Herler Mühle in Buchheim

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Wohnhaus (2014)

    Wohnhaus (2014)

    Copyright-Hinweis:
    NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln
    Fotograf/Urheber:
    Hannah Brüggemann
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Die Herler Mühle liegt im Ortsteil Buchheim, einem der ältesten Orte im rechtsrheinischen Köln und Zentrum des Stadtbezirks Mülheim. Der Name Buchheim geht auf den ehemals angrenzenden Buchenwald zurück, der heute so gut wie verschwunden ist. Hinweise auf eine erste Besiedlung Buchheims stammen aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Die Buchheimer Pfarrkirche wird bereits 1160 namentlich erwähnt.

Die Mühle, eine Wassermühle am Strunderbach, ist eine von ursprünglich 16 Kölner Mühlen, von denen allerdings nur sieben heute noch in Betrieb sind. Aufgrund der hohen Anzahl Mühlen entlang seines Verlaufes, erhielt der Strundebach den Spitznamen „fleißigster Bach Deutschlands“. Die Herler Mühle selbst stammt aus fränkischer Zeit, das Wohnhaus und die Stallgebäude wurden erst im 18. Jahrhundert errichtet. Das besterhaltene und älteste Mühlhaus auf Kölner Stadtgebiet wird 1025 erstmals urkundlich erwähnt. Mühlen gehörten damals üblicher Weise zu einem größeren Gutshof. In diesem Fall ist es das Haus Herl, welches gemeinsam mit der Mühle ein beeindruckendes Ensemble bildet.
Die Gebäudekomplexe stehen seit 1984 (Herler Mühle) und 1990 (Haus Herl) unter Denkmalschutz. Sie bilden ein besonderes Zeugnis vergangener Kulturlandschaft und stellen das einzige Zeugnis des alten Buchheims dar. Haus und Mühle wurden in der Regel von Pächtern bewirtschaftet, die einen Anteil der Erträge aus Ackerbau, Viehwirtschaft, Jagd und Fischerei an den Burgherren abgeben mussten.

Heute befinden sich Wohnungen in der teilweise verschieferten Fachwerkhofanlage im typisch bergischen Stil. Aufgrund der Umbauarbeiten, welche der damalige Besitzer und Architekt Nikolaus Rosiny (1926-2011) 1960 vorgenommen hat, ist die Mühle als solche von der Straße aus nicht mehr gut zu erkennen. Lediglich von der Seite, mit Haus Herl im Rücken des Betrachters, ist das alte Mühlrad zu sehen. Ursprünglich aus Holz, später dann aus Eisen trieb es die Mühlsteine zum Mahlen unterschiedlichster Stoffe an. Vermutlich war sie erst eine Schleif-, später eine Ölmühle, und in den letzten Jahren wurde in der Mühle noch bis nach dem zweiten Weltkrieg ausschließlich Getreide zermahlen.

Der Strunderbach hat seine Quelle im Osten Bergisch Gladbachs und hat früher auf seinem Lauf bis zu seiner Mündung in den Rhein viele Mühlen gespeist. Es wurden Ölsaaten, Tabak, Pulver und Gips zermahlen. In der Herler Mühle kam ausschließlich Getreide zwischen die Mühlsteine, andere Mühlen entlang des Bachlaufs waren Säge-, Walk- oder Schleifmühlen und mahlten daher gar nicht.

(Hannah Brüggemann, NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln, 2014)

Internet
www.bilderbuch-koeln.de: Herler Mühle (ehem. Wassermühle) (abgerufen 18.08.2014)
www.ksta.de: Älter als der Dom und bestens erhalten (Kölner Stadtanzeiger vom 08.10.2002, abgerufen 18.08.2014)
www.stadt-koeln.de: Mit dem Rad durch Mülheim (abgerufen 18.08.2014)
www.stadt-koeln.de: Leben in Köln - Buchheim (abgerufen 18.08.2014)
de.wikipedia.org: Herler Mühle (abgerufen 18.08.2014)

Literatur

Sprunkel, Elke (2004)
Dat Wasser vun Kölle – is joot? Eine Radexkursion durchs Rechstrheinische zum Thema "Wasser in der Großstadt". In: Köln und der Kölner Raum, hrsg. v. Günther Schweizer, Teil 1. Stadt und Umland, (Kölner geographische Arbeiten 82.) S. 111-119. Köln.

Herler Mühle in Buchheim

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schlagbaumsweg
Ort
51067 Köln - Buchheim
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1025
Koordinate WGS84
50° 57′ 24,05″ N, 7° 01′ 49″ O / 50.95668°, 7.03028°
Koordinate UTM
32U 361662.34 5646854.91
Koordinate Gauss/Krüger
2572433.1 5647333.25

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„Herler Mühle in Buchheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-108487-20141124-7 (Abgerufen: 19. August 2018)
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