“ betrieben. Das barocke Wasserschloss wurde in den 1970er und 1980er umfassend und denkmalgerecht saniert. Auf der Gebäuderückseite wurden moderne Anbauten errichtet. Die Landstraße nach Wipperfürth durchschneidet das Ensemble der Burg Zweiffel. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das „Herkenrather Tor“ als Relikt der alten Burg.

(Erfasser: Andreas Kaul, Kulturlandschaftliche Inventarisierung „oberes Strundetal“/ Herrenstrunden, 2007)

Literatur

Becker, Heribert (1980)
Siedlungsgenetische Untersuchungen im südlichen Bergischen Land. Die Gestaltung ländlicher Siedlungstypen der vorindustriellen Zeit durch Sozialverfassung und Naturraumgefüge (Dissertation). Köln.
Bendel, Johann (1825)
Heimatbuch des Landkreises Mülheim am Rhein. Geschichte und Beschreibung, Sagen und Erzählungen. Köln / Mülheim.
Freckmann, Klaus (1979)
Der fotografische Nachlass des Vinzenz Feckter. Bergisch Gladbach und seine Umgebung im Wandel von 75 Jahren. Dokumente im Bild. In: Rheinisch-Bergischer Kalender, S. 136-143. Bergisch Gladbach.
Jux, Anton (1999)
Zum Jubiläum der Johanniterkommende Herrenstrunden. In: Rheinisch-Bergischer Kalender, S. 47-54. Bergisch Gladbach.
Jux, Anton (1956)
Herrenstrunden feiert Jubiläen. Vor 1294 Gründung der Komturei – 1345 erste Kirche vollendet – 1555 Neubau der Kirche. In: Rheinisch-Bergischer Kalender, S. 41-44. Bergisch Gladbach.
Jux, Anton (1956)
Die Johanniter-Kommende Herrenstrunden. Nebst Pfarrgeschichte. (Heimatschriftenreihe der Stadt Bergisch Gladbach, Band 2.) Bergisch Gladbach.
Kistemann, Eva (2004)
Erlebnisweg: Kulturlandschaft entdecken, Band 1: Bergisch Gladbach - Durchs Strundetal und über die Rommerscheider Höhen. In: Rheinisch-Bergischer Kalender 2004, S. 123-129. Bergisch Gladbach.
Mettlach, Marie-Luise (1989)
Kultur aus privatem Idealismus: Burg Zweiffel. Einst roter Hirsch auf silbernem Wappenfeld – Bürger hüten Erbe. In: Rheinisch-Bergischer Kalender, S. 58-65. Bergisch Gladbach.
Sahler, Johannes (1929)
Erinnerungen an Herrenstrunden und die Bewohner seiner Burghäuser. In: Ruhmreiche Berge! Neue Folge des "Guten Abend". Heimatkundliche Beilage der Heiderschen Zeitung, Nr. 40, 4. Oktober 1929, Bergisch Gladbach.
Schulte, Frank (1979)
Die Mühlen an der Strunde. (Schriftenreihe des Bergischen Geschichtsvereins Abteilung Rheinisch-Bergischer Kreis, Band 2.) Bergisch Gladbach.

Burg Zweiffelstrunden (Burg Zweiffel / Burg Strune)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1663
Koordinate WGS84
51° 00′ 18,79″ N, 7° 10′ 39,95″ O / 51.00522°, 7.17776°
Koordinate UTM
32U 372153.27 5651985.7
Koordinate Gauss/Krüger
2582709.19 5652887.99

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„Burg Zweiffelstrunden (Burg Zweiffel / Burg Strune)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-11608-20110531-2 (Abgerufen: 13. Dezember 2017)
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