Schloss Sayn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Museen
Gemeinde(n): Bendorf
Kreis(e): Mayen-Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Die Seitenfront des Schlosses und der Schlossturm in Sayn (2015).

    Die Seitenfront des Schlosses und der Schlossturm in Sayn (2015).

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  • Das Schloss Sayn (2014).

    Das Schloss Sayn (2014).

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  • Die Schlosskapelle in Sayn (2015).

    Die Schlosskapelle in Sayn (2015).

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  • Blick nach Osten über den Sayner Schlosspark mit Teich (2014); im Hintergrund sieht man Schloss Sayn am Fuß des Strombergsporns und Burg Sayn auf dem Burgberg.

    Blick nach Osten über den Sayner Schlosspark mit Teich (2014); im Hintergrund sieht man Schloss Sayn am Fuß des Strombergsporns und Burg Sayn auf dem Burgberg.

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  • Die gusseisernen neugotischen Fensterelemente des Schlosses Sayn (2014).

    Die gusseisernen neugotischen Fensterelemente des Schlosses Sayn (2014).

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Am Fuße des Stromberg-Sporns befindet sich das malerische neugotische Schloss Sayn. Der Sporn des Strombergs ist wiederum der Burgberg der Burg Sayn, welche über dem Schloss thront. Die Burg, das Schloss mit seinem Park und die Sayner Hütte bilden im Ort Sayn ein sehenswertes Ensemble.

Der Ursprung des Schlosses
Ursprünglich stand am Fuße des Berges ein mittelalterliches Burghaus, welches heute noch den Kern des Schlosses bildet. Das Burghaus wurde im 14. Jahrhundert durch den Freiherrn von Reiffenberg erbaut. Im Jahr 1753 kam es durch eine Heirat in die Hände der Freiherren Boos von Waldeck, welche es im barocken Stil zu einem Herrenhaus umbauten. Der heute im südwestlichen Teil des Schlosses frei stehende, viergeschossige Schlossturm war ursprünglich ein Torturm der Ortsbefestigung und besitzt ein spätgotisches Kielbogenportal.

Der Umbau des Schlosses
Fürst Ludwig Adolf Friedrich zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (1799-1866) war, wie sein Vater und sein Großvater zuvor, Offizier im Dienste des Zaren von Russland gewesen. Ludwig heiratete in erster Ehe Caroline Stefania Prinzessin Radziwill (1809-1832), welche vom russischen Zaren Nikolaus I. die Radziwillsche Masse – eines der größten Grundvermögen Europas – zugesprochen bekam und mit in die Ehe brachte. Im Verlauf der Geschichte verlor die Fürstenfamilie dieses Vermögen jedoch aus politischen Gründen wieder.
Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau heiratete Fürst Ludwig die Fürstin Carolina Leonilla Barjatinskij (1816-1918) und kehrte mit ihr 1848 aus Russland in die alte Heimat zurück. Die Fürstin Leonilla wurde 102 Jahre alt und verstarb erst 1918.
Im Zuge der Rückkehr aus Russland erwarb die Fürstenfamilie das Anwesen in Sayn und die zugehörigen Liegenschaften für 125.000 Reichstaler vom Koblenzer Landrat Graf Clemens Boos von Waldeck (1797-1865). Der Architekt Alphonse François Joseph Girard (1806-1872), ein Absolvent der École des Beaux-Arts de Paris und Chefintendant des Louvre in Paris, wurde für den neugotischen Umbau des Herrenhauses zum Schloss Sayn engagiert.
Es entstand in den Jahren 1848-1851 ein zwei- bis dreigeschossiger Bau mit zwei Flügeln. Girard erhielt den alten Baumbestand und ergänzte, im damals modernen englischen Baustil, die Zinnenkränze, Ecktürme, sowie einen Erker und eine Freitreppe an der Front zur Parkseite des Schlosses. Der in südlicher Richtung stehende Turm gehörte ursprünglich zur Ortsbefestigung und wurde von Girard aufgestockt, verziert und mit in das Konzept integriert.

