Cranachwäldchen in Niehl

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Cranachwäldchen (2014)

    Cranachwäldchen (2014)

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  • Cranachwäldchen mit Blick auf die Mülheimer Brücke (2014)

    Cranachwäldchen mit Blick auf die Mülheimer Brücke (2014)

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Das Cranachwäldchen befindet sich auf der Landzunge am Niehler Hafen in Köln-Niehl. Es kann als klassischer Auwald mit Hartholzaue beschrieben werden, die alten Pappeln der Weichholzaue sind besonders sehenswert. Auwälder sind Wälder in der Nähe eines Flusslaufs, die durch regelmäßige Überschwemmungen geprägt sind. Dabei werden sie in zwei Waldgesellschaften unterschieden, die Hart- und die Weichholzaue. Die Weichholzaue wird häufiger überschwemmt und besteht in der Regel aus Erlen, Pappeln und Weiden. Die Hartholzaue schließt sich daran an, sie steht aufgrund ihrer landeinwärts gerichteten Lage seltener für lange Zeit unter Wasser. Zu den charakteristischen Baumarten zählen Stieleichen, Eschen und Ulmen. Am Cranachwäldchen lassen sich die Abstufungen der einzelnen Pflanzengesellschaften am Rheinufer gut erkennen.

In unserer heutigen Kulturlandschaft werden Flächen wie diese immer seltener. Halbwegs naturnahe Gebiete sind aber für viele Tiere lebensnotwendig. In der Rheinaue am Cranachwäldchen ist der Artenreichtum stark zurückgegangen, da den Tieren bei Überschwemmungen nicht viel Rückzugsraum bleibt, alle angrenzenden Areale sind stark industriell genutzt. In den Wintermonaten sind auf den Wiesen aber häufiger Gänse zu sehen, die auf dem Weg in ihre Überwinterungsgebiete hier Rast machen.

Namensherkunft
Das Cranachwäldchen wurde zuletzt in den 1960er und 1970er Jahren aufgeforstet. Seine Ursprünge reichen angeblich weiter in die Vergangenheit. Es kursieren mehrere Gerüchte bezüglich der Namensherkunft des Wäldchens. Einige sagen, dass der berühmte Maler Lucas Cranach (1472-1553) das Wäldchen in einem seiner Werke abgebildet hat und die stolzen Kölner es daraufhin Cranachwäldchen tauften.

Eine andere Theorie besagt, dass auf dem Gebiet des heutigen Wäldchens ein preußischer Offizier einen Exerzierplatz angelegt und mit seinen Soldaten Schießübungen durchgeführt haben soll. Dabei gerieten ansässige Bauern schon mal versehentlich unter Beschuss. Um das zu verhindern, ordnete der zuständige Gouverneur Ludwig Otto Lucas von Cranach (1818-1849) an eine „Mauer“ aus Schwarzpappeln zum Schutz der Bauern anzulegen. Die Mauer entwickelte sich mit den Jahren zum heutigen Wäldchen.

Bundesgartenschau und Tivoli
Das Wäldchen sowie die gesamte Halbinsel sind von einem verhältnismäßig umfangreichen Wegenetz durchzogen. Es stammt noch aus den Jahren 1969-1971, als das Gelände Bestandteil der Bundesgartenschau war und das Kölner Tivoli beherbergte. Dieser Vergnügungspark wurde als nördlichster Teil in die Gartenschau mit einbezogen. Zahlreiche Achterbahnen sowie andere Fahrgeschäfte und diverse Gastronomie- und Verkaufsstände wurden auf dem Gelände aufgebaut. Zunächst wurde der Vergnügungspark auch nach Ende der Gartenschau weitergeführt, aufgrund nachlassenden Interesses wurde das Tivoli dann aber 1976 geschlossen. Die Fahrgeschäfte und Stände wurden alle abgebaut, einzige Überreste sind die Wegeführung und Geländer von ehemaligen Promenadenabschnitten.

(Hannah Brüggemann, NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln, 2014)

Quelle
Persönliches Gespräch mit den Herren Michael Hundt und Jonas Schreibweis über POIs im äußeren Grüngürtel, 11.11.2013.
Persönliches Gespräch mit Herrn Hubert Sumser, 18.03.2014.

Internet
www.jürgen-niessen.de: Tivoli Park Köln (abgerufen 08.10.2014)
de.wikipedia.org: Rheinpark (Köln) (abgerufen 08.10.2014)

Cranachwäldchen in Niehl

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Koordinate WGS84
50° 58′ 23,31″ N, 6° 59′ 30,99″ O / 50.97314°, 6.99194°
Koordinate UTM
32U 359019.98 5648757.78
Koordinate Gauss/Krüger
2569714.94 5649127.45

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„Cranachwäldchen in Niehl”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-108521-20141125-8 (Abgerufen: 28. Mai 2018)
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