Der Bau des Schlosses bot den Arbeitern und Handwerkern Arbeitsplätze in Krisenzeiten. Eine architektonische Besonderheit war die Anbringung von gusseisernen Fensterelementen und gusseisernem Maßwerk an den Dachgauben, welche von der Sayner Hütte hergestellt wurden.
Ähnlich wie auf Schloss Stolzenfels gab es technische Besonderheiten: Per Dampfmaschine wurde für die Springbrunnen, Bäder und die Küche der Druck für fließendes Wasser erzeugt. Die Parklandschaft des Schlossparks wurde vom Architekten Carl Friedrich Thelemann (1811-1889) geplant. So entstand schon damals das Ensemble bestehend aus der Burgruine, dem Schloss mit seinem Park und der ansprechenden industriellen Architektur der Sayner Hütte.

Der Wiederaufbau des Schlosses und die heutige Nutzung
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss sehr stark beschädigt, sodass nur die Außenmauern erhalten blieben. Die von Herman Nebel (1816-1892) erbaute Schlosskapelle blieb zum größten Teil unbeschädigt. Von 1995 bis 2000 wurde in einer Kooperation der Fürstenfamilie mit dem Land Rheinland-Pfalz der aufwendige Wiederaufbau durchgeführt.
Heute befinden sich im Schloss ein Restaurant, das Rheinische Eisenguss-Museum und die nach der jung verstorbenen Tochter der Fürstenfamilie Filippa Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (1980-2001) benannte Stiftung „Filippas Engel“. Die Schirmherrin der Stiftung ist Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (*1950).

Die Schlosskapelle befindet sich im östlichen Teil des Schlosses und kann während der Öffnungszeiten des Eisenkunstguss-Museums besucht werden. Im Obergeschoss bietet sich die besondere Gelegenheit die Fürstenzimmer sowie die Werke der Fotografin Marianne Fürstin zu Sayn-Wittgenstein (*1919) zu besichtigen. Für Gruppen und Schulklassen werden attraktive thematische Führungen angeboten.
Der Schlosspark beherbergt zudem eine beliebte Touristenattraktion, den Schmetterlingsgarten. Der heutige Besitzer des Schlosses ist Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (*1943).

Kulturdenkmal / Denkmalzone
Das „Schloss Sayn“ (Denkmalzone in der Abteistraße 1) und die zugehörige „englische Parkanlage“ mit dem „spätbarocken Gartenhaus“, sind als Kulturdenkmäler des Kreises Mayen-Koblenz nach § 8 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG) ausgewiesen (Verzeichnis der Kulturdenkmäler des Kreis Mayen-Koblenz 2015, S. 12). Das Schloss ist ebenfalls als Baudenkmal von nationaler Bedeutung gelistet.

(Karolina Paus, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Quellen
Gespräche und freundliche Hinweise von Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, 2015.

Internet
www.filippas-engel.de: Stiftung „Filippas Engel“ (abgerufen 22.03.2015)
www.sayn.de/garten-der-schmetterlinge: Schmetterlingsgarten (abgerufen 22.03.2015)
www.sayn.de/schloss-sayn: Schloss Sayn (abgerufen 22.03.2015)
www.sayn.de/schloss-sayn/museum: Rheinisches Eisenkunstguss-Museum (abgerufen 22.03.2015)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2015)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Mayen-Koblenz (Denkmalverzeichnis Kreis Mayen-Koblenz, 13. Februar 2015). Mainz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de - Mayen-Koblenz, abgerufen am 24.03.2015
Tavernier, Ludwig / Arbeitsgruppe Kulturpark Sayn (Hrsg.) (2011)
Kulturlandschaft Sayn. Regensburg.

Schloss Sayn

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schloßstraße 100
Ort
56170 Bendorf - Sayn
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Museen
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1301 bis 1400
Koordinate WGS84
50° 26′ 18,61″ N, 7° 34′ 38,15″ O / 50.4385°, 7.57726°
Koordinate UTM
32U 398968.97 5588354.51
Koordinate Gauss/Krüger
3399003.63 5590150.09

Empfohlene Zitierweise

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„Schloss Sayn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-111620-20150112-4 (Abgerufen: 16. August 2018)
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